Werbeagentur als Ankermieter

Baustart für das Lofthaus Molenpark im Hafenviertel

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Nahe der Hafenbrücke entsteht das Lofthaus Molenpark mit 2480 Quadratmetern Mietfläche.

In zweistelliger Menge sind Spaten in aufgeschüttetes Erdreich gesteckt, und dann wirbeln auch noch Sägespäne umher. Der Baustart für das Lofthaus Molenpark im Hafenviertel geht eindrucksvoll vonstatten.

Offenbach – Den ersten Spatenstich als symbolische Handlung zum Auftakt der Arbeiten auf der Baustelle gibt es zwar auch, aber eine laute und vor allem spektakuläre Performance macht den feierlichen Akt auf der Hafeninsel zu etwas Besonderem. Der Karlsruher Aktionskünstler Guntram Prochaska, der sich gern als Holzsägekomponist bezeichnet, greift nacheinander zu drei Kettensägen und verwandelt vor staunendem Publikum mit viel Geschick und zur Musik aus dem Thriller „Mission Impossible“ einen entwurzelten Erlenbaum in eine meterhohe Skulptur. „Holz lebt und verändert sich“, sagt der zeitweilig in Florida lebende 60-Jährige. „Ich erschrecke es mit der Kettensäge so sehr, dass es freiwillig seine Form freigibt.“

Im übertragenen Sinn trifft das auch für die Fläche direkt neben der Hafenbrücke in dem sich rasant entwickelnden neuen Stadtviertel zu. An der Schnittstelle zwischen Wohnbebauung im Osten und „Kap“ an der Inselspitze lassen zehn Privatleute in Bauherrengemeinschaft als Ahoi GmbH auf einem Grundstück von 830 Quadratmetern das Lofthaus Molenpark entstehen.

Geplant vom Frankfurter Architekten Jan Schulz und seinem Team, wird es das kleinste Gebäude auf der Hafeninsel werden. „Auffällig hervorgehoben durch seine schwarze Fassade und eine leichte, fast mediterrane Architektur“, beschreibt der Stadtplaner die Landmarke, deren Fertigstellung 2020 zu erwarten ist. 2480 Quadratmeter Mietfläche auf sechs Vollgeschossen plus Staffeletage werden dann zur Verfügung stehen. Schulz, der im Hafen bereits für den Entwurf des Teilquartiers Marina Gardens mitverantwortlich war, setzt auf einen Kontrast zwischen dunklen, rauen Klinkerflächen und großen, präzise gefassten Glaselementen. Kubische Form und Fassadengestaltung nehmen Bezug auf den Gebäudetyp Loft.

„Holz lebt und verändert sich“, erklärt der Karlsruher Aktionskünstler Guntram Prochaska bei seiner Darbietung mit Baum und Kettensäge. Foto: Richter

Rund neun Million Euro lassen sich die vielen Väter ihre Investition kosten, verrät Lukas Dudek, mit Günther Nessel Ankermieter in dem Objekt. Beide betreiben die derzeit noch im Westend Carrée angesiedelte Food-Agentur „taste!“ und werden mit ihren rund 80 Mitarbeitern die drei oberen Lofthaus-Geschosse beziehen. „An diesem Standort schreiben wir dann ein neues Kapitel Firmengeschichte“, betont der gebürtige Offenbacher, den zeitweilig der Gedanke umtrieb, nach Frankfurt zu expandieren. Dass Architekten, Werber und Entwickler als Bauherrengruppe selbst ins langfristige Investment gehen, sehen alle „als klares Statement und einen Vertrauensbeweis für Offenbach“, so Dudek.

Auch hochwertige Gastronomie soll einziehen. Der zur Bauherrengruppe gehörende Architekt des Deutschherrnviertels und Schöpfer der Bar-Trilogie im Florentinischen Viertel Tom Bock wird das im Erdgeschoss geplante Lokal konzipieren. Sommerterrasse mit Blick auf Main und Skyline sowie ein Pocket Park als Naherholungsort dürften ebenfalls zur Aufenthaltsqualität beitragen.

„Langsam schließt sich der Kreis der Investoren und Projekte“, betont die am Spatenstich ebenfalls beteiligte Daniela Matha, Geschäftsführerin der Offenbacher Projektentwicklungsgesellschaft. Mit ihr freut sich auch Ex-OB Horst Schneider darüber, dass mit dem Lofthaus Molenpark der kreativen Bauherren ein direkter Bezug zum Nordend und der dortigen Heyne-Fabrik, in der bereits viele Kreative beheimatet sind, und dem ebenfalls im Hafenviertel entstehenden Neubau der Hochschule für Gestaltung hergestellt wird.

VON HARALD H. RICHTER

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