Dringend notwendige Reparaturen

Rost nagt unerbittlich: Laskabrücke wird zwei Wochen lang gesperrt 

Auf der Laskabrücke dürfen derzeit nur Fahrzeuge mit 3,5 Tonnen Gesamtgewicht fahren, nach Sanierung sollen’s wieder 7,5 Tonnen sein. Zudem gilt Tempo 30 auf der viel genutzten Querung der Bahnlinie Frankfurt-Bebra. Foto: Stadt
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Auf der Laskabrücke dürfen derzeit nur Fahrzeuge mit 3,5 Tonnen Gesamtgewicht fahren, nach Sanierung sollen’s wieder 7,5 Tonnen sein. Zudem gilt Tempo 30 auf der viel genutzten Querung der Bahnlinie Frankfurt-Bebra.

Die Laskabrücke dient vielen als Abkürzung, um die hochfrequentierten Straßen (Bieberer, Mühlheimer) zu umfahren. Aber dafür eignet sich die historische Stahl-Konstruktion eigentlich nicht mehr – Tempo-30-Gebot und Lasten-Verbot belegen das.

Offenbach – Die Brücke ist weiter in einem schlechten Zustand und wird für Reparaturarbeiten von Montag, 7. Oktober, an für zwei Wochen komplett gesperrt.

Es ist nicht neu, es wird aber immer dringlicher: An der Stahlkonstruktion über die Eisenbahnstrecke Frankfurt-Bebra nagt der Rost, die Fahrbahn ist marode, Betonteile könnten abplatzen. Bei der jüngsten, alle sechs Jahre vorgeschriebenen Hauptprüfung, kam das Bauwerk nur knapp an einer zwangsweisen Sperrung vorbei: Auf der Beurteilungsskala von 1 bis 4 wurde der Zustand mit 3,6 bewertet – bei 4 dürfen keine Fahrzeuge mehr passieren.

Laskabrücke in Offenbach wird saniert: Lkw sollen wieder fahren

Als Konsequenz ist die Brücke seither für Fahrzeuge gesperrt, die schwerer als 3,5 Tonnen sind. „Jetzt soll die Laskabrücke mit Mitteln aus dem städtischen Haushalt so weit ertüchtigt werden, dass auch Lastwagen mit einem Gewicht bis 7,5 Tonnen dort wieder fahren dürfen“, sagt Bürgermeister Peter Freier. Die Arbeiten werden vom Stadtservice beauftragt.

Der Rost ist das Hauptproblem an der mehr als 100 Jahre alten Stahlkonstruktion. Das trifft vor allem die Tropftüllen, die an dem sogenannten Tonnengewölbe unter dem Brückenkörper hängen. Dieses Gewölbe ist der Unterbau der Fahrbahn. Ist diese intakt, sickert schlimmstenfalls bei Starkregen Wasser bis auf den Grund der Stahlkonstruktionen ab. Damit es sich dort nicht staut und von unten für Fahrbahnschäden oder Rost sorgt, wird es über die Tropftüllen als Notüberlauf abgeleitet.

Sanierung der Laskabrücke in Offenbach: Gefahr für den Zugverkehr vermeiden

Bei Fahrbahnschäden läuft aber so häufig Wasser durch die stählernen Tüllen, dass sie korrodieren und im schlimmsten Fall abfallen könnten – eine Gefahr für den darunter verlaufenden Zugverkehr, deshalb müssen die Fahrbahn saniert und Tropftüllen erneuert werden. In einer Mitteilung heißt es: „Auch der am Stahlgerüst verbaute Beton droht an einigen Stellen abzuplatzen. Hier werden die schadhaften Stellen abgeschlagen und erneuert.“

Während der Bauarbeiten besteht bei einigen Arbeiten die Gefahr, dass Bauteile herabfallen. Deshalb dürfen dann auf den jeweiligen Gleisen keine Züge fahren. Um den Bahnverkehr so wenig wie möglich zu beeinträchtigen, wird an diesen Stellen nachts gearbeitet, die jeweils darunter verlaufenden Gleise werden in Abstimmung mit der Bahn währenddessen gesperrt. Die Brückenreparatur wird insgesamt länger dauern als die Fahrbahn gesperrt ist.

Sonderbudget  für die Sanierung der Laskabrücke in Offenbach

Finanziert werden die Arbeiten aus dem von den Stadtverordneten beschlossenen Sonderbudget von jährlich 1,5 Millionen Euro für Verkehrswegesanierungen. Daraus wurden von der Abteilung Straßenunterhaltung unter anderem bereits die Brücken am Hainbach hinter der Stadthalle, der Erlensteg in Bieber und die Brücke am Friedhof Bieber ersetzt sowie die Schilderbrücke über die Bieberer Straße an der Kreuzung mit der Unteren Grenzstraße/Röhnstraße repariert.

„Dieses Sonderbudget von 1,5 Millionen Euro gibt es seit vergangenem Jahr. Es wurde bewusst geschaffen, um Straßen und Verkehrswege instand zu setzen, die schon seit Jahren auf der Sanierungsliste standen, für die aber nie Geld vorhanden war“, erklärt Bürgermeister und Stadtkämmerer Peter Freier. „Sofern das Stadtparlament zustimmt, wird dieses Sonderbudget auch in den kommenden Jahren zur Verfügung stehen. Der Magistrat wird das während der Haushaltsberatung vorschlagen.“

Der Stadtservice war in der Vergangenheit nur für die Prüfung der sogenannten Ingenieurbauwerke in Offenbach zuständig, nicht aber für deren Reparaturen. Mit dem Finanzierungsbeschluss hatte sich der Magistrat auch entschieden, für die Instandsetzung, beziehungsweise die Erneuerung, ebenfalls „die fachliche Kompetenz des Stadtservices zu nutzen“. (mk)

Die Linke-Fraktion fordert, die Planungen für eine Verbindungsstraße zwischen B448 und Mühlheimer Straße in Offenbach zu beenden.

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