Offenbach

Passgenaue Regelungen

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Familienfreundlich: Die Vertreter der ausgezeichneten Unternehmen und Institutionen sowie Mitglieder der Jury stellten sich vorm Büsingpalais zum Gruppenfoto auf. 

Acht Offenbacher Betriebe sind im Klingspormuseum für ihre Familienfreundlichkeit ausgezeichnet worden. Zum zweiten Mal ehrte die Stadt „vorbildliche und familiensensible Unternehmenskultur“. 

Offenbach – Zuschüsse zu Kitagebühren, die Kostenübernahme bei der Inanspruchnahme des Job-Tickets auch für Familienangehörige und intensive Kontaktpflege während der Elternzeit – etliche Offenbacher Unternehmen lassen sich etwas einfallen, um ihren Beschäftigten mit passgenauen Regelungen entgegenzukommen, wenn es um eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familienleben geht.

„Sie sorgen sowohl zum eigenen Nutzen, als auch im öffentlichen Interesse für ein Klima, in dem sich Fach- und Führungskräfte positiv entwickeln können“, lobt Stadträtin Marianne Herrmann, zugleich Vorsitzender der siebenköpfigen Jury, die acht Preisträger. Unter ihnen befinden sich vier, die bereits vor zwei Jahren mit der Auszeichnung „Uff. Familienfreundlich in Offenbach“ bedacht wurden.

Es handelt sich um die Optik Jung GmbH, die Facharztpraxis für Allgemeinmedizin Beyer und um die Ortho-Klinik Rhein-Main sowie die Adacor Hosting GmbH. Darüber hinaus werden das von Präsident Stefan Mohr und Vize Petra Schott-Pfeifer vertretene Amtsgericht, die Apotheke Zum Löwen, der Eigenbetrieb Kindertagesstätten Offenbach (EKO) und die Energieversorgung Offenbach (EVO) geehrt.

Beschäftigte sorgen für Angehörige 

Für Karin Dörr, Leiterin des städtischen Frauenbüros, bedeutet Familienfreundlichkeit insbesondere, dass Beschäftigte, die für Angehörige sorgen, nicht von einem erfolgreichen Berufsweg abgeschnitten werden. Um die betriebliche Unterstützung des Familienlebens zu fördern, hatte Dörr die Auszeichnung 2017 ins Leben gerufen. „Die aktuellen Preisträger zeichnen sich durch eine vorbildliche und familiensensible Unternehmenskultur aus, in der es selbstverständlich ist, Führungspositionen auch in Teilzeit auszuüben.“ Vergleichbares treffe auch auf Frauen zu, die infolge von Schwangerschaft ihre Ausbildung in Teilzeit-Form weiterführen könnten.

In einer 20-seitigen Broschüre werden die familienfreundlichen Offenbacher Unternehmen vorgestellt. Zu den aufgeführten Maßnahmen gehören etwa flexible Arbeitszeitmodelle, alternierende Telearbeit, ein mobiler Spielecontainer zur Kinderbetreuung im Betrieb, sowie bedarfsgerechte Familienzeiten und gegenseitige Vertretung bei familiären Notfällen. Das Heft gibt es auch in einer Internetversion zum Download auf der Website offenbach.de/familienfreundlich.

In einem Impulsreferat erläutert die Karlsruher Unternehmensberaterin und Diplom-Betriebswirtin Christiane Kuntz-Mayr, wie sich Familien noch gezielter unterstützen lassen. Nach ihrer Darstellung ergeben sich Win-Win-Situationen beispielsweise durch Elternguides als Ansprechpartner innerhalb eines Betriebes. „Wir erleben, dass unsere Idee der lokalen Vernetzung der Elternguides aufgeht. Sie lernen voneinander und schaffen auch unternehmensübergreifende Angebote“, sagt Kuntz-Mayer. Auf diesem Weg kämen besonders Beschäftigte von kleinen und mittelständischen Firmen in den Genuss von Vorteilen, die sonst eher Unternehmen und Organisationen mit vielen Beschäftigten genössen.

VON HARALD H. RICHTER

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