Viel Arbeit für Räumdienst

Schnee räumen „ein riesiger Kraftakt“

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Sowohl Hauseigentümer als auch der Winterdienst des ESO sind derzeit

Offenbach - Was des einen Freud, ist des anderen Leid: Kinder haben jetzt Spaß bei einer Schlittenfahrt, für manchen Hauseigentümer bedeutet die weiße Pracht nur zusätzliche Arbeit. Denn sie sind verpflichtet, den Gehweg vor ihrem Anwesen zu räumen. Von Sabrina Kristen

Auch für die 150 Mitarbeiter der städtischen Dienstleistungsgesellschaft ESO bedeutet die momentane Kälte Stress pur. Mit insgesamt 15 Fahrzeugen ist der Räumdienst derzeit rund um die Uhr im Stadtgebiet unterwegs. Was das Straßennetz anbelangt, hat der ESO mit der Stadtverwaltung eine Prioritätenliste erstellt. „An erster Stelle stehen die Hauptverkehrsstraßen, dann Buslinien und die Zufahrten zu wichtigen Gebäuden wie Krankenhäusern“, erklärt ESO-Sprecher Oliver Gaksch. Erst anschließend seien Nebenstraßen und Parkplätze an der Reihe.

„Zufahrtstraßen wie die beiden Ringe, die Wald- und die Bieberer Straße stehen ganz oben auf der Prioritätenliste“, berichtet Gaksch. Insgesamt fallen 50 Kilometer in die Kategorie der Hauptverkehrsstraßen. Das Offenbacher Straßennetz ist insgesamt 220 Kilometer lang. „Das permanente Räumen ist schon ein riesiger Kraftakt für die Mitarbeiter“, erzählt der Sprecher.

Bürger haben Streupflicht

Für die meisten Hausbesitzer ist die Kälte ebenso mit zusätzlichem Zeit- und Kraftaufwand verbunden. Denn der Schnee muss von den Gehwegen geräumt werden. Eine weitere Erschwernis für die Bürger ist die Streuplicht. Diese nehmen viele zwar ernst und kümmern sich mehrmals täglich um ihren Bürgersteig. Andere hingegen räumen und streuen überhaupt nicht.

Beim Ordnungsamt stand deshalb in den vergangenen Tagen das Telefon nicht still. Zahlreiche Anrufer klagten über glatte Gehwege. Weiterer Anlass für Beschwerden ist die große Salzmenge, die vor einigen Häusern verteilt wurde. Streusalz ist zwar an Tankstellen, Baumärkten und Supermärkten erhältlich, die Anwendung jedoch deutschlandweit verboten.

„Mittel- bis langfristig betrachtet ist das Salzstreuverbot für Privatpersonen super“, findet Sprecher Gaksch. „Man darf schließlich nicht vergessen, dass es für die Umwelt sehr bedenklich ist und auch bei den Gehwegplatten zu Schäden führt“, argumentiert Oliver Gaksch. Alternativen seien beispielsweise Splitt, Sand oder Kies.

Streusalz verboten

Das Ordnungsamt will vehement gegen die Hauseigentümer vorgehen, die Streusalz benutzen. So kann, wer die Regelungen nicht befolgt, unangenehme Post vom Ordnungsamt erwarten.

„Unser Schreiben soll die Verantwortlichen über ihre Räum- und Streupflichten informieren. Wir zeigen die Gelbe Karte. Wer aus Bequemlichkeit oder anderen Gründen Verletzungen von Passanten in Kauf nimmt und weiter den Winterdienst verweigert, wird mit einem Bußgeld von bis zu 1000 Euro bestraft“, erklärt Frank Weber, stellvertretender Leiter des Ordnungsamts. Durch gezielte Stadtteilrundgänge soll die korrekte Einhaltung der Räumpflicht in den kommenden Tagen kontrolliert werden.

Winter-Schnappschüsse aus der Region

Winter-Schnappschüsse

Für die großen Fahrzeuge des ESO ist das Salzstreuverbot kein Thema. In zwei eigenen Silos hat der städtische Eigenbetrieb zirka 225 Tonnen Salz eingelagert. Zusätzlich verfügt er über einen 1000-Tonnen-Vorrat. Das Lager, das der ESO gemeinsam mit sieben weiteren Kommunen betreibt, befindet sich in Wiesbaden. „Wir sind aber so gut gerüstet, dass wir auf diese Notoption bestimmt nicht zurückgreifen müssen“, beruhigt Oliver Gaksch.

Auch für Passanten bestehe auf öffentlichen Wegen kein Anlass zur Sorge – sie seien bereits gut geräumt. So vermelden etwa die Städtischen Kliniken keinerlei Auffälligkeiten. „Zirka 20 Sturz-Unfälle gibt es am Tag. Aber das ist überhaupt nicht außergewöhnlich“, erklärt Marion Band, Sprecherin des Klinikums.

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