Klinkerfassade statt Schandfleck

Rathaus-Plaza: Rund 80 Prozent bereits vermietet

Mit rötlichem Klinker soll das Rathaus-Plaza verkleidet werden. Visualisierung: VRL Architekten
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Mit rötlichem Klinker soll das Rathaus-Plaza verkleidet werden.

Glückwünsche für den Bauherrn, als die Stadtpolitik das Gebäude besichtigt: Fast könnte man meinen, dass am Donnerstag schon Eröffnung gefeiert wird im Rathaus-Plaza in der Frankfurter Straße.

Offenbach –  Doch dem ist nicht so, erst in einem halben Jahr soll der neue Einkaufs- und Bürotempel seine Pforten öffnen.

Gefeiert wird dennoch, und zwar eine Tür. Nicht irgendeine Tür, sondern die Verbindung zwischen Center und Rathaus-Tiefgarage. Durch diese Verbindung sollen die späteren Besucher unkompliziert von ihrem Parkplatz zum Einkauf, zur Arbeit oder zum Sport in das Gebäude gelangen. Mit ordentlich Getöse reißen Bauherr Andreas Blaschkowksi von der Real Equity Project GmbH, Oberbürgermeister Felix Schwenke (SPD) und Planungsdezernent Paul-Gerhard Weiß (FDP) im Untergeschoss symbolisch eine kleine Mauer ein, die den Durchgang versperrt.

Rathaus-Plaza in Offenbach: Öffentlichen Stellplätze fallen weg

Im städtebaulichen Vertrag aus 2017 ist diese Verbindung festgeschrieben: Drei der 30 öffentlichen Stellplätze der Tiefgarage fallen dafür weg. Planungsdezernent Weiß ist aber überzeugt, dass die verbleibenden Plätze dennoch für den Bedarf des neuen Centers ausreichen.

„In der Regel gibt es in der Tiefgarage zu den Zeiten, in denen Kunden für das Center kommen, gute Möglichkeiten zum Parken“, sagt er. Der Durchgang zur Tiefgarage werde nur zu den Ladenöffnungszeiten der Allgemeinheit zur Verfügung stehen, auch werde eine Kameraüberwachung installiert, sagt Blaschkowski. Damit könnten sich alle Besucher des Rathaus Plaza sicher fühlen.

Am Rathaus-Plaza in Offenbach wird noch fleißig gearbeitet 

Im und am Haus selbst wird noch fleißig gearbeitet, in den beiden Obergeschossen steht ein wahrer Wald aus hunderten metallenen Stützpfosten. Die Grundstruktur des Gebäudes lässt sich jedoch schon erkennen: Eine breite Fensterfront ist zur Frankfurter Straße hin ausgerichtet, im Inneren sind die Durchbrüche für Rolltreppen und der Schacht für den Aufzug fertig. Fünf Meter Deckenhöhe lassen die Räume schon jetzt groß wirken.

Mit rötlichem Klinker soll das Rathaus-Plaza verkleidet werden.

Von außen wird auch nichts mehr an den langjährigen Schandfleck der Frankfurter Straße, die heruntergekommene „City Passage“ erinnern. Statt wie einst grauer Beton wird rötlicher Klinker die Fassade schmücken. „Alle Mieter haben Fenster oder Zugang zur Frankfurter Straße“, sagt Blaschkowski.

Der 56-Jährige betont, dass rund 80 Prozent der Flächen bereits vermietet seien. Allerdings ist die Real Equity Project auch selbst Mieterin, und noch fehlen für zwei große Flächen wirksame Einzelhändler.

Rathaus-Plaza in Offenbach: „Gucci holen wir nicht nach Offenbach“

Angesichts der eher schwachen örtlichen Einkaufskraft sei an Mieter aus dem oberen Preisspektrum nicht zu denken. „Gucci holen wir nicht nach Offenbach“, sagt Blaschkowski, stattdessen setze er auf eine „Standardisierung des Offenbacher Einkaufsniveaus“. Wie berichtet, wird im Untergeschoss der Discounter Netto einziehen, zusätzlich soll dort entweder eine Drogerie oder ein Textilmarkt eröffnen. Im Erdgeschoss werden eine Reinigung, ein Nagelstudio und eine „Best-Worscht“-Filiale einziehen, außerdem wird die Frankfurter Sparkasse und ein Bekleidungsmarkt, der auch namentlich auf Familien spezialisiert ist, eröffnen. „Ich bin noch mit einem kultigen Gastronomen und einem Telekommunikationsunternehmen in Verhandlung“, sagt Blaschkowski.

Einen großen Teil der Erdgeschossfläche wird Blaschkowskis Unternehmen selbst nutzen. „Wir gehen hier mit unserer Verwaltung rein und werden einen Showroom einrichten“, sagt er. Für mindestens fünf, „aber eher zehn Jahre“ soll die Real Equity Project hier ihr Zuhause finden. „Ich habe nicht vor, das Gebäude zu verkaufen, das behalten wir“, sagt er.

Rathaus-Plaza in Offenbach: Hauptmieter im ersten im ersten Obergeschoss ist „Fitseveneleven“

Hauptmieter im ersten Obergeschoss wird der Frauen-Fitnessclub „Fitseveneleven“ sein, für die weitere Fläche ist er in Verhandlung mit „einem großen Einzelhändler, der 2018 einen Preis gewonnen hat“.

Im zweiten und dritten Stock wird der Büroflächenanbieter Regus Mieter sein. Laut Blaschkowski können bis zu 100 Arbeitsplätze im Bereich Start-Up dort entstehen. Eine Besonderheit ist der begrünte Innenhof der zweiten Etage, der von außen nicht zu sehen sein wird.

Vergessen ist an diesem Donnerstag der Ärger der vergangenen Monate: Blaschkowski hatte sich über mangelnde Unterstützung in Sachen Außengastronomie beklagt, außerdem gab es Unstimmigkeiten mit einer benachbarten Baustelle. „Als Kompromiss darf zu bestimmten Zeiten die Baustelle von der Frankfurter Straße aus angeliefert werden“, sagt Stadtrat Weiß, eine Außengastronomie werde vom Ordnungsamt geprüft.

VON FRANK SOMMER

Der Termin für die Eröffnung des Rathaus Plaza in Offenbach steht jetzt fest.

Rathaus-Plaza fast vollständig vermietet: Nach und nach verschwinden die Baugerüste, die Fassade aus rotem Klinker kann so mancher Fußgänger in der Frankfurter Straße schon erkennen.

Startschuss im neuen Einkaufscenter: Mit Ernsting’s Family hat das erste Geschäft im Rathaus-Plaza in Offenbach eröffnet. Die nächsten stehen schon fest.

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