In Hessen Gründerhauptstadt

Historischer Erfolg für Offenbach: So viel neue Unternehmen gab‘s selten

Kaiserlei-Promenade
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Kaiserlei-Promenade

Nach Offenbach sind 2019 insgesamt 79 Unternehmen gekommen – so der Jahresbericht der Wirtschaftsförderung. Immer mehr Existenzgründer zieht es in die Stadt.

  • Gute Nachrichten für Offenbach
  • Oberbürgermeister präsentiert Jahresbericht der Wirtschaftsförderung
  • Werbeagentur Kastner in der alten Heyne-Fabrik

Offenbach – 79 Unternehmen mit insgesamt 360 Arbeitsplätzen sind 2019 neu nach Offenbach gekommen – das geht aus dem Jahresbericht der Wirtschaftsförderung hervor, den Oberbürgermeister Felix Schwenke (SPD) und Jürgen Amberger, Leiter des zuständigen Amts, gestern vorgestellt haben. 

Offenbach: Firmen suchen Standort in Offenbach – Größte Ansiedlung im Nordend

Die größte Ansiedlung gab’s in der Heyne-Fabrik im Nordend: Dort hat sich die Frankfurter Werbeagentur Kastner mit insgesamt 40 Mitarbeitern niedergelassen. Wem dieser Name nichts sagt, der darf sich von Schwenke erhellen lassen: „Kastner sind weltweit für Red Bull zuständig“, verrät er. Nicht nur habe die Agentur das Design der Dose entworfen, auch für die bekannten Zeichentrick-Werbungen und den Spruch „Red Bull verleiht Flügel“ zeichne sie verantwortlich. 

Nun hat sie auch einen Sitz in Offenbach. Jürgen Amberger: „Wir verzeichneten 2019 fast 200 Anfragen von Firmen, die einen neuen Standort suchten. “ Zwei Drittel der Anfragen stammten von Unternehmen, die bisher nicht in Offenbach ansässig waren.

Wirtschaftsförderung in Offenbach: Leerstand von Büro- und Ladenflächen gesunken

Die Menge der Arbeitsplätze schwankt indes moderat: Im September 2018 lag die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten noch bei 49 152, dem höchsten Beschäftigtenstand seit 1993. Zwar ging die Zahl zum Stichtag (31. März 2019) auf 48 291 zurück, doch sind dies immer noch 617 mehr, als am Vergleichsstichtag (31. März 2018). Schwenke zeigt sich zuversichtlich, dass die Vermarktung des Kaiserleis als Bürostandort dazu beitragen werde, diese Zahl noch zu steigern. Als Beispiele führt er die Bauprojekte des Versicherungskonzerns Axa und der Helaba-Landesbank Hessen-Thüringen an. „Beide Vorhaben werden 2020 für deutlich mehr Arbeitsplätze in Offenbach sorgen“, so der OB.

Der Leerstand von Büro- und Ladenflächen ist 2019 gesunken. Im Vergleich zum Vorjahr ging die Leerstandquote auf dem Büroflächenmarkt von 7,35 auf 7,15 Prozent zurück. Knapp 92 000 Quadratmeter stehen laut Wirtschaftsförderung aktuell leer. Im Bereich der Ladenflächen sank der Leerstand auf etwas mehr als 5 500 Quadratmeter, im Bereich der Lager- und Produktionsflächen um 3500 auf knapp 37 700 Quadratmeter.

Offenbach: Viele Existenzgründungen – Innovationscampus soll entstehen

Was Existenzgründungen betrifft, liegt Offenbach auch 2019 ganz vorne – das 13. Jahr in Folge. Im hessenweiten Vergleich hat Offenbach mit durchschnittlich 10,32 Gewerbeneuerrichtungen je 1000 Einwohner die höchste Gründungsintensität. Felix Schwenke freut sich: „Wir sind mal wieder Gründerhauptstadt.“

Als „historischen Erfolg“ wertet er, dass die Stadt sich mit dem Chemie-Riesen Clariant 2019 darauf geeinigt hat, das als Allessa-Gelände bekannte Areal für 6,95 Millionen Euro zu erwerben. Ein „Innovationscampus“ soll dort entstehen, eine Art Ballungsraum für Forschungs- und Entwicklungsabteilungen von Unternehmen im Bereich Produktdesign und künstliche Intelligenz (wir berichteten). Das Projekt firmiert auch unter dem Namen „Designpark“. Seit Kurzem gibt es dafür eine Homepage, Anfang dieses Jahres soll außerdem der Verein Designpark e.V. gegründet werden, um für die weitere Planung eine formelle Organisationsform zu haben.

Wirtschaftsförderung in Offenbach: Es soll künftig schneller und effizienter gehen

Darüber hinaus soll das Jahr 2020 besonders darauf ausgerichtet sein, Schwenkes Wirtschaftsstandortkonzept für Offenbach „Fünf Garantien und 20 Maßnahmen“ umzusetzen. Mit diesem Konzept, das die Stadtverordnetenversammlung im November beschlossen hat, schwört Schwenke den gesamten Verwaltungsapparat auf die Wirtschaftsförderung ein: Für Unternehmen und Investoren soll künftig alles schneller und effizienter gehen. Konkret bedeute das auch, jene Firmen bei der Realisierung ihrer Vorhaben zu unterstützen, die bei bereits Flächen am Kaiserlei erworben haben.

Zur Entwicklung des Clariant-Geländes will die Stadt in diesem Jahr erste Schritte einleiten, außerdem beabsichtige man, ein umfassendes Stadtmarketing aufzusetzen und auf dessen Basis das Standort- und Innenstadtmarketing deutlich zu stärken.

VON MARIAN MEIDEL

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