Interaktive Ausstellung „Astro-Kids“

Kinder im Weltall

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Da halten alle den Atem an: Beim „heißen Draht“ muss ein Lauterbornschüler sein ruhiges Händchen unter Beweis stellen.

Offenbach - Bei der interaktiven Ausstellung „Astro-Kids“ im KOMM, lernen Kindergarten- und Grundschüler zum Beispiel, was Meteoriten und Schinken gemeinsam haben. Von Sarah Neder

„Mein Vater erklärt mir jeden Sonntag unseren Nachthimmel“, sagen alle Kinder im Chor. Der Satz hilft ihnen, sich die Planeten unseres Sonnensystems zu merken: Merkur, Venus, Erde, Mars, Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun. Diesmal erklärt den Kindern von der Lauterbornschule jedoch nicht ihr Vater, sondern Gerda Graf vom Planetarium Laupheim den Sternenhimmel. Und zwar bei der Ausstellung „Astro Kids“, die noch bis Samstag, 31. Mai, im KOMM-Einkaufscenter läuft.

Kindergarten- und Schulkinder lernen dort auf spielerische Weise, Wissenswertes rund um Sterne, Planeten und das Weltall. Betreuerin Gerda Graf erklärt beispielsweise, wie Sonnen- oder Mondfinsternis entstehen und was Anziehungskraft bedeutet. Außerdem lernen die Schüler an 20 Stationen wie Tag und Nacht entstehen, was der Unterschied zwischen Gas- und Steinplaneten ist und welche davon in unserem Sonnensystem vorkommen.

Unter den jungen Besuchern von der Lauterbornschule steckt auch so mancher Experte. So kann ein Junge aus dem Stegreif alle vier Monde des Planeten Jupiter (Io, Europa, Ganymed, Callisto) aufzählen und weiß sogar, dass sie der italienische Naturforscher Galileo Galilei entdeckt hat. Andere stellen Fragen, auf die selbst Graf keine Antwort findet. Etwa: „Was wäre, wenn es keine Sterne gebe?“ Der rätselhafte Kosmos weckt eben bei einigen den Ehrgeiz – die spielerische Darstellung motiviert zum Mitmachen.

Ein richtiges Jungs-Thema

„Astronomie ist wohl ein richtiges Jungs-Thema“, zeigt sich Klassenlehrerin Tanja Schmidt erstaunt über das Interesse ihrer Schützlinge. „Im Unterricht haben wir uns mit Texten auf die Ausstellung vorbereitet“, erklärt sie. Einiges haben sich manche der Drittklässler jedoch selbst angeeignet.

Nach der Theorie zu Sonne, Mond und Sternen dürfen sie endlich selbst bei den im Einkaufszentrum verteilten Stationen Hand anlegen. Aus großen Schaumstoffwürfeln, die mit Puzzleteilen verschiedener Planeten bedruckt sind, sollen die Schüler nun ein großes Bild legen. Danach geht es weiter im Lern-Parcours zum Sternbilderraten, zur 3-D-Marslandschaft oder zum „heißen Draht“ durch die Galaxie. Außerdem gibt es auch einen echten, etwa faustgroßen Eisenmeteoriten. „Der Meteorit riecht nach Schinken“, erläutert Gerda Graf den Schülern, die sich sofort vom fleischigen Geruch des Weltallbrockens überzeugen.

Die acht Planeten: Reise durchs Sonnensystem

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Zum Abschluss der Führung belohnt Graf alle Schulkinder mit einem „Junior-Astronauten-Abzeichen“. Die Sternwarte Laupheim richtet in ganz Deutschland Expositionen rund ums Weltall aus. Parallel zu den „Astro Kids“ gibt es im KOMM auch eine Astro-Ausstellung für älteres Publikum mit dem Namen „Terra Blue“. Der Besuch der Ausstellung ist kostenlos, jedoch wird für eine Führung um telefonische Anmeldung beim Center-Management gebeten: 069/8509640.

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