Neues Konzept

Restaurant-Schiff "Backschaft" muss sich neu erfinden - der Grund überrascht

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Wegen Buchungs-Unsitte mit neuem Konzept: Das Restaurantschiff Backschaft hat seinen À-la-Carte-Betrieb aufgrund zu vieler nicht eingehaltener Reservierungen eingestellt.

Das Restaurant-Schiff „Backschaft“, das unweit des Messeparkplatzes am Mainufer vor Anker liegt, erfindet sich dieser Tage als Event-Schiff neu – gezwungenermaßen.

Offenbach – Seit Ende Dezember hat das À-la-Carte-Lokal an Bord geschlossen. Weil die Zahl der Gäste, die Plätze reservierten, dann aber nicht erschienen und auch nicht absagten, überhand nahm. Das haben Mitarbeiter des Gastronomiebetriebs im Gespräch mit unserer Zeitung berichtet.

„Diese No-Show-Geschichte war ein großer Faktor“, sagt Janina Schimmer, Event-Managerin der Backschaft. „No-Shows“, so nennt man in der Gastro-Branche die Reservierungs-Drückeberger. „Früher waren wir mehrfach ausgebucht“, erinnert sich Schimmer.

Restaurant-Schiff "Backschaft": Erst läuft das Geschäft zu gut, jetzt nicht mehr 

Tatsächlich sei das Geschäft lange Zeit so gut gelaufen, dass sich wohl herumgesprochen habe, es sei schwer, an Bord einen Platz zu ergattern. „Irgendwann haben die Leute angefangen, einfach auf gut Glück zu buchen.“ Schimmers Schilderungen zufolge hat dieses rücksichtslose Vorgehen inzwischen derart Schule gemacht, dass es für die Backschaft heute nicht mehr rentabel ist, den À-la-Carte-Betrieb aufrecht zu erhalten.

Mit dieser Erfahrung ist das Restaurant-Schiff am Mainufer nicht allein. „Das ist auch bei uns ganz schlimm“, bestätigt Dennis Albrecht, Geschäftsführer des Bar-Restaurants Morleos am Wilhelmsplatz. Die „Initiative Gastronomie Frankfurt“, zu der trotz des Namens auch Offenbacher Lokale wie die Backschaft oder das Tafelspitz gehören, beobachtet die neue Unsitte mit Sorgen. „Durch die Anonymität bei Online-Reservierungen nimmt das zu“, sagt Sprecher Michel van Goethem.

No-Shows treffen Restaurant-Schiff "Backschaft"

„In dem Moment, wo man am Telefon ein mündliches Versprechen abgibt, wird es schon schwieriger.“ Vor allem kleine Betriebe ohne viel Laufkundschaft würden von den No-Shows hart getroffen. „Solche, die vielleicht 20 Plätze haben, müssen jeden Platz mindestens einmal am Abend besetzt haben, um keinen Verlust zu machen.“

Aus diesem Grund beabsichtigt die Initiative, bei den Betrieben ihrer Mitglieder eine No-Show-Gebühr als Strafe fürs Nichterscheinen einzuführen. „Wir sind gerade dabei, das mit den entsprechenden Online-Reservierungsplattformen zu planen“, so van Goethem. „Jedem Gastronom wird es freigestellt sein, in welcher Höhe er diese Gebühr nimmt. Aber natürlich sollte es in einem sinnvollen Verhältnis zu den Preisen stehen.“

Neuer Veranstaltungskalender spätestens nach Ostern

Am Offenbacher Mainufer hat man auf die Situation mit einem neuen Konzept reagiert. Spätestens in der Woche nach Ostern will man einen Veranstaltungskalender präsentieren.

„Es wird das ganze Jahr über immer wieder Termine geben, an denen geöffnet ist“, erläutert Janina Schimmer. Und natürlich könne man das Schiff nach wie vor auch für private Veranstaltungen buchen. Medienberichten, denen zufolge der Frankfurter Party-Veranstalter Hans Romanov, früherer Miteigentümer des Yachtklubs, nun mit der Backschaft kooperiere, widerspricht Schimmer allerdings vehement.

„Hans Romanov spielt keine Rolle an Bord“, betont sie. „Das waren falsche Informationen, die da in der Weltgeschichte erzählt wurden.“ Sie könne keinesfalls bestätigen, dass eine Zusammenarbeit geplant sei. Natürlich könne Romanov das Schiff für Veranstaltungen anmieten, aber dann sei er eben nicht Partner, sondern Kunde.

VON MARIAN MEIDEL

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