Lions Club zählt gut 1000 Besucher bei seinem Velobasar in den Messehallen

Offenbacher machen Jagd auf ihr Traumrad

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Rennräder in allen Farben waren auch in diesem Jahr wieder besonders beliebt. Das teuerste Modell, ein sogenanntes Weltreiserad, kostete rund 2 800 Euro. Das Besondere daran: ein USB-Anschluss und ein Riemenantrieb.

Ein harter Sitz, keine Gangschaltung und ein schiefer Gepäckträger. Mein rostiges Fahrrad hat mich zum nächstgelegenen Supermarkt und zurück gebracht. Längere Strecken? Unmöglich. Also muss ein neues her.

Offenbach – Dafür bin ich zu Besuch beim Fahrradbasar des Lions Clubs Offenbach Rhein Main.

Die Mitglieder der Vereinigung veranstalten die Verkaufsmesse seit 2009 jedes Jahr im Frühling zugunsten eines förderwürdigen Projektes. In diesem Jahr kommt der Verkauf dem Projekt „Malteser Medizin für Menschen ohne Krankenversicherung in Offenbach“ zugute. Der Markt ist beliebt: Im vergangenen Jahr standen 800 Fahrräder zum Verkauf, davon fanden rund 560 einen neuen Besitzer. „Das war Rekord“, sagt Stefan Rinke vom Orga-Team. In diesem Jahr seien es sogar 850 Velos. „Damit sind wir an der Kapazitätsgrenze.“ Erwartet werden rund 1000 Besucher, so viele wie noch nie zuvor.

Hunderte stehen hinterm Absperrband

12.30 Uhr. Hinter dem Absperrband vor der Verkaufshalle haben sich Hunderte versammelt. Rinke gibt den Startschuss, sofort stürmt die Masse los. Die Gänge zwischen den Fahrrädern füllen sich binnen Sekunden. „Das ist wie beim Schlussverkauf, schrecklich“, stöhnt eine Frau mitten im Gedränge.

Ich steuere die Abteilung „City“ an und suche hektisch die Reihen ab. Ein mattschwarzes Zweirad mit Retrolampe und einem Sitz aus Leder sticht mir sofort ins Auge. Ich träume schon von einer Tour auf der Regionalpark-Route von Rumpenheim aus den Untermain entlang Richtung Hanau, als mich plötzlich jemand von hinten antippt. „Entschuldigung, aber das hat meine Freundin schon reserviert“, sagt ein junger Mann mit Rennrad an der Hand und zeigt auf seine Begleiterin. Sie ist gerade mit einem ähnlichen Modell auf dem Weg zur Teststrecke.

Inspiriert vom Retro-Rennrad

Also laufe ich weiter. Inspiriert vom Retro-Rennrad meines Konkurrenten entdecke ich in der Abteilung „Sport“ ein Modell, bei dem ich mich schon mit 50 Sachen auf den Straßen sehe. Ich schaue mir ein paar weitere Renner genauer an und stelle ernüchtert fest: Mit 1,69 Metern Größe bin ich eindeutig zu klein dafür. Zurück bei den City-Bikes treffe ich auf Tati. Die Bauingenieurin steht neben einem roten Hercules-Rad älteren Semesters und grübelt: 60 Euro sind ihr dafür eigentlich zu viel. Sie hat schräg gegenüber noch ein grünes Modell facusiert, das allerdings von einer jungen Frau besetzt wird. „Das ist alleine ganz schön schwierig“, stimmt mir Tati zu. Wir tun uns zusammen und stellen im Gespräch fest: Wir sind Nachbarinnen. Kurzerhand verabreden wir uns auf ein Kennenlern-Bier und ich mache mich wieder auf die Suche.

Ein weißes Hollandrad mit einem großen Weidenkorb

Nächstes Zielobjekt: ein weißes Hollandrad mit einem großen Weidenkorb. Darauf sitzt Büsra und strahlt. Sie hat ihr neues Lieblingsstück gefunden. „Das sieht auch toll auf Fotos aus“, sagt die 25-Jährige. Ich freue mich mit ihr und versuche mein Glück auf der Teststrecke. Der Plan: Ein Ungewolltes beim Zurückbringen abgreifen.

Bilder: Besucher strömen zum Fahrradbasar des Lions Clubs

Bunte Puky-Kinderräder, ein Einrad, Fahrradanhänger, Mountainbikes und Retromodelle kommen mir entgegen. Es ist keines dabei, wofür es sich aus meiner Sicht zu kämpfen lohnt. Ich schlendere zum Service-Stand. Holger Pauly vom Lions Club stellt gerade einer Frau den Sattel auf die richtige Höhe ein. „Wir haben in diesem Jahr besonders viele Klappräder im Verkauf“, berichtet er. Außerdem interessant: Die Preisspanne der vormittags angenommenen Räder reicht von 50 bis 2 800 Euro. Im Durchschnitt geben die Basarbesucher aber nur rund 200 Euro für ein neues Modell aus.

38 Helfer haben alle Hände voll zu tun

Den Überblick behalten, abkassieren, Dynamo, Licht und Klingel überprüfen. Die 38 Helfer haben alle Hände voll zu tun. „Man ist froh, wenn man danach Urlaub hat, aber es macht Spaß“, sagt Stefan Rinke und lacht. Mein Magen beginnt zu grummeln, ich verlasse die Messehallen wieder – ohne ein neues Lieblingsrad. Den Weg zurück in die Redaktion gehe ich zu Fuß. Zum Glück gibt es ja noch das Internet. Und der nächste Besuch auf dem Fahrradbasar steht auch schon fest. Dann jedoch in Begleitung...

VON TAMARA SCHEMPP

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