Licht und Schatten 

Sozialbericht da: Weniger Arbeitslose, aber weiter hohe Kinderarmut 

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Kinderarmut ist in Offenbach weiter ein großes Thema. 

In Offenbach ist die Zahl der Arbeitslosen gesunken, die Kinderarmut bleibt weiter ein großes Problem. Das und mehr sagt der Sozialbericht. 

Offenbach - Die Stadt wächst. Und zwar nicht mehr allein durch Zuwanderung, sondern auch durch den Zuzug von Besserverdienenden. Die Zahl von fast 140 000 Einwohnern und die gute Konjunktur machen sich inzwischen positiv in der Sozialstruktur bemerkbar. Dem Sozialbericht für 2018 ist zu entnehmen, dass der Anteil der Menschen mit einem festen Job auf 47 700 (61,2 Prozent) gestiegen ist. Bemerkenswert ist die hohe Beschäftigungsquote bei Ausländern, die mit 58,8 Prozent mehr als neun Punkte über dem hessischen Durchschnittswert liegt.

Offenbach: Weniger Arbeitslose 

Die Arbeitslosenquote in Offenbach ist gegenüber dem Vorjahr leicht auf 8,9 Prozent gesunken. Auch die Zahl der Leistungsempfänger nach dem Sozialgesetzbuch II (SGB) hat um mehr als 1200 auf 16 500 Personen gegenüber dem Vorjahr abgenommen. Es wurden 95,2 Millionen Euro ausgezahlt, das sind knapp sechs Prozent weniger als 2017.

Auch die Kinderarmut ist rückläufig, aber sie ist immer noch sehr hoch. Mehr als 6000 Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren bezogen SGB-II-Leistungen. In 3248 Bedarfsgemeinschaften lebten Kinder und Jugendliche. Im überregionalen Vergleich weist Offenbach mit 43 Prozent einen besonders hohen Anteil von Bedarfsgemeinschaften mit Kindern auf. Der Durchschnitt in Frankfurt beträgt 36,3 Prozent, in Darmstadt 39,9 Prozent.

Die Bekämpfung der Armut von Kindern und Jugendlichen werde auf absehbare Zeit eine der wichtigsten Inhalte der Sozial- und Bildungspolitik in Offenbach sein, kündigte Sozialdezernentin Sabine Groß (Grüne) bei der Vorstellung des Sozialberichts an. Sie sprach aber auch von einem positiven Strukturwandel, der sich auch der Verwirklichung zahlreicher Neubauprojekte verdanke.

Meiste Migranten Deutschlands in Offenbach 

Fast ein Drittel aller erwerbsfähigen Leistungsberechtigten nach SGB II waren nicht arbeitslos. Doch das Einkommen reichte in vielen Fällen aufgrund von Teilzeit, niedriger Entlohnung oder einer großen Zahl von Familienmitgliedern nicht aus.

Offenbach ist die Stadt mit dem höchsten Migrantenanteil in Deutschland, er beträgt 63,8 Prozent der Gesamtbevölkerung. Nach Angaben der Sozialdezernentin ist „bei vielen Nationalitäten ein teilweise deutlicher Rückgang der Leistungsberechtigten nach SGB II“ festzustellen. Das treffe auf Rumänen, Polen, Pakistaner, Litauer und Griechen zu. Groß zufolge gelingt es vielen Zuwanderern nach anfänglicher Arbeitslosigkeit, Geld zu verdienen. Problematisch sei weiter die hohe Rate von Menschen aus Bulgarien (31 Prozent), die auf Unterstützung angewiesen seien.

Der Sozialbericht enthält auch Informationen über die Wohnungs- und Obdachlosigkeit. Die Zahl der Übernachtungen in Notunterkünften stieg 2018 um 10,7 Prozent auf 196 010 Übernachtungen. Hintergrund für diese Entwicklung sei der schwierige Wohnungsmarkt, der dazu führe, dass Menschen länger in den Notunterkünften bleiben müssten, heißt es. Die Kosten beliefen sich 2018 auf 3,6 Millionen Euro (Vorjahr 3,2 Millionen), sie werden teilweise vom Bund erstattet.

Von Agnes Schönberger 

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