Nicht jeder Ort ist erlaubt

An diesen sechs Plätzen steht der Superblitzer in Offenbach

Im verkehrsberuhigten Bereich am Wilhelmsplatz sind Autos oft zu schnell unterwegs. Die Aufstellung des Superblitzers dort musste die Stadt sich genehmigen lassen.
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Im verkehrsberuhigten Bereich am Wilhelmsplatz sind Autos oft zu schnell unterwegs. Die Aufstellung des Superblitzers dort musste die Stadt sich genehmigen lassen.

Der Superblitzer darf in Offenbach nicht überall stehen. An diesen sechs Plätzen sollten Autofahrer aber lieber vorsichtig fahren.

Offenbach – Was das hessische Innenministerium derzeit als Neuanschaffung für die sieben Polizeipräsidien im Land verkündet, ist in Offenbach seit nunmehr zwei Jahren im Einsatz: der einem kleinen Anhänger ähnliche Superblitzer, formal korrekt „Enforcement Trailer“ genannt.

Eine solche gepanzerte Geschwindigkeitsmessanlage fiel am vergangenen Wochenende am Wochenmarkt auf. Der Hochleistungsblitzer war am Rand der östlichen Straße des Wilhelmplatzes kurz vor der Einmündung in die Bieberer Straße postiert.

Auf der Jagd nach Schritttempo-Sündern

Mit dem Superblitzer auf der Jagd nach Schritttempo-Sündern – schießt da die Stadt nicht über das Ziel hinaus? „Nein“, versichert Ordnungsamtsleiter Peter Weigand. Die seitlichen Straßen des Wilhelmsplatzes seien verkehrsberuhigte Bereiche, in denen Fußgänger gleichberechtigte Verkehrsteilnehmer seien und Autofahrer sich ans Schritttempo halten müssten.

Dass dies oft nicht geschehe, haben laut Weigand Messungen belegt, die zwingende Voraussetzung für die Aufstellung des Superblitzers seien. Der Ordnungsamtschef erläutert: Der Blitz-Anhänger könne nicht hingestellt werden, wo es der Stadt gerade gefalle. „Wir brauchen für jeden Standort eine Genehmigung durch die in Wiesbaden ansässige Polizeiakademie Hessen“, so Weigand. Zunächst seien dafür „stille Messungen“ an dem Standort erforderlich, also solche, die für den Temposünder noch keine Konsequenzen haben.

An diesen Plätzen steht der Superblitzer in Offenbach

Danach müsse noch durch übliche mobile Seitenradarkontrollen belegt werden, dass im fraglichen Bereich zu schnell gefahren werde. Erst dann sei die Aufstellung eines Superblitzers erlaubt. Derzeit, so Weigand, seien im Stadtgebiet sechs Standorte genehmigt. Außer dem Wilhelmsplatz sind erlaubt: Mathilden- und Leibnizschule (Altbau Parkstraße), Seligenstädter Straße, Hessenring (Altenheim) und Dreieichring (Erasmusschule).

Erfreut ist Weigand über das langwierige Genehmigungsverfahren nicht. Es gebe derzeit rechtliche Bemühungen von Kommunen, den hessischen Gesetzgeber dazu zu bringen, die Superblitzer als mobile und nicht als stationäre Anlagen einzustufen, womit die Genehmigungsprozedur entfallen würde.

Von Matthias Dahmer 

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