Angst vor Coronavirus

Coronavirus: Hamsterkäufe in Offenbach

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„Wie im Krieg“, kommentiert eine Kundin die leeren Regale. Nudeln, Taschentücher, Mineralwasser – derzeit wird in Super- und Drogeriemärkten alles weggekauft, was in den Vorratskeller passt. Besonders begehrt ist Desinfektionsmittel. 

Auch in Offenbach kommt es aus Angst vor dem neuartigen Coronavirus zu „Hamsterkäufen“. Besonders begehrt sind Desinfektionsmittel und Eingemachtes.

  • Aus Angst vor Coronavirus
  • Hamsterkäufe in Offenbach
  • Hausärzte bereiten sich vor 
Offenbach – Dosenravioli, Salz, Nudeln, Sprudelwasser: alles weg. „Das ist ja wie im Krieg“, sagt eine Kundin, als sie vor den leergekauften Regale im Aldi-Markt an der Hartmannstraße steht. Offenbar treibt die Panik vor dem Coronavirus zahlreiche Offenbacher zu sogenannten Hamsterkäufen. Doch nicht nur die Kontingente an haltbaren Lebensmitteln und Konservennahrung schwinden in den Läden, auch Desinfektionsmittel sind derzeit begehrtes Gut.

Aus Angst vor Coronavirus: Eingemachtes und Sterilisierendes ist aus 

An einer DM-Filiale am Buchhügel hängt ein Schild: „Leider sind aufgrund der aktuellen Situation keine Desinfektionsmittel mehr verfügbar. Wir arbeiten mit Hochdruck daran, die Warenverfügbarkeit wiederherzustellen.“ Auf Nachfrage lässt sich von einer Mitarbeiterin erfahren, dass bereits für den nächsten Morgen eine neue Lieferung geplant sei. „Aber seien Sie besser gleich um 8 Uhr morgens da, die sind nach einer halben Stunde wieder ausverkauft.“ Das gleiche Spiel in vielen Drogerie- und Supermärkten in der Innenstadt: Eingemachtes und Sterilisierendes ist aus.

Ein Schild informiert die Kunden darüber, dass einige Lebensmittel aufgrund von „Hamsterkäufen“ nicht verfügbar sind.

Dr. Bernhard Bornhofen, Leiter des städtischen Gesundheitsamtes, hat Verständnis dafür, dass Menschen sich einen gewissen Vorrat anlegen, um beispielsweise im Falle eines größeren Stromausfalls ausreichend mit Lebensmitteln versorgt zu sein. „Schlecht ist es nur, wenn das eben alle zur selben Zeit tun“, kommentiert er das derzeitige Einkaufsverhalten. Und natürlich weiß auch Bornhofen, dass es kein Stromausfall ist, der die Leute zu panischen Vorratseinkäufen treibt. Gegenwärtig wenden sich viele Offenbacher an seine Behörde, die kürzlich etwa in Italien gewesen sind oder meinen, entsprechende Symptome der Erkrankung an sich entdeckt zu haben.

Coronavirus: Hausärzte in Offenbach bereiten sich vor

Auch melden sich in der letzten Zeit vermehrt Hausärzte beim Gesundheitsamt, um sich über den richtigen Umgang mit Patienten zu informieren. Bislang sei in Offenbach allerdings noch kein einziger Corona-Fall bekannt. „Ich halte die Erkrankung aber auch gar nicht für allzu gravierend“, so Bornhofen. „Sie ist durchaus mit einer gewöhnlichen Influenza vergleichbar.“

„Wie im Krieg“, kommentiert eine Kundin die leeren Regale. Nudeln, Taschentücher, Mineralwasser – derzeit wird in Super- und Drogeriemärkten alles weggekauft, was in den Vorratskeller passt. Besonders begehrt ist Desinfektionsmittel. 

Er betont, dass das Virus vor allem bei Vorerkrankungen der Atemwege gravierendere Folgen haben kann. Angesichts der Tatsache, dass etwa Nikotin die Atemwege schwer schädigt und verhindert, dass diese sich erholen können, hat er folgenden Rat: „Wann, wenn nicht jetzt wäre eine bessere Gelegenheit, um mit dem Rauchen aufzuhören?“

Coronavirus: Kein Engpässe in Offenbach

Kristina Schütz, Pressesprecherin der Rewe-Group, bestätigt, dass es eine verstärkte Nachfrage nach lang haltbaren Lebensmitteln, Konserven und Drogerieartikeln gebe. Da die Frequenz der Belieferung der Rewe- und Pennymärkte jedoch an die derzeitige Situation angepasst worden sei, gebe es „keine Engpässe in der Warenversorgung.“ Eine Stippvisite im Rewe-Markt im Ringcenter zeigt: Tatsächlich, Nudeln und Co. sind zwar zahlenmäßig ausgedünnt, werden aber konstant nachgefüllt.

„Wie im Krieg“, kommentiert eine Kundin die leeren Regale. Nudeln, Taschentücher, Mineralwasser – derzeit wird in Super- und Drogeriemärkten alles weggekauft, was in den Vorratskeller passt. Besonders begehrt ist Desinfektionsmittel. 

Auffällig an den Lücken in den Regalen ist, dass vor allem Produkte gekauft werden, die auf der Notfall-Checkliste des Bundesministeriums für Bevölkerungsschutz stehen. Auf dessen Homepage heißt es: „Ein ausreichender (Not-) Vorrat an Lebensmitteln für etwa zehn Tage sollte in jedem Haushalt vorhanden sein.“ Das steht dort allerdings schon lange – und nicht in Zusammenhang mit dem Coronavirus.

Joel Schmidt und Marian Meidel

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