DIVI-Intensivregister

Starke Auslastung in Offenbacher Kliniken: Viele Intensivbetten wegen Corona belegt

Die Krankenhäuser haben wegen der Corona-Pandemie die Zahl der Intensivbetten erhöht.
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Die Krankenhäuser haben wegen der Corona-Pandemie die Zahl der Intensivbetten erhöht.

Die freien Intensivbetten werden in vielen Krankenhäusern aufgrund der vielen Corona-Infektionen immer knapper. In Offenbach haben beide Kliniken ihre Kapazitäten bereits erhöht.

Offenbach – Es war ein Satz, der für Aufregung sorgte: „Aktuell gibt es in den Offenbacher Krankenhäusern keine freien Intensivbetten mehr.“ So stand es in der täglichen Corona-Mitteilung der Stadt am Dienstag (15.12.2020) zu lesen. Was aber bedeutet das für die Offenbacher? Manch einer befürchtete gar einen Aufnahmestopp in beiden Kliniken.

Corona in Offenbach: Belegungszahl der Intensivbetten ist fließend

Der ärztliche Direktor des Ketteler-Krankenhauses, Chefarzt Vittorio Paolucci, gibt Entwarnung: „Dass alle Intensivbetten einmal als belegt gemeldet werden, kam schon vor der Corona-Pandemie vor – das ist ein ganz normaler Vorgang.“ Die Meldung vom Dienstag gebe lediglich den Stand zu einem bestimmten Zeitpunkt wider. „Wie viele Betten belegt sind, ändert sich mehrfach täglich“, sagt er. So wurde im Ketteler-Krankenhaus am Donnerstagmorgen (17.12.2020) etwa nur eines der zehn Intensivbetten als frei gemeldet. „Um 15.30 Uhr, zum nächsten Meldetermin, ist auch dieses Bett belegt“, sagt Paolucci. Die Belegungszahl sei fließend und werde immer wieder im Tagesverlauf angepasst.

Auch Sascha John, Geschäftsführer des Sana-Klinikums betont, dass es sich bei der Meldung um einen ganz normalen Vorgang handele. „Die Auslastung der Betten auf den beiden Intensivstationen ist ein dynamischer Adaptionsprozess: Sind diese, wie jetzt, alle belegt, muss sich das Klinikum bei der Rettungsleitstelle von der Notfallversorgung abmelden und meldet sich umgekehrt wieder an, sobald freie Kapazitäten wieder verfügbar sind“, schreibt er.

Krankenhäuser in Offenbach: Notfallversorgung während Corona ist sichergestellt

Die Notfallversorgung sei aber jederzeit sichergestellt, wird in beiden Offenbacher Krankenhäusern betont. Allerdings entscheidet die Rettungsleitstelle, wohin ein Patient gebracht wird: Werden zum Zeitpunkt des Notrufs die Intensivstationen der beiden Kliniken als belegt angegeben, muss das nächste Krankenhaus mit freien Betten angesteuert werden. So könne es gerade in der angespannten Corona-Lage vorkommen, dass Patienten in ein Krankenhaus der Region gebracht werden. „Das ist aber auch schon in der Zeit vor Corona vorgekommen“, sagt Paolucci.

Wie sehr die Kliniken bundesweit ausgelastet sind, kann via Internet eingesehen werden: So war etwa am Donnerstag ab 11.30 Uhr zu sehen, dass im Ketteler-Krankenhaus sämtliche Intensivbetten inzwischen belegt waren, auch das Klinikum Hanau, das Frankfurter Nordwest-Krankenhaus oder das Klinikum Darmstadt gaben an, über keine Kapazitäten zu diesem Zeitpunkt zu verfügen.

Das DIVI-Intensivregister

Auf der Homepage des DIVI-Intensivregisters der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmeidzin (DIVI) können die Kapazitäten sämtlicher Krankenhäuser in Deutschland abgefragt werden

Corona in Offenbach: Krankenhäuser haben Zahl der Intensivbetten erhöht

Seit Beginn der Pandemie haben alle Krankenhäuser ihren Intensivbetten-Kapazitäten aufgestockt, auch die Offenbacher Kliniken. Im Sana-Klinikum stehen insgesamt 38 Intensivbetten mit der Möglichkeit zur maschinellen Beatmung zur Verfügung, zehn sind speziell für Corona-Patienten reserviert. Im Ketteler-Krankenhaus wurde deren Anzahl von acht auf zehn erhöht, fünf sind derzeit mit Covid-19-Patienten belegt.

Weitere Betten zu installieren, sei prinzipiell zwar möglich, sagt Paolucci, allerdings scheitere dies daran, dass für die Betten auch spezialisierte Pflegekräfte zur Verfügung stehen müssten. Durch den Personalmangel in der Pflege stünden aber nicht genug bereit. „Deren Ausbildung dauert außerdem etwas länger.“ (Von Frank Sommer)

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