HfG-Studentin Clara Sipf

Gipswerkstatt als bevorzugter Arbeitsplatz

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Clara Sipf bei der Arbeit

Offenbach - Künstler müssen sich bisweilen durchschlagen und haben es nicht leicht, ihr Brot zu verdienen. Dass es sich dennoch lohnt, etwas Kreatives zu studieren, zeigt eine Webserie der Hochschule für Gestaltung Offenbach (HfG). Von Eugen El

Filmemacher Daniel Herzog, selbst Absolvent, hat Studierende getroffen, um sich mit ihnen über Projekte zu unterhalten. Und über ihre Entscheidung, Kunst zu studieren. Nun ist im Internet die erste Episode zu sehen (hfg. jetzt und auch auf op-online. de). Im Gespräch: Clara Sipf.
„Man muss schnell und instinktiv arbeiten“, sagt Sipf, während sie Gips für eine Skulptur anmischt. Das Material härtet nämlich innerhalb weniger Minuten. Sipf, 21 Jahre alt und gebürtige Frankfurterin, fügt hinzu: „Man hat nie saubere Hände.“

Seit 2015 studiert sie Kunst an der HfG. Ihr bevorzugter Arbeitsplatz ist die Gipswerkstatt im Untergeschoss: „Hier habe ich Zeit für mich alleine.“ Die Kommilitonen helfen sich dort aber auch gegenseitig, ergänzt sie. In der Werkstatt lagern einige Gipsskulpturen, Leinwandarbeiten, aber auch Tonmodelle für Sipfs aktuelles Vorhaben.

Für eine Stipendienbewerbung bei der Studienstiftung des deutschen Volkes möchte sie zwei Marmorskulpturen herstellen. Zwei Blöcke stehen dafür schon bereit. Ihrer künstlerischen Arbeitsweise will Sipf dabei treu bleiben: „Alles ist figürlich.“

Im Oktober präsentierte sie ihr Vordiplom. In der Kapelle des Isenburger Schlosses zeigte Sipf fünf sitzende Gips- und Lehmfiguren sowie ein Wandgemälde, das die Geschichte der Figuren erzählte. „Andacht“ war Motto der Arbeit. Das Thema habe sie nicht religiös aufgefasst, erzählt Sipf. Es sei ihr um Andächtigkeit im Sinne von „an etwas denken“ gegangen.

Ihre Projekte bespricht Sipf meist mit Heiner Blum, Professor für Experimentelle Raumkonzepte: „Er ist mein Ansprechpartner für alles.“ Ihre Arbeiten zeigt sie auch Christian Janecke, der an der HfG Kunstgeschichte lehrt. Überhaupt ist Sipf den Theoriefächern zugeneigt: „Alles, was wir hier machen, interessiert mich.“

Im Hauptstudium möchte Sipf daran arbeiten, Malerei und Skulptur zu verbinden. Sie hat schon mit dem Auftragen von Gips und Lehm auf Leinwand experimentiert. Für das Lichtkunstfestival „Luminale“, das Mitte März in Frankfurt und Offenbach stattfindet, arbeitet Sipf an einer Öllampe aus Ton. Im Mai nimmt sie zudem an der 9. Auflage des „Festivals der jungen Talente“ in Frankfurt teil.

Bis zum Diplom strebt Clara Sipf ein Auslandssemester an der Kunsthochschule Bukarest an. Die HfG sieht sie als einen „guten Ort, um anzufangen, um herauszufinden, was man künstlerisch machen will“.

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