Versprochen hatte Stadt anderes

Kanalbau bringt Veranstaltungsfirma fast in existenzielle Schwierigkeiten

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Als Technikdienstleister erfüllt das Offenbacher Unternehmen „Sound and Light“ fast alle Anforderungen der Veranstaltungsbranche. Allerdings ist der Transport der notwendigen „Hardware“ mehr als mühsam. Der Kanalbau in der Gustav-Adolf-Straße blockiert aktuell alle drei Zu- und Ausfahrten für die Transporter.

Die Firma „Sound & Light“ ist nur wenigen bekannt. 

Offenbach – Schon eher das, was sie macht: Sie sorgt etwa beim Lichterfest für satten Sound und gutes Licht, beschallt und beleuchtet Veranstaltungen in Ringcenter und KOMM, setzt Firmen-Tagungen etwa bei namhaften Automobilherstellern in Szene. Und vieles mehr. Aktuell ist das Team von Manuel da Cunha mehr als üblicher gefordert. Grund: Alle drei Firmenzufahrten in der Gustav-Adolf-Straße sind durch den dortigen Kanalbau blockiert.

Was jedoch ganz anders mit der Firma abgesprochen war. Eine Stellungnahme der dafür Verantwortlichen bei der Stadt steht aus.

Offenbach: Kanalerweiterung bringt Firma in Schwierigkeiten

Die Kanalerweiterung rund um das Senefelder-Quartier (ehemals MAN Roland) beschäftigt Planer und ausführende Firmen schon seit geraumer Zeit und länger als veranschlagt. Grund: Ein nicht verzeichneter Leitungs-Wirrwarr unter der Waldstraße, wo der neue Sammler angeschlossen wird. Nun geht es in offener Bauweise weiter.

Und das sorgt für Ärger: Der Firmensitz von „Sound & Light“ hat eine Zufahrt, der angrenzende und ebenfalls verwendete Quartiershof (mit gut 800 Quadratmeter genutzter Lagerfläche) zwei weitere. Bei einer Grundstücks-Länge von etwa 50 Meter ist dort eigentlich ausreichend Platz, damit während der Bauzeit zumindest eine Zu- und Ausfahrt offen bleiben könnte.

Könnte. Denn seit gut einer Woche sind alle Zufahrten blockiert. Die Firma, die seit gut 30 Jahren besteht und in Fachkreisen einen guten Namen hat, wurde darüber lediglich mit einem kurzen Schreiben informiert. Chef da Cunha sieht sich vor existenziellen Schwierigkeiten: „Ja, der Kanal muss gemacht werden. Aber wir sind enttäuscht, dass man sich nicht an die ursprüngliche Absprache hält und die Baustelle besser organisiert.“

Alles anders wie geplant

Während einer Bausitzung im Frühjahr an Ort und Stelle sei festgehalten worden, dass jederzeit eine Zufahrt offen bleibe: „Erst am Firmensitz Hausnummer 14 in Richtung Senefelder Straße, dann über eine Behelfsfahrbahn von der Hausnummer 8 zur Waldstraße.“ Das ist nicht geschehen. Die Kanalbauer beanspruchen den Platz auf der Straße; Anlieger, die in die gegenüberliegende Tiefgarage des ABG-Neubaus wollen, dürfen auf den Gehweg direkt vor „Sound & Light“ ausweichen.

Für die Firma wird das alles zu einem großen logistischen Problem. Dass zwölf fest angestellten Mitarbeiter und diverse Freiberufler nicht mehr mit dem 7,5-Tonner aufs Areal kommen – geschenkt. Man hat sich mit kleineren Sprintern beholfen, Licht-Traversen, Musikboxen und anderes schweres Material notfalls umgeladen. Aber mittlerweile ist es selbst für die Sprinter zu eng. Und ABG-Mieter beklagen sich, wenn ein „Sound-&-Light“-Wagen zum Be- und Entladen eine halbe Stunde die provisorische Fahrbahn blockiert.

Das fordert alle extrem. Vieles muss jetzt per Hubwagen oder händisch in die Transporter geschafft werden, die weit entfernt parken. Es sorgt zudem für reichlich Überstunden, da die Firmenkunden (fast 90 Prozent in Frankfurt) auf die eng gesetzten Termine pochen – und das 24 Stunden, sieben Tage die Woche.

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