Langer Atem nötig

Gründertag: Besucher bestaunen Impulse und Ideen aus erster Hand

Erfolgsgeschichte: Angela und Robert Geißler vor ihrem Food-Truck mit ihren Mitarbeiterinnen Cornelia Klebba und Isabell Pappert. Foto: richter

Impulse und Ideen aus erster Hand wurden den Besuchern des Gründertags am Samstag bei der IHK geboten. Die 14. Auflage stand unter dem Motto „Business to go“ und zeigte Möglichkeiten auf, sich selbstständig zu machen.

Offenbach – Sie erzählen eine spannende Erfolgsgeschichte: Beide haben zunächst in renommierten Gastronomiebetrieben Koch gelernt. Sie sammelte anschließend unter anderem Berufserfahrung im Steigenberger Grandhotel Petersberg bei Bonn, er perfektionierte sein meisterliches Können als Leiter von Schuhbecks Kochschule in München. Inzwischen sind Angela und Robert Geißler erfolgreiche Unternehmer mit eigenem Hotel, Restaurant und angeschlossenem Catering-Service in Hainburg. Seit 2011 führen sie in vierter Generation das weiter, was Angelas Vorfahren, die Eheleute Valentin und Anna Rücker, 1904 nur einen Steinwurf vom idyllischen Mainufer entfernt als „Gasthaus Hessischer Hof“ eröffnet hatten.

„2014 haben wir das Haus von meinen Eltern übernommen“, berichtet Angela Geißler rund vier Dutzend Zuhörern am Samstag bei der IHK. Ihr Erfahrungsbericht zeigt eine Möglichkeit in die Selbstständigkeit auf. „Man muss allerdings langen Atem beweisen“, ergänzt Ehemann Robert.

Als neue Eigentümer habe man mit Behutsamkeit daran gearbeitet, Hotel und Restaurant weiter zu entwickeln und es auch baulich auf die Höhe der Zeit zu bringen sowie neue Gäste zu gewinnen, ohne dabei die Stammkundschaft zu enttäuschen. „Nicht jede unserer Ideen und Neuerungen ist auf Anhieb angenommen worden. Man muss sich die Akzeptanz Stück für Stück erarbeiten.“

Das gilt für den angegliederten Catering Service ebenso wie für ihr neuestes kulinarisches Angebot, das Restaurant auf Rädern: die „Schmackofatz Food Connection“. Der Truck steht am Samstag vor dem IHK-Gebäude und bittet Besucher wie Aussteller des Gründertags mit Köstlichkeiten aus Suppentopf und Pfanne zur Zwischenmahlzeit.

Drinnen wird an mehr als zwei Dutzend Info-Ständen und im Konferenzraum über Wege in die Selbstständigkeit diskutiert und referiert. So greift etwa Helmut Eikelmann vom Verein Wirtschaftspaten, der in Bruchköbel verortet ist, in seinem Vortrag die Unternehmensübernahme auf, wie Angela und Robert Geißler sie praktiziert haben. „Seit einigen Jahren gewinnt dieses Thema zunehmend an Bedeutung“, berichtet Holger Winkler, als Teamleiter bei der IHK zuständig für Existenzgründung und Unternehmensförderung. 2018 sei er in mindestens 40 Fällen Anfragen nach individueller Beratung nachgekommen.

Das sei auch der Grund gewesen, warum man die Hainburger Gastronomen als Werbebotschafter des IHK-Gründertages 2019 ausgewählt habe. „Deren Beispiel zeigt, dass sich der Weg der Existenzgründung und eine Nachfolge auszahlen können“, so Bernd Eckmann, Referent bei der IHK. „Der Gründertag trägt dazu bei, Wagemutigen zu helfen, die einen ähnlichen Weg beschreiten möchten.“ Dabei sind sie nicht allein, sondern finden Unterstützung bei Fachleuten.

So verrät Phillipp Knöß von der Sparkasse Langen-Seligenstadt Grundzüge eines erfolgversprechenden Unternehmenskonzepts. Im Tagesverlauf gibt es rund ums Thema Selbstständigkeit weitere Anregungen und Ratschläge, beispielsweise, wie man sich als Existenzgründer auf ein Bankgespräch vorbereitet.

Das Wirtschaftsförderung Rödermark ist ebenso vertreten wie das Kommunikations- und Innovationszentrum KIZ aus Offenbach. Auch Fachleute mehrerer Krankenkassen sowie Steuerexperten stehen mit Besuchern im Dialog. Marketing- und Vertriebsberatung runden das Informationsangebot an diesem Tag ab.

Von Harald H. Richter

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