Bangen um Aufträge

Großer Schaden nach Brand in der Wäscherei der Werkstätten Hainbachtal

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Ein Großteil der Wäscherei ist durch Feuer und Löscharbeiten nicht mehr nutzbar.

Schwerer Schlag für die Werkstätten Hainbachtal: In der Nacht auf Donnerstag brach in der Wäscherei der gemeinnützigen Gesellschaft ein Feuer aus und richtete einen hohen Sachschaden an.

Offenbach – „Personen wurden glücklicherweise nicht verletzt, aber der Sachschaden liegt im sechsstelligen Bereich“, sagt Awo-Sprecherin Jana Holecek.

Wodurch das Feuer gegen 4.30 Uhr am Morgen ausbrach, muss noch geklärt werden. Bei der Awo geht man von einer Selbstentzündung der Wäschestapel aus.

Tatsächlich ist die Selbstentzündung von Wäsche in Reinigungen oder Hotels ein bekanntes Phänomen: Öl- oder Fettrückstände in den Textilien können unter ungünstigen Umständen nach der Reinigung durch die Wärme des Trockenvorgangs reagieren, sodass der noch warme Wäschestapel plötzlich in Brand gerät.

Zwei Maschinen sind seit dem Feuer nicht mehr nutzbar, auch die Elektrik im Gebäude ist betroffen. Außerdem sind umfangreiche Sonderreinigungen nötig, um die Räume wieder nutzbar zu machen. Nur ein kleiner Teil der Wäscherei blieb von dem Feuer verschont, dort soll nach Abschluss der Reinigungsarbeiten wieder der Betrieb aufgenommen werden.

Mit der Wäscherei ist eines der Herzstücke der Behindertenwerkstätten getroffen. „Die Wäscherei ist für uns systemrelevant – wir haben viele wichtige Großaufträge, etwa von Hotels, der Polizei oder der Feuerwehr“, sagt Holecek.

Corona-bedingt mussten die Werkstätten Hainbachtal für mehrere Wochen geschlossen werden, erst Anfang vergangener Woche öffnete die Wäscherei wieder. Allerdings mit reduziertem Personal, nur knapp 15 Mitarbeiter durften wieder arbeiten. Vorausgegangen war ein umfangreiches, 30-seitiges Hygienekonzept. So müssen nun auch in den Pausen die Betreuer die Menschen mit Behinderung begleiten, außerdem steigt der Verbrauch an Gesichtsmasken sprunghaft an: Für die knapp 1 000 Mitarbeiter an allen Standorten werden pro Tag allein 4 000 Masken benötigt. Schließlich müssen diese mehrfach gewechselt werden.

„Normalerweise würden wir die Masken bei uns in der Wäscherei reinigen, aber das geht jetzt erst einmal nicht“, sagt Holecek. Zunächst werde man sich darauf konzentrieren, mit den verbliebenen Kapazitäten die wichtigen Wäscherei-Aufträge zu erhalten.

Dankbar ist die Awo für die zahlreichen Maskenspenden der Bürger für die Werkstattmitarbeiter. Nun hofft man, dass der Fortbestand der Einrichtung durch Geldspenden gesichert werde.

Spenden

für die gemeinnützige Gesellschaft der Werkstätten Hainbachtal werden bei der Bank für Sozialwirtschaft, IBAN: DE98 5502 0500 0006 6014 00, BIC: BFSWDE33MNZ entgegengenommen.

VON FRANK SOMMER

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