Große Befragung der Goethe-Universität

Wie steht es um die Mobilität im Offenbacher Süden?

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Befragung läuft: Wie sind mehr Menschen fürs Radfahren zu begeistern?

4000 Fragebögen sollen Antworten geben: Wie ist die Bevölkerung der Kernstadt unterwegs? Wie wird die Verkehrsinfrastruktur eingeschätzt? Und welche Meinung besteht zum aktuellen Fahrradstraßen-Projekt? Diese und andere Fragen sollen mithilfe einer schriftlichen Haushaltsbefragung der Goethe-Universität rund um das Senefelder- Quartier und die südliche Innenstadt beantwortet werden.

Offenbach – Aktuell werden die Bögen verteilt. Anwohner werden gebeten, sich einen Moment Zeit zu nehmen (etwa 15 Minuten), um sie auszufüllen und mit dem beiliegenden Umschlag kostenlos und anonym zurückzusenden. Ein Aufwand, der sich lohnt: Von der Befragung erhoffen sich Prof. Dr. Martin Lanzendorf, Dr. Annika Busch-Geertsema und Andreas Blitz (Arbeitsgruppe Mobilitätsforschung am Institut für Humangeographie) neue Erkenntnisse rund um die Themen innenstädtischer Verkehr und Förderung nachhaltiger Mobilität. Die Probleme vieler Großstädte sind bekannt: anhaltender Bevölkerungszuwachs, Zunahme des Verkehrs, Forderung nach weniger Schadstoffemissionen – Stichwort Dieselfahrverbot.

Ein Lösungsansatz, der in Offenbach verfolgt wird, ist die Förderung des Fahrradverkehrs – auch durch die Einrichtung von innerstädtischen Fahrradstraßen im Zuge des Projekts Bike Offenbach. „Um den Erfolg solcher Maßnahmen bewerten zu können, ist es unerlässlich, die Bevölkerung und deren Sichtweisen mit einzubeziehen“, sagt der wissenschaftliche Mitarbeiter  Andreas Blitz. In der Befragung gehe es daher, neben dem alltäglichen Mobilitätsverhalten, den individuellen Einstellungen zu verschiedenen Verkehrsmitteln und der Verkehrssituation in der Innenstadt auch um die persönliche Meinung zum Fahrradstraßenprojekt. Unter anderem werden anhand von Abbildungen verschiedene Konzepte zu Fahrradstraßen vorgestellt, welche die Befragten beurteilen können. Insgesamt soll die Erhebung Aufschluss darüber geben, welche Mobilitätsbedürfnisse die Anwohner haben und wie die künftige innerstädtische Mobilität aussehen könnte.

Ergebnisse fließen ins Projekt "Bike Offenbach"

Die Ergebnisse fließen ins Projekt „Bike Offenbach“ ein und werden an die Offenbacher Projektentwicklungsgesellschaft (OPG) weitergegeben, die von der Stadt Offenbach mit dem Projektmanagement beauftragt ist. Leiter Ulrich Lemke freut sich über die wissenschaftliche Begleitung: „Dadurch erhalten wir wichtige Hinweise, wie wir die Akzeptanz erhöhen und noch mehr Menschen für das Radfahren begeistern können.“ Zudem können die Erkenntnisse auch als Anhaltspunkt für vergleichbare Projekte dienen.

Die Forscher hoffen auf eine hohe Beteiligung. Um den Rücklauf zu steigern, wird es neben einer schriftlichen Vorankündigung auch den persönlichen Kontakt durch Studenten geben, die etwa eine Woche nach dem Verteilen der Fragebögen bei den Haushalten klingeln, um für die Teilnahme zu werben.

Der Fragebogen wurde mit Unterstützung von Janina Albrecht, Prof. Peter Eckart und Prof. Dr. Kai Vöckler von der Hochschule für Gestaltung (HfG) entworfen. Mit der Goethe-Universität ist die HfG Teil des interdisziplinären Förderprogramms „Loewe“ (Landes-Offensive zur Entwicklung wissenschaftlich-ökonomischer Exzellenz) des Landes mit dem Schwerpunkt „Infrastruktur – Design – Gesellschaft“, welches sich mit der Gestaltung der Mobilität im Rhein-Main-Gebiet auseinandersetzt und das die Kosten für die Befragung trägt. (mk)

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