Goetheschule

Die Luft wird dicker: Elternschaft startet Unterschriftenaktion für Sanierung

Knapp 100 Jahre hat die Goetheschule auf dem Buckel. Der Altbau an der Bernardstraße ist an vielen Stellen sanierungsbedürftig. Foto: msc

Stickige Luft, kein Schallschutz, ein nicht nutzbarer Gymnastikraum und die Mensa im Keller. Die Mängelliste der Goetheschule im Nordend ist lang. Das fast 100 Jahre alte Gebäude hält den Anforderungen für ein angenehmes Lernumfeld nicht mehr Stand.

Offenbach – Mit diesem Problem hat sich die Schulleiterin Gabriele Schranz bereits im vergangenen Jahr an die Öffentlichkeit gewandt.

Die Grundschule steht auf der Warteliste des Schulbausanierungsprogramms der Stadt. Im Zuge dessen fließen bis zum Jahr 2026 rund 384 Millionen Euro in die Sanierung und Erweiterung von Schulen und Kitas in Offenbach. Das schnelle Bevölkerungswachstum und die dadurch stark steigende Schülerzahl zwingen die Stadt zum Bau neuer Bildungseinrichtungen. Der habe auf der Liste Vorrang vor der Sanierung alter Gebäude, erläutert der Schuldezernent Paul-Gerhard Weiß (FDP). Eine Sanierung der Goetheschule sei ursprünglich für 2018/2019 vorgesehen gewesen, der Zeitplan habe sich jedoch verschoben.

Die Elternschaft der Goetheschule drängt auf eine schnelle Lösung. Um die Schulleiterin in ihrem Vorhaben zu unterstützen, hat der Elternbeirat im vergangenen Jahr eine „Sanierungs-AG“ gegründet. Die Mütter und Väter beklagen in erster Linie die schlechte Luft in den Klassenräumen. „Meine Tochter ist grundsätzlich nach der Schule müde und hat Kopfschmerzen“, berichtet Gina Seidel, Mutter einer Zweitklässlerin und Elternbeirätin der Goetheschule. Auch Kira Tadrowskis Töchter, sieben und neun Jahre alt, können sich im Unterricht kaum konzentrieren, beklagt die Vorsitzende des Elternbeirats.

Mit einer Unterschriftenaktion machen sie erneut auf das Problem aufmerksam. „Wir wollen signalisieren, dass die Lage so nicht länger haltbar ist“, sagt Tadrowski. Auf einem Informationsblatt haben sie die Mängel zusammengetragen. Konkret fordern sie:

Neue Fenster

Eine bessere Isolierung, die den Flug- und Straßenlärm sowie die Hitze draußen hält. Eine Messung der Firma „Medical Airport Service“ im Auftrag der Schule hat ergeben, dass der Kohlenstoffdioxid-Gehalt in den Klassenräumen zu hoch ist. Durch ihre enorme Größe würden die geöffneten Fenster bis weit in den Raum hineinragen, bemängeln Tadrowski und Seidel. Bei einem starken Luftstoß knallten sie den Kindern an den Kopf.

Schallschutz

Durch die hohen Decken im Altbau entstehe ein störender Nachhall. In Zeiten von Projektarbeit brauche es besonderen Schallschutz.

Notausgang aus dem Gymnastikraum

Der kleine Bewegungsraum kann seit zwei Jahren nicht genutzt werden, da ein Notausgang fehlt.

Eine neue Mensa

Die Kinder der Ganztagsschule essen im Keller zu Mittag – hinter vergitterten Fenstern bei wenig Tageslicht, niedrigen Decken und modrigem Geruch.

Die Mütter fühlen sich mit ihrem Anliegen von der Politik alleine gelassen. Mit ihren Forderungen hätten sie sich bereits an Paul-Gerhard Weiß und das Schulamt gewendet. „Es werden Zusagen getroffen, die nicht eingehalten werden“, kritisiert Kira Tadrowski.

Der Schuldezernent bittet die Eltern der Goetheschule um Geduld und verweist auf einen Beschluss des Magistrats vom 27. März, der die Einrichtung des benötigten Rettungswegs für 120 000 Euro in den nächsten drei Monaten vorsieht. Außerdem würden im Laufe des Jahres für den Schallschutz an den Decken im Altbau spezielle Platten angebracht. „Beide Projekte sind bereits eingetütet“, verspricht Weiß.

Mit einer Unterschriftenaktion ist die Elternschaft heute und am nächsten Donnerstag jeweils von 15 bis 20 Uhr auf dem Märktchen am Goetheplatz vertreten. Wer sich an der Online-Petition beteiligen will, kann dies hier.

Von Tamara Schempp

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