Medizinisches Angebot erweitert

Sana Klinikum steigert Gewinn und besetzt sieben Chefarztposten neu

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Seit April in Betrieb: Das neue Sana-Verwaltungsgebäude an der Lortzingstraße. Links im Hintergrund: Der alte Verwaltungsbau (Reinhold-Latzke-Haus), der einer Erweiterung des zentralen Klinikgebäudes weichen wird.

Gemessen am symbolischen Euro, den der Sana-Konzern im Mai 2013 für den Kauf des damals kommunalen Offenbacher Krankenhauses bezahlt hat, ist es ein zunehmend lohnendes Geschäft: Die gestern vorgestellte Bilanz für 2018 weist für das Sana Klinikum Offenbach einen Umsatz aus, der die 200 Millionen-Marke überschritten hat.

Offenbach – Mit exakt 210,721 Millionen konnte gegenüber 2017 ein Plus von rund zwölf Millionen erwirtschaftet werden. Der Gewinn nach Steuern beläuft sich auf knapp 4,4 Millionen Euro, eine Steigerung um 303.000 Euro gegenüber dem Vorjahr. So kann denn auch Geschäftsführer Sascha John zusammen mit dem Leitungsteam des Klinikums verkünden: „Wir sind zufrieden mit dem wirtschaftlichen Ergebnis“. Für 2019 geht er davon aus, dass das Ergebnis gehalten, wenn nicht gar verbessert werden kann.

Im größten Haus des bundesweit tätigen Sana-Konzerns lag 2018 der Fokus auf der Erweiterung des medizinischen Angebots, der Neubesetzung von Chefarztposten sowie der Personal-Rekrutierung. Das Krankenhaus der Maximalversorgung, das 2013 noch über 16 Kliniken verfügte, ist im vergangenen Jahr um zwei weitere Fachrichtungen gewachsen. Mit den Kliniken für Kinderchirurgie und Pneumologie sind es nun 21. Altersbedingt kam es in sieben Kliniken zu Wechseln auf der Chefarztposition. „Mit der Neubesetzung konnten wir Teams und Leitungen erfolgreich in die bestehenden Abläufe und Strukturen integrieren“, sagt der Ärztliche Direktor Professor Norbert Rilinger.

Modernisierung der medizin-technischen Ausstattung: Mehr als fünf Millionen Euro investiert

Mehr als fünf Millionen Euro hat Sana in die Modernisierung der medizin-technischen Ausstattung investiert. Zusätzlich zu zwei neuen Linearbeschleunigern in der Strahlenklinik ist Geld unter anderem in eine Multifunktionsröntgenanlage und in ein weiteres Operationsmikroskop geflossen.

Die Zahl der stationär behandelten Patienten ist geringfügig um 243 (0,6 Prozent) auf 38.828 zurückgegangen. Die Kaufmännische Direktorin Melanie Zöller erklärt das mit dem bundesweiten Trend zu ambulanten Operationen. Dass man dennoch ein Umsatzplus vermelden kann, sei dem Umstand geschuldet, dass die Schwere der zu behandelnden Krankheiten zugenommen habe.

Auf hohem Niveau ist auch die Zahl der Patienten in der größten Notaufnahme Hessens gesunken: Rund 46.000 Erwachsene wurden 2018 dort behandelt, ein Minus von drei Prozent. Hier mache sich offenbar die verstärkte Aufklärung darüber bemerkbar, dass es für wenig schwerer Fälle auch andere Anlauf-stellen im ambulanten Bereich gebe, so Zöller.

Die Sana-Spitze (von links): Ärztlicher Direktor Professor Norbert Rilinger, Pflegedirektor Nils Dehe, Kaufmännische Direktorin Melanie Zöller und Geschäftsführer Sascha John.

Nils Dehe, seit Januar Pflegedirektor am Sana-Klinikum, sieht im stark umworbenen Ballungsraum Rhein-Main einen ungebrochenen Bedarf an qualifizierten Pflegekräften. „Schon jetzt setzen wir verstärkt auf den eigenen Nachwuchs“, betont Dehe. Mit knapp 300 Auszubildenden pro Jahr zählt das Klinikum, das knapp 2000 Mitarbeiter beschäftigt, zu den größten Ausbildungsbetrieben der Region. Personal wird laut Dehe aber auch nach wie vor im Ausland rekrutiert. In der Vergangenheit kamen Pflegekräfte unter anderem aus Spanien, Vietnam und Brasilien.

Ausbildung von Medizinischen Fachangestellten, Hebammen und Krankenpflegehilfe

Zusätzlich zu den bereits bestehenden Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten wurde bei Sana 2018 mit der Ausbildung von Medizinischen Fachangestellten, von Hebammen und in der Krankenpflegehilfe begonnen.

Auch das ambitionierte, rund 100 Millionen Euro umfassende Programm in Sachen Bautätigkeit lief bei Sana bislang wie vorgesehen: Im April konnten der neue, 4,5 Millionen Euro teure Verwaltungsbau an der Lortzingstraße sowie die erweiterten OP-Säle im Zentralbau in Betrieb genommen werden. Es folgen der Abriss des alten Verwaltungsgebäudes (Reinhold-Latzke-Haus), das einem fünften Finger des kammförmigen Zentralbaus weichen wird. Dort wird dann die bislang noch im Keller des alten Klinikum-Hochhauses untergebrachte Zentral-Apotheke umgesiedelt. Das markante alte Bettenhaus, sichtbarstes Zeugnis des ehemaligen kommunalen Stadtkrankenhauses, wird indes nicht vor dem Jahr 2023 fallen.

VON MATTHIAS DAHMER

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