Land gibt Millionen für ABG-Bauten im Senefelder-Quartier

Zusammenarbeit für die soziale Durchmischung

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6,425 Millionen Euro für 50 geförderte Wohnungen an der Christian-Pleß-Straße übergibt Ministerin Priska Hinz. Das freut OB Horst Schneider (links) und ABG-Chef Frank Junker.

Offenbach - Wo einst Druckmaschinen gebaut wurden, entsteht derzeit Wohnraum. 172 Einheiten errichtet die ABG Frankfurt auf dem alten MAN-Roland-Areal, 50 davon öffentlich gefördert. Von Markus Terharn 

Dafür fließt Geld aus Wiesbaden: 6,425 Millionen Euro. Gestern überbrachte Priska Hinz, Ministerin für Stadtentwicklung, den Förderbescheid aus dem Programm des sozialen Mietwohnungsbaus. „Ich freue mich, dass Offenbach und Frankfurt da kooperieren“, so die Grünen-Politikerin. Die interkommunale Zusammenarbeit sei nicht selbstverständlich. Davon profitierten beide Städte. „Wohnraum muss auch für Menschen mit kleinen und mittleren Einkommen bezahlbar sein“, fordert die Ministerin, „auch im Rhein-Main-Gebiet“. Da es sich im neuen Senefelder-Quartier an der Christian-Pleß-Straße um Ein- bis Fünf-Zimmer-Wohnungen handle, fänden nicht nur Alleinlebende, sondern auch Familien dort ein neues Zuhause.

Als positiv wertet es Hinz, dass in Verbindung mit dem frei finanzierten Wohnraum eine gute soziale Mischung entstehe. Auch die Lage in einem gewachsenen Stadtteil nannte sie sinnvoll. „Früher lagen Sozialwohnungen eher in schlimmen Ecken.“ Dass der Bauherr sich bei der Vergabe mit der Stadt abspricht, sei ebenfalls ein Fortschritt. Aus Fehlern der Vergangenheit will die ABG gelernt haben, die nach eigenen Angaben 55.500 Wohnungen in und um Frankfurt besitzt. Für sie ist es nach dem Wohnriegel auf der Hafeninsel das zweite Offenbach-Projekt; bei der Bebauung des Altenheim-Geländes am Hessenring wurde die Holding von einem anderen Investor ausgestochen. „Wohnungsbau ist eine Aufgabe der gesamten Region und macht nicht an Stadtgrenzen halt“, ist das Credo von Geschäftsführer Frank Junker.

Sozialverträgliche Mischung wichtig

Wichtig ist der ABG eine sozialverträgliche Mischung. Dass geförderte und frei finanzierte Wohnungen nicht von außen oder an der Adresse zu unterscheiden sind, soll der Diskriminierung vorbeugen. Weiterer Vorteil für die Mieter: „Wir bleiben auf immer und ewig Eigentümer“, betont Junker.

Die Preisbindung gilt 20 Jahre lang. 5,50 Euro pro Quadratmeter und Monat beträgt die Kaltmiete in den geförderten Wohnungen; und das bei Bauweise im Passivhaus-Standard, welcher die Heizkosten niedrig hält. In den anderen liege sie mit unter zehn Euro immer noch unter den elf bis zwölf, die in Frankfurt aufzuwenden seien. Grund seien die geringeren Grundstückspreise in Offenbach. Das Belegungsrecht für 38 Einheiten lässt sich Frankfurt 1,2 Millionen kosten. Offenbach ist mit 700.000 Euro für zwölf Wohnungen dabei. Im Spätsommer 2016 sollen alle 172 Wohnungen bezugsfertig sein. Kosten: 43 Millionen.

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