Eigentümer als wichtiger Schlüssel

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Die Zahl sowie die räumliche Verbreitung von Spielhallen soll geregelt werden.

Offenbach - Seit vier Jahren werden „Geschäftsbesatz und Leerstände“ kartiert. Als problematisch gelten nicht erst seit dieser Zeit vier Offenbacher Adressen, die durchgehend unvermietet sind.

City-Passage an der Frankfurter Straße, Post-Nebengebäude am Aliceplatz (OB Horst Schneider: „Kaum in der öffentlichen Wahrnehmung“), Goldpfeil an der Kaiserstraße, ein Haus am BUG in der Berliner Straße. Offiziell firmieren sie als „in die Jahre gekommene Immobilien mit Erneuerungsbedarf“.

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Marion Rüber-Steins, Referatsleiterin Stadtentwicklung beim Bauamt, sieht die Innenstadt allerdings auf einem guten Weg: „Nach 35 erfassten leeren innerstädtischen Läden im Jahr 2009 und 41 beziehungsweise 45 in den Jahren 2011 und 2012 ist deren Zahl mit 38 wieder leicht rückläufig. Dabei fluktuieren die Leerstände stark, in der Regel wird schon bald ein Nachmieter gefunden.“ Als positives Gegenbeispiel wird das Geschäftshaus Salzgässchen/Kleiner Biergrund („Schirm-Schäfer“) genannt, das nach Modernisierung das Potenzial habe, „positiv auf das stadträumliche Umfeld auszustrahlen“.

Unterschiedliche Vorstellungen

Ebenfalls hervorzuheben: Abgenommen hat „der Besatz mit Nutzungen mit geringem Qualitätsanspruch an Sortiment, Warenauslage und Eigenwerbung minderer Qualität“ (im Volksmund Reste-Rampen, Internet-Cafés, Back-Shops) inklusive Vergnügungsstätten und Wettbüros von 74 (2009) über 82 (2010) auf 66 (2013). Gerade da liege ein wichtiger Gestaltungsspielraum der Hauseigentümer, „durch bewusste Vermietungspraxis die innerstädtische Geschäftslage zu stärken“.

Geschäftsführer Frank Achenbach von der Industrie- und Handelskammer unterstützt den Appell und pflichtet bei: „Die Eigentümer sind ein wichtiger Schlüssel; Gespräche sind zu führen über unterschiedliche Mietpreisvorstellungen.“

„Rock & Shop“ im Alten Schlachthof

Da setzten die Aktivitäten des Programms „Aktive Innenstadt Offenbach“ an, das mit dem Fassadenprogramm Anreize zur gestalterischen Aufwertung der Geschäftshäuser schafft. Auch die laufende Erarbeitung eines „Gestaltungshandbuchs“ für Sondernutzungen im öffentlichen Raum (Warenauslage, Werbung) soll das Stadtbild nachhaltig verbessern.

Laut Rüber-Steins ist ebenfalls ein Vergnügungsstättenkonzept in Arbeit, das Zahl und räumliche Verbreitung von Spielhallen und Wettbüros regeln soll und somit eine Stabilisierung der Miet- und Bodenpreise in der Innenstadt anstrebt. J mk

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