Gegründet auf 58 Bohrpfählen

An der Mathildenschule schafft ein fünfgeschossiger Anbau zusätzlich Platz 

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Bogen für die Mathildenschule: Der Entwurf erlaubt die relativ einfache Neuorganisation, so könnte etwa die Primarstufe im Anbau konzentriert werden.

Für die Stadt ist es unmöglich, alle Elternwünsche gleichzeitig zu erfüllen. Anfang des Monats sammelten Mütter und Väter Unterschriften, um die notwendige Sanierung der Goetheschule voranzubringen.

Offenbach – Stadtrat Paul-Gerhard Weiß hat vor zwei Wochen um Geduld gebeten. Diese haben auch Eltern an der Mathildenschule lange Zeit bewiesen. Jetzt, mit einer Verzögerung von etwa vier Jahren, beginnen dort die umfangreichen Bauarbeiten. Kosten: nahezu 25 Millionen Euro.

Die Schul-Erweiterung ist in der rasant wachsenden Stadt auch an dieser Stelle dringend notwendig, nachdem rundum – vor allem entlang der Friedhofstraße – in jüngster Zeit weitere Wohnungen entstanden sind. Nach Fertigstellung der Gesamtmaßnahme in gut vier Jahren werden in der Mathildenschule statt bisher etwa 830 dann rund 1000 Schüler an der „Verbundenen Schule“ mit Schwerpunkt Musik unterrichtet.

Schon im Februar hat sich der Baustart angekündigt: Auf dem östlichen Schulareal (Mathilden- / Ecke Arthur-Zitscher-Straße) wird das Baufeld freigeräumt. Nun erfolgte der offizielle Baubeginn für die sogenannte Bogen-Variante, die einen „städtebaulichen Akzent“ an der Spitze des Geländes setzen soll. Das aktuell zweistöckige Gebäude wird um einen fünfgeschossigen Bau in Form eines Bogens ergänzt, die Kubatur des Bestandsgebäudes bleibt dabei unangetastet, die räumliche Trennung zwischen Grundschule und Haupt- und Realschule gewährleistet. Weiterer Vorteil des Bogens: Der Entwurf, der aktuell umgesetzt wird, verbraucht relativ wenig der knappen Schulhofflächen.

Eine Schwierigkeit stellt dort der Offenbacher Untergrund, der Rupelton, dar (siehe Artikel Historie...) Die Architekten setzen für den Neubau nun auf eine Gründung mittels 58 Bohrpfählen mit Längen von bis zu 16 Metern. Die Fertigstellung des Erweiterungsneubaus ist für Februar 2021 geplant. Anschließend erfolgt die Sanierung des Bestandsgebäudes in drei Bauabschnitten.

Schwerpunkt ist hierbei die energetische Sanierung von Dach und Fassade sowie die Erneuerung der technischen Anlagen. Erweitert wird auch die vorhandene Mittagsversorgung durch eine moderne Versorgungsküche für bis zu 400 Essen täglich und einer neuen Mensa im Erdgeschoss des Erweiterungsneubaus. Hinzu kommen im Neubau mehrere zusätzliche Klassenräume, Differenzierungs- und Hausaufgabenräume sowie eine Schulbibliothek.

Wie eng es an der Mathildenschule zugeht, belegen übrigens folgende Überlegungen der Stadtverwaltung: Die erforderlichen Behinderten- und Besucherparkplätze sind nach Fertigstellung auf der Fläche hinter der Turnhalle anzulegen (derzeit vom Polizeirevier 1 genutzte Parkfläche). Die weiteren nach Stellplatzsatzung erforderlichen Stellplätze sollen auf dem Grundstück der Kirche Jesu Christi an der Artur-Zitscher-Straße nachgewiesen werden. Auf der restlichen Fläche hinter der Turnhalle sind die fehlenden Fahrradstellplätze zu errichten.

Der Beschluss der Stadtverordnetenversammlung zur Erweiterung und Sanierung der Mathildenschule erfolgte im vergangenen September. Hiernach werden bis 2023 24,5 Millionen Euro verbaut. Ein Teil fließt als Fördergelder aus dem Kommunalinvestitionsprogramm (KIP II): Die Stadt rechnet mit 2,7 Millionen Euro.

Infos: mathildenschule.de

VON MARTIN KUHN

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