Offenbacher Buchhügel

Neues Polizeigelände: Verkauf ist ein Verlustgeschäft für die Stadt 

+
Neun Jahre sind zwischen Vertragsunterzeichnung und Kaufpreiszahlung für die 3,7 Hektar am Buchhügel ins Land gegangen.

Am Buchhügel in Offenbach soll das neue Polizeipräsidium entstehen. Von dem ursprünglichen Kaufpreis ist bei Stadt Offenbach kaum was hängen geblieben.

Offenbach – Gewinnerzielung, heißt es gestern auf Nachfrage, sei aber – im Gegensatz zu den Grundstücksverkäufen im Hafen oder im Baugebiet An den Eichen – auch nie die Absicht gewesen. Vielmehr habe die Sicherung des Polizeistandorts im Vordergrund gestanden, sagt Stadtwerke-Sprecherin Regina Preis.

Fakt ist: Von den 10,4 Millionen Euro, welche das Land vergangenes Jahr für den Kauf des rund 3,8 Hektar großen Grundstücks überwiesen hat, ist letztlich nicht mehr viel geblieben. Geschuldet ist das der langen Vorgeschichte des Neubaus für die Südosthessen-Ordnungshüter und den damit verbundenen Kosten, wie Stadtwerke-Chef Peter Walther bereits bei Vorstellung der Jahresbilanz angemerkt hatte.

Neues Polizeipräsidium in Offenbach: Kaufoption bis Ende 2012

Der ursprüngliche Vertrag über das Buchhügel-Areal zwischen Stadt, Stadtwerke Offenbach Holding (SOH) und Land datiert vom November 2009. Darin wurde festgelegt, dass das Land die Kaufoption bis Ende 2012 ziehen kann und die Stadtwerke das Areal bis dahin freizuräumen haben. Der Kaufpreis sollte aber erst erstattet werden, wenn ein Vertrag mit einem Investor unterzeichnet wäre. Während die vertragstreuen Offenbacher ihren Job erledigten, ließ man sich in Wiesbaden mit dem Projekt Zeit. 

Polizeipräsidium in Offenbach: 2021 soll es fertig sein

Lange war zunächst unklar, ob die öffentliche Hand nicht doch selbst baut. Im weiteren Verlauf – man hatte sich für die private Lösung entschieden – kam ein langwieriges und mit juristischen Auseinandersetzungen gespicktes Vergabeverfahren hinzu, so dass der Neubau nun erst im Frühjahr 2021 bezugsfertig sein wird – sechs Jahre später als geplant.

Polizeipräsidium in Offenbach: Neun Jahre gingen ins Land

Neun Jahre gingen von der Vertragsunterzeichnung Ende 2009 bis zur Kaufpreiszahlung 2018 ins Land. Die SOH musste dabei eine fünfmalige Verlängerung der Kaufoption für das Gelände verkraften, SOH-Geschäftsführer Peter Walther hatte etwa im Jahre 2016 den Kaufpreis schon fest auf der Habenseite in der Stadtwerke-Jahresbilanz eingeplant.

Die durch die Hängepartie entstandenen Kosten speisen sich laut SOH-Sprecherin Regina Preis aus mehreren Töpfen. So etwa aus der Unterhaltung des Areals, aus Steuern und Gebühren sowie Zinsverlusten. Konkrete Zahlen konnte Preis dabei nicht nennen. Bei den Unterhaltungskosten habe man sich darauf geeinigt, dass die Stadtwerke und das Land Hessen sie je zur Hälfte tragen.

Von Matthias Dahmer

Lesen Sie auch:

Stadtwerke-Bilanz noch positiv

Trotz der Aufgaben, welche die wachsende Stadt Offenbach mit sich bringt, konnte die Stadtwerke Unternehmensgruppe das Jahr 2018 mit einem Überschuss von 3,4 Millionen Euro abschließen. Die Perspektive ist weniger rosig. Nicht zuletzt wegen der Investitionen in den Nahverkehr.

Schlägerei in der Fußgängerzone: Streit eskaliert

Ein Streit in Offenbach eskaliert: Es kommt zur Schlägerei in der Fußgängerzone.

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Mehr zum Thema

Kommentare