Öffnung nach Corona-Pause

Hygiene-Regeln an Schule: Alle 15 Minuten wird gelüftet

Mit Plakaten weist etwa die Humboldtschule auf die Abstandsregeln hin. Foto: Meidel
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Mit Plakaten weist etwa die Humboldtschule auf die Abstandsregeln hin.

Trotz der Corona-Krise besuchen ab Montag wieder mehr Kinder die Schulen in Offenbach. Alle Regeln einzuhalten, wird eine Herausforderung. 

  • Großteil derSchüler in Offenbach geht am Montag – zumindest tageweise – wieder zur Schule
  • Strenge Hygiene-Maßnahmen aufgrund der Corona-Pandemie
  • Schulen bereiten sich vor

Offenbach – Seit Ende April werden Schüler der Abschlussklassen wieder unterrichtet, am Montag sollen auch mit Ausnahme der Erst- bis Drittklässler alle weiteren Schüler wieder – zumindest tageweise – Unterricht in den Schulgebäuden haben.

Damit dies trotz der unverändert gebliebenen Corona-Lage geschehen kann, waren umfangreiche Reglementierungen an den jeweiligen Schulen zu treffen. „Noch bevor das Land uns Vorgaben für eine Schulöffnung gemacht hat, kam das staatliche Schulamt auf uns als Stadt zu, damit wir Grundlagen für eine Wiederaufnahme des Unterrichts erarbeiten“, sagt Schuldezernent Paul-Gerhard Weiß unserer Zeitung. Inzwischen hat auch das Kultusministerium ein neunseitiges Papier mit Hygiene-Vorgaben veröffentlicht.

Corona-Krise in Offenbach: Jede Schule hat eigenen Hygiene-Plan

Wichtigstes Merkmal neben der Pflicht zum Abstandhalten ist, dass jede Schule gemäß ihren baulichen und räumlichen Gegebenheiten einen eigenen Hygiene-Plan hat. Wenn etwa, wie an der Albert-Schweitzer-Schule, die Raumgröße nicht die vom Land genehmigten 15 Schüler pro Klassenraum zulässt, dann dürfen nur maximal zehn Schüler im Raum sein.

Die Schulen selbst gehen unterschiedlich vor, um ihre Schüler auf die neuen Regeln vorzubereiten: An der Humboldtschule etwa weisen an den Eingängen große Banner auf den richtigen Abstand hin. Damit will Leiterin Hafize Sucu den Kindern auch optisch verdeutlichen, wie Begegnungen auf dem Gelände in Zukunft aussehen werden.

Markus Tumbrink, Leiter der Marienschule, hat dagegen ein knapp vierminütiges Video gedreht und auf die Internetseite der Schule gestellt, in welchem er erklärt, wie das Verhalten künftig im Klassenraum, in den Fluren oder im Pausenhof auszusehen hat. So dürfen Schüler nur nach Klassen getrennt bestimmte Toiletten nutzen, außerdem achten Lehrer vor den Toiletten darauf, dass nur ein oder zwei Schüler gleichzeitig in den Räumen sind.

Aufgrund der Corona-Pandemie tageweise Unterricht zu unterschiedlichen Zeiten

„Das Gebäudemanagement hat dafür gesorgt, dass ausreichend Flüssigseife und Papierhandtücher an Schulen vorrätig sind“, sagt Weiß. Außerdem müssten mindestens zweimal am Tag die Handläufe von Treppengeländern, Türklinken oder Wasserhähne desinfiziert werden. Gerade für jüngere Schüler sei wichtig, dass gemeinsam eingeübt wird, dass bei Betreten des Raumes die Hände zu waschen sind. „Alle unsere Klassenräume sind mit Waschbecken ausgestattet“, sagt Weiß. „Schüler, die in Containern unterrichtet werden, müssen sich die Hände desinfizieren.“ Wenn Räume von mehreren Klassen genutzt werden, so müssen nach jedem Wechsel alle „personennahen Oberflächen“, also Tische und Stühle, gereinigt werden.

Wenn möglich, sollen die Schüler auch nur die ihren Klassen zugeordneten Zugänge zur Schule benutzen. Außerdem haben die Klassen zeitlich versetzt Unterrichtsbeginn, erklärt Weiß. So soll vermieden werden, dass gerade morgens zu Schulbeginn oder zu den Pausen viele Schüler aufeinandertreffen. „Bis zu den Sommerferien wird es wohl auch auf einen tageweisen Unterricht zu unterschiedlichen Zeiten hinauslaufen“, sagt Weiß. Da die Klassen geteilt werden müssen, um die Obergrenze an Personen in einem Raum einzuhalten, mangele es an Klassenräumen. Also wird an einigen Tagen schichtweise in der Schule unterrichtet, während an anderen Tagen die Schüler zuhause lernen. Durch exakte Raumbelegungspläne bleibt nachvollziehbar, wer mit wem in einem Klassenraum sitzt – wichtig für eine spätere Infektionskettennachverfolgung, sollte es zu einem Infekt kommen.

Alle Klassenräume werden aufgrund der Corona-Pandemie alle 15 Minuten gelüftet

Während im Unterricht keine Gesichtsmasken getragen werden müssen, sind die Schüler angehalten, auf den Fluren und in den Treppenhäusern Mund-Nasen-Schutz zu tragen. „Das wird nach den Berichten der Schulen auch bisher recht gut eingehalten“, sagt Weiß.

Dass es unter den Eltern noch immer viele Fragen gibt, konnte der Schuldezernent am Donnerstag bei einer Elternkonferenz an der Bieberer Mauerfeldschule erleben. Gemeinsam mit dem Leiter des Gesundheitsamtes stellte er sich den Elternfragen. „Der städtische Verwaltungsstab und das Gesundheitsamt werden deshalb zu beginn kommender Woche für alle Eltern und Schüler eine Information herausgeben, um Fragen rund um die Schulöffnung zu klären“, sagt Weiß.

Darin wird dann etwa erläutert, dass alle 15 Minuten die Klassenräume gelüftet werden müssen, um das Risiko einer Ansteckung durch Raumluft zu minimieren. Oder es gibt Tipps, wie die Kinder zur Schule gebracht werden sollen. „Am Montag werden die Busintervalle wieder hochgefahren, damit nicht zu viele kinder gleichzeitig in den Bussen sind“, sagt Weiß. Er selbst empfiehlt aber, den Schulweg eher zu Fuß oder mit Rad zurückzulegen.

„Wir müssen uns an eine neue Zeit gewöhnen, in der wir erst einmal mit dem Virus leben müssen – das bedeutet eine Umstellung für uns alle “, sagt Weiß.

Von Frank Sommer und Joshua Bär

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