IHK kann sich mit Tansania-Plänen anfreunden

„Keine Gefährdung für Masterplan“

Offenbach - Die Industrie- und Handelskammer (IHK) Offenbach am Main sieht mit den Plänen der Koalition eine Kosten-Nutzenbetrachtung bei neuen Baugebieten einzuführen, die Ziele des von ihr intensiv unterstützten Masterplans nicht gefährdet.

Wie berichtet, will die Tansania-Koalition künftig eine „fiskalische Gesamtbilanz“ unter dem Aspekt erstellen lassen, inwieweit sich neue Baugebiete langfristig auf den Stadtsäckel auswirken. Letztlich ist das Wunschziel, Bauherren und Projektentwickler stärker an den Kosten zu beteiligen, die der Stadt für die notwendige Infrastruktur entstehen.

Die oppositionelle SPD hat dagegen gehalten: Der Antrag sei überflüssig, Kosten und Nutzen würden längst berechnet; Bauherren einzubinden, könnte das Aus für den geförderden Wohnungsbau bedeuten; letztlich ziele die Idee darauf ab, dass die Grünen Koalitionspartner ein Instrument an die Hand bekämen, die von ihnen ungeliebten neuen Wohngebiete zu verhindern. Und dies eben widerspreche dem 2017 verabschiedeten Masterplan.

Alles zum Masterplan in Offenbach

IHK-Hauptgeschäftsführer Markus Weinbrenner betont dagegen: „Das gemeinsam mit der Stadt vereinbarte Ziel des Masterplans war, die finanzielle Leistungsfähigkeit der Stadt durch Ansiedlung von Unternehmen und von einkommensstarker Bevölkerung zu sichern.“ Dabei könne eine Kosten-Nutzen-Betrachtung hilfreich sein. Gleichzeitig gelte es, die im Masterplan skizzierten Flächenpotenziale Offenbachs auch schrittweise zu nutzen.

Weinbrenner: „Wir sind auf einem sehr guten Weg. Der Masterplan ist die unbestrittene Grundlage für die Entwicklung der Stadt. Das sollten wir nun nicht zerreden.“

Masterplan: Zehn Maßnahmenpakete

Bei der Betrachtung des Nutzens neuer Baugebiete dürfe man aber nicht nur auf die direkten Einnahmen der Stadt, zum Beispiel über die Gewerbesteuer oder die Einkommensteuer schauen, mahnt der Hauptgeschäftsführer. Vielmehr müsse man „auch indirekte, positive Effekte für die Stadt berücksichtigen, wie zum Beispiel die Schaffung von Wohnraum für Fachkräfte mit geringerem Einkommen.“ (tk)

Rubriklistenbild: © Häsler

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