Digital und energieeffizient

Heberger-Gruppe investiert 50 Millionen Euro in eines der letzten Hafen-Areale

Blick vom Offenbacher Hafenbecken: So sollen die Bürogebäude dereinst aussehen. Fertigstellung: Ende 2022. Visualisierung: Heberger
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Blick vom Offenbacher Hafenbecken: So sollen die Bürogebäude dereinst aussehen. Fertigstellung: Ende 2022. 

2009 wurden erste Erschließungsarbeiten für das Offenbacher Hafenareal aufgenommen. Was seinerzeit einige in der Stadtgesellschaft teils milde belächelten, ist inzwischen nahezu abgeschlossen. 

Offenbach – Auf der einstigen (Schwer-) Industriebrache ist ein urbanes Quartier gewachsen, das Wohnen, Dienstleistung, Gewerbe und Bildung verknüpft. Eines der letzten freien Areale bebaut nun Heberger Immobilien. Baubeginn: voraussichtlich im dritten Quartal 2020. Letztlich fehlt noch der HfG-Neubau. Konkretes dazu gibt es aus Wiesbaden nicht .

Seit Jahren sind für die HfG im Hafen zwei Grundstücke reserviert. Schließlich ist der Umzug der Hochschule für Gestaltung aus der Innenstadt ins neue Viertel ausgemachte Sache zwischen Offenbach und Wiesbaden. Seit April vergangenen Jahres ist’s sozusagen in trockenen Tüchern. Das gut 1,5 Hektar große Areal ist für 13 Millionen Euro ans Land verkauft. Aus dem Ministerium für Wissenschaft und Kunst heißt es gestern: „Es handelt sich um ein komplexes Bauvorhaben, für das die Planungen noch andauern. Derzeit wird davon ausgegangen, dass der Architektenwettbewerb im Laufe des Jahres 2020 gestartet werden kann.“

Derweil geben die privaten Investoren Gas. Nachdem für die Inselspitze („kap“, Gustav Zech Stiftung und Deutsche Wohnwerte) die rein gewerbliche Nutzung vorgesehen ist, folgt auch vis-à-vis auf dem heutigen Messe-Parkplatz eine solche. Bei der Projektentwicklung MainView baut die Heberger-Gruppe für rund 50 Millionen Euro ein Ensemble aus drei Bürogebäuden mit zusammen 14 600 m² Büromietflächen und ein Parkhaus für etwa 130 Autos. „Der energieeffizient konzipierte Campus wird vermutlich mehr als 500 Mitarbeitern die Möglichkeit einer maßgeschneiderten Mietnutzungs-Lösung bieten“, heißt es in einer Mitteilung.

Man könnte sagen, dass alles Weitere in die Corona-Zeit mit dem verstärkten Fokus auf schnellen Datenverkehr (egal ob dienstlich oder privat) passt – etwa datenintensive Video-Konferenzen oder Online-Meetings mit vielen Beteiligten. „Bei zunehmender Digitalisierung von Arbeitsprozessen ist eine schnelle und zuverlässige Internetkonnektivität eines der wichtigsten Mieterbedürfnisse geworden“, heißt es weiter. Aus diesem Grund strebe die Heberger-Gruppe (Schifferstadt) für den Office-Campus MainView am Offenbacher Hafen planungsbegleitend eine Zertifizierung von „WiredScore“ an.

Das Unternehmen analysiert und bewertet die Qualität der digitalen Infrastruktur und Konnektivität von Immobilien (Bandbreiten und Übertragungsraten per Glasfaser, verfügbare Mobilfunknetze). Auf dieser Basis will Heberger das MainView gezielt auf die Anforderungen der künftigen Mieter vorbereiten. „Durch die geplante WiredScore-Zertifizierung schaffen wir Transparenz über die für die Mieter so wichtige Internetkonnektivität. Sie ist heute ein wesentlicher Faktor für die Standortwahl und gehört zu einem modernen Businessumfeld fest dazu. Wir sind überzeugt, dass wir die Attraktivität des MainView durch dieses besondere Feature zusätzlich steigern“, sagt Jochen Kuppinger, Geschäftsführer der Heberger-Immobilien mit Blick voraus.

Ein solcher fällt da sofort aufs letzte freie Hafen-Gelände, auf dem aktuell noch der Boxclub Nordend als Bezugspunkt steht. Ohne konkreter zu werden, sind dort offenbar auch die Weichen für eine neue Nutzung gestellt. „Wir sind in den finalen Verhandlungen“, heißt es seitens der Stadtwerke Holding.

VON MARTIN KUHN

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