Mord in der Mittelseestraße?

Spur führt nach Offenbach: Diese Serie wird hier gedreht

Drehpause am Filmset an der Ecke Mittelsee-/Hospitalstraße: Die Schauspieler Antoine Monot, Jr. und Wanja Mues drehen gerade eine Szene vor dem „Hotel Central“, das für die Serie in „Hotel Venus“ umbenannt wurde. Foto: SCHEMPP
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Drehpause am Filmset an der Ecke Mittelsee-/Hospitalstraße: Die Schauspieler Antoine Monot, Jr. und Wanja Mues drehen gerade eine Szene vor dem „Hotel Central“, das für die Serie in „Hotel Venus“ umbenannt wurde.

Mord in der Mittelseestraße? Die ZDF-Serie „Ein Fall für zwei“ ist zurück und dreht Szenen für die neue Staffel in der Innenstadt. Bei einem Besuch am Filmset entpuppen sich die beiden Hauptdarsteller als Fans des Hafens – und sind neugierig auf die hiesigen Fitness-Studios.

Offenbach – Mittagszeit, 13 Uhr. Auf der Mittelseestraße an der Ecke zur Hospitalstraße ist ungewöhnlich viel los. Anwohner strecken neugierig ihre Köpfe aus den Fenstern. Passanten huschen vorbei, Autos biegen im Sekundentakt ab. Ihren Weg versperrt eine 35-köpfige Filmcrew, die sich vor dem „Hotel Central“ positioniert hat.

Vor der pinken Fassade des Hauses entstehen gerade Szenen für zwei Folgen der sechsten Staffel der ZDF-Krimiserie „Ein Fall für zwei“. Für den Dreh wurde das Haus mithilfe eigens angefertigter Schilder in ein anrüchiges „Hotel Venus“ verwandelt. Hauptset ist eine Wohnung im ersten Stock im Haus gegenüber. Eine Woche lang wuseln Statisten, Kameraleute, Maskenbildner und Tontechniker am Filmset in der Innenstadt hin und her. Regisseurin Uljana Havemann probt mit den beiden Hauptdarstellern Antoine Monot, Jr. und Wanja Mues drei, viermal eine Szene. Dann fällt der Startschuss für die Kamera: „Und bitte!“

Nach einer hitzigen Debatte vor dem Hotel mit seinem Partner Leo Oswald steigt der Anwalt Denni Hornberg auf sein Fahrrad und fährt ein kurzes Stück um die Ecke. Dabei kommt er unbeteiligten Autofahrern in die Quere, die abrupt anhalten. Irritierte Passanten sind nicht die einzigen Hindernisse am Set. „Wir haben wieder Fluglärm“, ruft die Tonfrau dem Team zu. „Wir cutten und setzen neu an“, delegiert Regisseurin Havemann. Also auf Anfang. „Ihr sagt, wenn ihr lauft?“ will Antoine Monot wissen und positioniert sich mit seinem Fahrrad wieder bei seinem Filmpartner.

Als einer der Drehorte für den Frankfurter Krimi wurde Offenbach schon mehrmals ausgewählt, erläutert Produzent Vitus Reinbold. Das Filmteam war im vergangenen Jahr in der Rudolf-Koch-Schule zu Besuch und drehte auch schon auf der Baustelle der Hafeninsel. Ein sogenannter Locationscout sucht die Schauplätze zuvor passend zu den Anforderungen heraus. „Die Kulisse muss dieses Mal viel leisten: Wir brauchten eine große Wohnung mit Blick auf die Straße“, erläutert Reinbold und verrät: „In der Wohnug wird eine sehr wichtige Szene im letzten Drittel der Folge gedreht.“

Neugierig beobachtet ein Nachbarsjunge die Szenerie. Er wohnt in der Mittelstraße und ist großer Fan von Krimis wie der Sat.1-Serie „Ruhrpottwache“. „Wurde schon jemand erschossen?“, will der 13-Jährige vom Produzenten wissen. Vitus Reinbold lacht und bewahrt – selbstverständlich – Stillschweigen.

Drehpause. Die Schauspieler dürfen durchschnaufen. Als Nebendarsteller bereitet sich Axel Stein auf die nächste Szene vor. Antoine Monot, Jr. und Wanja Mues ermitteln als Benni Hornberg und Leo Oswald im sechsten Jahr. Offenbach „verfolge“ ihn von Beginn an, erzählt Monot und zeigt sich als Fan der Stadt. „Ich bin immer wieder gerne in Offenbach. Wir sind seit rund fünf Jahren hier und es ist toll zu sehen, wie sich Offenbach entwickelt. Was da am Main entlang passiert, ist spannend.“ Besonders beeindrucke ihn die Verwandlung der Stadt. Sein Lieblingsplatz? Der neue Hafen. „Ich kann mir vorstellen, dass das ein schöner Ort werden kann.“

Wanja Mues kann das hartnäckige Offenbacher Image einer Gangster-Stadt nicht bestätigen. „Als einer, der aus dem hohen Norden kommt, habe ich von einem Offenbacher Getto noch nie etwas gehört.“ Sein Eindruck: „Die Leute sind wahnsinnig freundlich und empfangen uns mit offenen Armen.“ Während der Dreharbeiten für die vergangene Staffel durfte sich Mues bereits auf der Baustelle der Hafenanlage nützlich machen. Für seinen Job als Schauspieler hält sich der 45-Jährige fit. „Ich überlege, ob ich hier in Offenbach mal Crossfit ausprobiere, mir wurde ein Studio ans Herz gelegt.“

Vielleicht sieht man die TV-Stars also bald häufiger auf den Straßen der Lederstadt – auch privat.

Von Tamara Schempp

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