Illegaler Abfall in derLuisenstraße

Keine Werbung für die Stadt

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Plastiktüten, Essensreste, Getränkeflaschen - auf diesem unbebauten Grundstück häuft sich der Müll.

Offenbach - Ein zugemülltes Privatgelände in der Luisenstraße sorgt bei den Anwohnern für Unmut. Die Stadt kümmert sich um das Problem, muss dem Grundstücksbesitzer aber einige Rechte einräumen. Von Steffen Müller 

 Einkommensstarke Familien anlocken und das Image von Offenbach verbessern, lauten einige Ziele des am 20. Februar vorgestellten Projekts Masterplan, bei dem Stadt und IHK eng zusammenarbeiten. Für das erste Unterfangen ist mit der Fertigstellung der Wohnanlage Luisenhof bereits eine Grundlage gelegt worden, an der Attraktivität der Stadt muss noch gearbeitet werden.

Dies kann die vor zwei Monaten zugezogene Familie H., die sich im Luisenhof niedergelassen hat, bezeugen. Die Familie erklärt zwar, dass sie Offenbach an sich sehr schön findet, bis auf den Anblick einer „Schmuddelecke“, mit dem Herr und Frau H. täglich konfrontiert werden. Direkt gegenüber ihrer Wohnung in der Luisenstraße ist ein unbebautes Grundstück zu einer Müllhalde verkommen. Zwischen Lampen, Schnapsflaschen und Essensresten soll sich auch schon eine Badewanne befunden haben.

Mehrere Säcke voll Müll hat Familie H. schon eigenhändig entfernt, durch ein Loch im Bauzaun wird immer weiter neuer Unrat auf dem Gelände abgeladen. Familie H. informierte das Ordnungsamt über die Zustände, sichtbare Veränderungen seien aber noch nicht erkennbar. Für Familie H. lässt sich das Ordnungsamt in diesem Fall zu lange Zeit. Im Amt betont man dagegen, es sei schon viel Arbeit investiert worden. Allerdings laufe diese hinter den Kulissen ab und es dauere, bis Fortschritte zu sehen seien. „Wir stehen mit dem Eigentümer in Kontakt und gehen davon aus, dass sich die Situation bald verbessert“, gibt sich Christian Broos, Sachgebietsleiter im Ordnungsamt, zuversichtlich. Aus Datenschutzgründen dürften keine detaillierten Auskünfte über das laufende Verfahren erteilt werden.

Schnelles Handeln nicht möglich

Der Stadt seien für eine schnelle Beseitigung des Mülls ohnehin die Hände gebunden. Das Ordnungsamt müsse sich an das Kreislaufwirtschaftsgesetz halten, das die Abfallentsorgung regele. Demnach seien bei Verunreinigungen auf privaten Flächen die Eingriffsmöglichkeiten begrenzt, so dass hier zunächst keine Sanktionen möglich seien, sondern dem Eigentümer die Möglichkeit gegeben werden müsse, sich zu den Vorwürfen zu äußern, erklärt Broos.

Außerdem liegt nach Einschätzung der Stadt keine akute Gefahrenlage vor, die kostenintensive Sofortmaßnahmen rechtfertigen. „Es handelt sich hier um kein sehr großes Problem, sondern um Kleinmüll, der nicht schön aussieht“, begründet Broos. Das sehen die Anwohner anders. Mehrere Familien mit Kleinkindern leben im Luisenhof. Familie H. fürchtet, dass sich die bereits gesichteten Ratten und Mäuse auf den anliegenden Spielplatz ausbreiten könnten.

Da es sich um ein Privatgelände handele, möchte die Stadt nicht den Stadtdientleister ESO mit der Müllentsorgung beauftragen. Auch beim Wildwuchs auf dem Areal könne das Ordnungsamt nicht eingreifen. Das könne erst geschehen, wenn andere Grundstücke betroffen seien. Christian Broos bittet Familie H. um Geduld. „Wir können die Vorwürfe nachvollziehen. Von außen wird leider nicht wahrgenommen, dass es eine Entwicklung gibt. Aber es tut sich etwas“, versichert der Sachgebietsleiter. „Die Stelle ist auch uns ein Dorn im Auge. Das ist keine positive Werbung für die Stadt“. Immerhin sind Broos und Familie H. in diesem Punkt einer Meinung.

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