Schule trifft Rathaus

Oberbürgermeister Felix Schwenke stellt sich Fragen von Edith-Stein-Schülern

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„Das Wichtigste ist, dass Politiker ehrlich sind“: Schwenke gibt sich im Gespräch mit den Jugendlichen offen.

Im Umgang mit Schülern ist Oberbürgermeister Felix Schwenke geübt.

Offenbach – Dass er vor seiner Zeit als hauptberuflicher Politiker Lehrer an der Rudolf-Koch-Schule war, kommt ihm durchaus zugute, als er sich auf Einladung des städtischen Kinder- und Jugendparlaments in der Edith-Stein-Schule sämtlichen Fragen stellt, die den Jugendlichen dort auf den Nägeln brennen.

„Die Veranstaltung haben die Schüler überwiegend selbst organisiert“ sagt Roberta Ferrante, seit Dezember Koordinatorin des Jugendparlaments. „Wir wollen die Distanz abbauen zwischen den Jugendlichen und der Stadtpolitik.“ Neun Schüler aus neunten Klassen der Haupt-, Realschul- und Gymnasialstufen der Edith-Stein-Schule dürfen dem OB in der Mensa daher ihre Fragen stellen.

Diese sind in vier Themenblöcke unterteilt: Persönliches, Offenbach allgemein, Schule allgemein und die Sanierung der Edith-Stein-Schule. Und so reicht das Themenspektrum, zu dem Schwenke sich vor einem Publikum von knapp 70 Schülern und Lehrern äußert, von Einfachem („Muss man als OB viel arbeiten?“) bis hin zu komplizierteren Fragen („Immer mehr Menschen kommen nach Offenbach, und die Mieten steigen – was kann man da tun?“).

„Das Wichtigste ist, dass Politiker immer ehrlich bleiben“, setzt Schwenke in seiner Antwort zur letztgenannten Frage an. „Ganz klar: Die Kommunalpolitik in Offenbach kann das nicht alleine lösen.“ Sie könne aber sehr wohl auf steigende Einwohnerzahlen reagieren. „Wenn mehr Leute herkommen, brauchen wir mehr Wohnungen. Sonst gehen sie nur an diejenigen, die das meiste Geld haben, und die anderen werden verdrängt.“ Lobend hebt Schwenke daher die zahlreichen Wohnungsbauprojekte in Offenbach hervor: Bieber Nord, Bürgel Ost, Goethequartier. „Auch in der Marienstraße, wo noch die Deutsche Post ist, werden bald 300 neue Wohnungen gebaut.“

Eine Schülerin hakt nach: „Aber wenn mehr Leute nach Offenbach ziehen, was passiert dann mit den Parkplätzen?“ Mehr Leute bedeuteten ja auch mehr Autos. „Auf diese kluge Frage gibt es keine vollständig zufriedenstellende Antwort“, räumt Felix Schwenke ein. „Ich kann den Platz nicht künstlich vermehren. Theoretisch könnten wir immer weiter Tiefgaragen bauen oder immer weiter in die Höhe.“ Das werde in Städten wie Tokio zwar gemacht, sei für Offenbach aber nicht in Planung. „Das heißt, wir werden nicht genügend Platz haben, dass alle Leute, die neu dazukommen, auch zwei Autos haben können – vor allem nicht, wenn sie in der Innenstadt wohnen.“ Er glaube aber auch, dass das ganz gut sei. Im Hinblick auf die Umwelt hält Schwenke ein allgemeines Umdenken in Sachen Mobilität für erforderlich.

Eine andere Schülerin spricht die Sanierung der Edith-Stein-Schule bis 2023 an. Sie fragt, was Schwenke noch über diese konkrete Sanierung hinaus an der integrierten Gesamtschule verbessern würde.

„Was auf der Hand liegt“, so Schwenke, „ist, dass eine Schule auch immer ordentliche Toilettenanlagen haben sollte. Eine, von der ich weiß: Die überlebe ich ohne Krankheit.“ Auch müsse es in Zukunft schnelles Internet in allen Klassenräumen geben. An der Edith-Stein-Schule ist das bislang nicht der Fall. Über einen modernen Glasfaseranschluss verfügt sie bislang nicht. In beiden Punkten – Toiletten und W-Lan – erntet der OB große Zustimmung aus dem Auditorium.

Auf die Frage, was für Projekte er für Offenbach geplant habe, muss Schwenke auf die städtischen Geldsorgen verweisen. „Ich würde mir zum Beispiel ein richtiges Hallenbad wünschen. Aber ich weiß, dass ich es mir niemals leisten kann – deshalb kann ich auch keines versprechen.“ Man müsse zunächst mehr Unternehmen nach Offenbach holen.

VON MARIAN MEIDEL

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