Investor ist zu Umplanungen gezwungen

Abriss des Toys'R'Us-Gebäudes verzögert sich

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Der hässliche Betonklotz sollte eigentlich in diesem Frühjahr abgerissen werden. Nun verzögert sich alles um etwa ein Jahr.

Manchmal sind es Kleinigkeiten, die Großprojekte verzögern. So wie beim geplanten Neubau auf dem Grundstück des maroden Toys'R'Us-Gebäudes an der Berliner Straße. 

Offenbach – Wie Michael Dietrich, Geschäftsführer des Investors WasE-Firmengruppe, und Stadtbaurat Paul-Gerhard Weiß übereinstimmend berichten, bedarf es weiterer Zeit, um die in einer der obersten Etage des Parkhauses entdeckten Fledermäuse artengerecht umzusiedeln. Bis zum Herbst sollen für die Tiere Quartier im Umfeld der Innenstadt-Immobilie geschaffen werden. So völlig ungelegen kommt die Verzögerung Investor Dietrich indes nicht: Muss er doch in Sachen Nutzung des künftigen Neubaus umplanen: Zum einen, weil ihm mit der Pleite des Spielzeug-Riesen Toy'R'Us ein Ankermieter abhanden gekommen ist, der rund 1800 Quadratmeter im ersten Stock belegen sollte. Zum anderen, weil die Stadtverordneten auf Drängen der Grünen beschlossen haben, dass das im Neubau vorgesehene Fahrradparkhaus mit seinen 150 Stellplätzen vom Unter- ins Erdgeschoss zu verlegen ist.

Toys'R'Us-Gebäude: Planung muss angepasst werden

Deshalb müsse der jetzige Nutzungsmix neu bewertet und die Planung in einigen Bereichen angepasst werden, so Dietrich. „Diesen Anforderungen müssen wir uns bei der Dimension und Komplexität des Vorhabens stellen“, sagt der Investor. Er geht davon aus, dass sich das Gesamtvorhaben durch die notwendigen Umplanungen um ein Jahr verzögert. Das bedeutet, der Abriss kann erst im Frühjahr 2020 in Angriff genommen werden.

Dietrich weist zudem darauf hin, dass das Gesamtprojekt bezogen auf die zentrale Lage und die Eigenart der Immobilie besonders anspruchsvoll ist. Im Rahmen des Bauleitplanverfahrens seien bisher eine Vielzahl von Anforderungen zu berücksichtigen gewesen, welche „intensive Abstimmungsgespräche“ zwischen Politik, Verwaltung und Projektentwicklern erfordert hätten. Dietrich: „Dabei konnten bislang immer gute Kompromisse gefunden werden.“ So etwa bei der Frage, wie viele der neu zu errichtenden Pkw-Stellplätze künftig der Öffentlichkeit und welche den künftigen Mietern zur Verfügung gestellt werden können. „Die verschiedenen Positionen angemessen abzubilden, ist immer unser Ziel gewesen“, betont Dietrich.

"Argumente und Vorgehensweise nachvollziehbar"

„Die von den Vorhabenträgern angeführten Argumente und die Vorgehensweise in der aktuellen Situation ist nachvollziehbar“, zeigt Stadtrat Paul-Gerhard Weiß Verständnis. „Alle Projektbeteiligten haben ein großes Interesse daran, dass ein aus der Perspektive der Stadtentwicklung ansprechendes wie auch wirtschaftlich tragfähiges Konzept realisiert wird. Wenn dafür Anpassungen in der Planung erforderlich sind, ist das verständlich.“

Wie berichtet, sehen die Neubau-Pläne ein markantes Gebäude-Ensemble an Stelle des derzeitigen, hässlichen Betonklotzes vor. An der Berliner Straße sind Arkaden im Erdgeschoss geplant, in denen die Eingänge für die Geschäfte – darunter ein großer Lebensmittelfilialist – untergebracht sind. Darüber sind jeweils sechs bis sieben Stockwerke angeordnet. Einen weiteren städtebaulichen Akzent setzt ein Wohnhochhaus mit 14 Stockwerken.

Neben Wohnen und Handel ist die „Kindertagesstätte Ziegelstraße“ dort mit bis zu fünf Gruppen vorgesehen. Das Pkw-Parkhaus verfügt über 190 öffentliche Stellplätze, die gleiche Anzahl wird für die künftigen Bewohner reserviert sein. Außerdem haben die Planer in dem Neubau eine öffentliche Toilette berücksichtigt.

VON MATTHIAS DAHMER

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