Corona-Pandemie

Coronavirus in Offenbach: Fünf Infizierte – Ein Patient klagt über schwere Bauchschmerzen

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Wegen des Coronavirus ist das öffentliche Leben in Offenbach stark eingeschränkt.

In Offenbach sind mittlerweile fünf Personen nachweislich mit dem Coronavirus infiziert. Zum Schutz gegen Corona schränken städtische Ämter ihren Service ein.

  • Das Coronavirus Sars-CoV-2 breitet sich auch in Offenbach aus.
  • Mittlerweile sind fünf Personen nachweislich mit dem Coronavirus infiziert.
  • Städtische Ämter schränken ihren Service ein.

Offenbach – Das Gesundheitsamt der Stadt Offenbach hat über das Wochenendes die Meldung erhalten, dass weitere drei Menschen positiv auf Covid-19 getestet wurden. Insgesamt sind damit fünf Offenbacher betroffen. Zwei davon im Ketteler-Krankenhaus: ein 37 Jahre alter Patient und eine 29 Jahre alte Mitarbeiterin. Wer mit einem von beiden ungeschütztem Kontakt hatte, musste in Quarantäne.

Coronavirus in Offenbach: Fünf Personen nachweislich infiziert

Der Patient war aus dem Risikogebiet Tirol vom Skifahren zurückgekommen und am Lichtenplattenweg wegen starker Bauchschmerzen aufgenommen worden. Wie Ketteler-Chefarzt Prof. Stephan Sahm berichtet, traten bei ihm erst zwei Tage später Atemwegssymptome auf: Und Abstriche für den Corona-Test könnten erst veranlasst werden, wenn beides zusammentreffe – derartige Anzeichen und Aufenthalt in betroffenen Gebieten.

Das Ketteler hat bereits seit vergangenem Donnerstag eine Besuchersperre verhängt in Offenbach. „Ich hoffe, dass sich alle an die Maßregeln halten und wir so die Kurve abflachen können“, sagt Sahm.

Coronavirus in Offenbach: Städtische Ämter schränken Service ein

Unterdessen schränken die städtischen Ämter in Offenbach wegen Corona ihren Service bis zum 20. April ein. Das hat der Verwaltungsstab beschlossen, den Oberbürgermeister Felix Schwenke leitet und dem auch Bürgermeister und Stadtkämmerer Peter Freier, Gesundheitsdezernentin Sabine Groß und Stadtrat Paul-Gerhard Weiß sowie Fachämter der Verwaltung angehören.

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„Wichtigste Aufgabe bleibt, dass die medizinischen Versorgungskapazitäten angesichts der völlig neuen Situation gesichert werden“, betont OB Schwenke. Es bleibe deshalb bei der Linie, „dass wir unser Leben jetzt für eine Zeitlang nicht mehr wie gewohnt weiterführen können, um jetzt noch die Chance zu haben, die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen“. Je drastischer die Maßnahmen jetzt seien, desto eher und besser könne das Gesundheitssystem mit dieser Herausforderung zurechtkommen.

Coronavirus in Offenbach: Maximal zehn Personen in einem Raum

Am Vormittag hatten sich Ministerpräsident Volker Bouffier und Gesundheitsminister Kai Klose mit allen Oberbürgermeistern und Landräten in einer Telefonkonferenz auf weitere harte Einschnitte verständigt.

Die Stadt Offenbach hatte im Vorgriff darauf bereits entschieden, dass sich – soweit es sich um einen Vorgang unter Beteiligung von Stadt oder Stadtgesellschaften handelt – in einem geschlossenen Raum nur noch zehn Personen gleichzeitig wegen Corona aufhalten dürfen.

Mehrere Ämter in Offenbach blieben wegen Coronavirus geschlossen

Mehrere Ämter bleiben in der nächsten Zeit wegen des Coronavirus in Offenbach für Publikum geschlossen. Wichtige und vor allem unaufschiebbare Anfragen und Dienstleistungen, etwa im Bürgerbüro, im Ausländeramt oder im Sozialamt, werden aufrechterhalten. Behördengänge sollen aufs absolut Notwendigste reduziert werden. Erneuerung des Personalausweises, Ausstellung eines Sportboot-Führerscheins oder Reiseangelegenheiten seien jetzt nicht notwendig. Das Bürgerbüro reduziert die Terminvergabe. Der Publikumsverkehr im Ausländeramt wird geschlossen.

Heiraten in Offenbach: Wegen Coronavirus nur noch maximal sieben Gäste zugelassen

Wohnungs-, Versicherungs- und Standesamt in Offenbach sind nur noch telefonisch zu erreichen. Hochzeitstermine beim Standesamt können derzeit noch wahrgenommen werden. Allerdings werden nur bis zu sieben Gäste neben dem Standesbeamten und dem Brautpaar zugelassen.

Das Baubüro bleibt wegen des Coronavirus bis 20. April geschlossen. Die Volkshochschule wird bis zum 20. April ab sofort vollständig geschlossen. Gleiches gilt für die Stadtbibliothek.

Coronavirus in Offenbach: So sind die Ämter zu erreichen

Anliegen für das Sozialamt, das Amt für Eingliederungshilfe, die Betreuungsbehörde, das Amt für Ausbildungsförderung und den Pflegestützpunkt können nur telefonisch, per E-Mail oder per Brief geklärt werden. Hilfesuchende, die noch keine Ansprechpartner haben, nehmen per E-Mail an sozialamt@offenbach.de oder unter der Telefonnummer 069 8065-3584 oder -2686 Kontakt auf.

Das Jobcenter Mainarbeit in Offenbach wird ab 17. März für Kunden wegen des Coronavirus geschlossen. Es besteht weiterhin die uneingeschränkte Möglichkeit der Kontaktaufnahme per Telefon (8065-8100 oder über die Rufnummer des zuständigen Mitarbeiters), E-Mail oder auf dem Postweg. Das telefonische Servicecenter des Jobcenters wird ab Dienstag deutlich stärker besetzt.

Auch beim Amt Kämmerei, Kasse und Steuern sind bis auf Weiteres keine persönlichen Vorsprachen bei den Abteilungen für Vollstreckung und für kommunale Steuern mehr möglich. Die Anliegen sind telefonisch oder per E-Mail an kassensteueramt@offenbach.de vorzutragen.  

tk/pso

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