Offenbach

Rot ist das neue Schwarz: Offenbachs geht mit neuen Tüten in die Hundekot-Offensive

Ein Hund verrichtet sein Geschäft auf einer Wiese. Damit die Hundehalter sich um die ordnungsgemäße Entsorgung der Hinterlassenschaften kümmern, ändert die Stadt Offenbach ihr Konzept.
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Ein Hund verrichtet sein Geschäft auf einer Wiese. Damit die Hundehalter sich um die ordnungsgemäße Entsorgung der Hinterlassenschaften kümmern, ändert die Stadt Offenbach ihr Konzept.

Die Offenbacher Stadtwerke testen einen neuen Ansatz zur Lösung des Hundekotproblems. Beutel in Signalfarben sollen die Hemmschwelle bei Hundehaltern erhöhen.

Offenbach – Es scheint ein Rätsel zu sein, welches nicht nur die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Straßenreinigung und des Grünwesens der Stadt Offenbach beschäftigt. Warum, so fragt man sich, so manche Hundehalterin oder -halter den Kot ihres Tieres erst sorgfältig in einen Plastikbeutel wickeln, um diesen dann nicht in eine Mülltonne zu werfen, sondern ihn einfach in der Landschaft zu entsorgen.

Mitarbeiter der Stadtwerke Offenbach haben allein im Frühjahr vergangenen Jahres bei einer Aufräumaktion im Feld nahe „An den Eichen“ rund 700 solcher gefüllter Beutel aufgesammelt. Daraufhin wurde dort ein Abfallbehälter aufgestellt.

Offenbach: Ordnungswidrigkeiten mit Kraft der Farbe eindämmen

Die Stadtwerke Offenbach gehen nun einen anderen Weg, um diese Ordnungswidrigkeiten einzudämmen. So werden die an den Spendern im Stadtgebiet kostenlos erhältlichen Beutel für Hundekot nun nicht mehr dezent schwarz sein - sondern signalrot.

„Wir hoffen, dass wir damit die Hemmschwelle erhöhen, die deutlich sichtbaren Beutel illegal ins Gebüsch im Stadtgebiet oder in die Landschaft zu entsorgen“, sagt Christian Loose, stellvertretender Eigenbetriebsleiter der Stadt Offenbach. Anstatt den diskreten schwarzen Beuteln sollen die Signalroten den Effekt haben, als illegaler Abfall herauszustechen. Dies soll Hundebesitzerinnen und -besitzer davon abhalten, die Umgebung bedenkenlos zuzumüllen.

Ein Spender für die Hundekottüten samt neuer Tüten in Offenbach.

Hundekot-Offensive: Stadt Offenbach bestellt 2 Millionen rote Tüten

Derzeit sind in Offenbach 4324 Hunde gemeldet, wie viele davon tatsächlich Gassi gehen, lässt sich kaum sagen. Aus den 70 städtischen Spendern für Hundekottüten in Offenbach werden pro Jahr rund 1,6 Millionen Tüten entnommen. Von den neuen roten Beuteln haben die Stadtwerke für rund 12.000 Euro zunächst zwei Millionen Stück bestellt.

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Die neuen Tüten für Hundehalter in Offenbach sind zwar auffälliger, aber nicht recycelbar: „Unser Ziel ist es, dass die Leute die Beutel ordnungsgemäß in die Abfallbehälter oder die Restmülltonnen entsorgen. Wären die Tüten recycelbar, würden sie ja erst recht bedenkenlos in die Landschaft geworfen und wir hätten den Kot doch wieder in der Natur oder unseren städtischen Anlagen“, sagt Christian Loose. Richtig entsorgt werden die eingetüteten Haufen in die öffentlichen Abfallbehälter oder in der Restmülltonne. Auch in Dietzenbach (Kreis Offenbach) sorgt die Problematik mit den Hinterlassenschaften der Hunde für Unmut.

Tierische Exkremente dürfe unter keinen Umständen in der Biotonne entsorgt werden: Diese Abfälle werden in einer speziellen Biokompostanlage vergoren. Dabei wird Gas gewonnen und die Reste landen dann als Kompost auf Beeten und Äckern. (Lukas Zigo)

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