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Offenbach: Abholzungen von Bäumen illegal? Anwohnerin wird misstrauisch

Zwei Bäume wurden in einem Hinterhof an der Andréstraße gefällt. Ob die Arbeiten legal waren, wird zurzeit geprüft. 
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Zwei Bäume wurden in einem Hinterhof an der Andréstraße gefällt. Ob die Arbeiten legal waren, wird zurzeit geprüft.

Das Geräusch einer Motorsäge macht die Anwohnerin in der Andréstraße in Offenbach stutzig. Zwei große Bäume im Hof wurden gefällt. Doch das war nicht genehmigt.

  • Nicht genehmige Abholzungen in Offenbach keine Seltenheit
  • Illegales Fällen kann teuer werden
  • Umweltamt appelliert an Bürger aus Offenbach

Offenbach - Entsetzt über die Entfernung der Bäume in der Andréstraße in Offenbach geht die Nachbarin, die ihren Namen nicht in der Zeitung lesen will, nach unten, fragt, ob dafür eine Genehmigung vorliege. Eine zufriedenstellende Antwort erhält sie nicht. „Der Hausmeister sagte mir, dass die Wurzeln der Bäume die Kanalisation verstopfen würden und deshalb gefällt werden müssten.“ Die Anwohnerin bezweifelt das und fragt bei einem weiteren Mann nach, den sie als Leiter des Fälltrupps zu erkennen glaubt. Eine Reaktion erhält sie nicht. „Er hat so getan, als ob er mich nicht versteht.“ Verärgert ruft die Nachbarin beim Umweltamt in Offenbach an.

Nicht genehmigte Abholzungen in Offenbach keine Seltenheit

Fälle wie dieser sind für Bereichsleiterin Christine Schneider keine Seltenheit. Jährlich gehen in ihrer Abteilung zwischen 30 und 40 Meldungen über nicht genehmigte Abholzungen in Offenbach ein. Etwa zwei Drittel davon ordnen die Mitarbeiter als Verstöße gegen die städtische Grünschutzsatzung ein, so Schneider. Die Dunkelziffer, schätzt sie, sei wohl doppelt bis dreimal so hoch.

Zwar könne sie zum konkreten Fall in der Andréstraße in Offenbach keine Informationen geben, da es sich um ein laufendes Verfahren handele, sollten es aber rechtswidrige Baumfällarbeiten sein, müssten die Verursacher mit einem Bußgeld rechnen. „Illegale Baumfällarbeiten sind kein leichtes Vergehen, sondern eine Ordnungswidrigkeit“, betont sie.

Unerlaubtes Fällen von Bäumen kann in Offenbach teuer werden

Ob die vorgesehenen Strafen Abholzende abschrecken, ist fraglich. Dabei kann das unerlaubte Fällen von Bäumen gerade in der Schonzeit für Gehölze (Bundesnaturschutzgesetz, 1. März bis 30. September) richtig teuer werden: Bis zu 1 500 Euro Bußgeld drohen. Lediglich behutsame Form- und Pflegeschnitte sind noch erlaubt. Das Verbot soll auch Tiere schützen, die Bäume oder Sträucher als Lebensraum nutzen.

„Wer seinen Baum unbedingt in dieser Zeit fällen will oder muss, kann beim Umweltamt einen entsprechenden Antrag stellen“, erläutert Christine Schneider. Alle eingehenden Anfragen würden in Offenbach sorgfältig geprüft, versichert die Bereichsleiterin. Zwar müsse bei der Begutachtung immer der Naturschutz berücksichtig werden, oftmals fänden sich Brutstätten von Vögeln in den begutachteten Bäumen, sollte durch das Grün aber eine Gefährdung für Leib und Leben ausgehen, genehmige das Amt eine Entfernung immer, sagt Christine Schneider.

Umweltamt in Offenbach kann nicht jede illegale Fällung entdecken

Da ihre Abteilung selbst nicht jede illegale Fällung entdecken könne, appelliert Christine Schneider an alle Offenbacher, ein Auge darauf zu haben, wann und wo Bäume beseitigt werden. Gegebenenfalls sollte das dem Umweltamt in Offenbach gemeldet werden. Hinweise werden unter der Telefonnummer 069 80652557 entgegengenommen. (Von Joshua Bär)

Das illegale Abholzen von Bäumen ist ein Problem. Gerade heutzutage. Denn aufgrund des zu warmen Wetters und der Trockenheit sind sowieso viele Bäume bedroht. Auch in diesem Jahr soll der Sommer wieder extrem warm werden. 

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