EVO investiert in Öko-Energien

Regional gegen den Klimawandel

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Bild aus der Bauzeit: Auch bei Kirchheimbolanden drehen sich EVO-Windräder.

Offenbach - 200 Millionen Euro will die Energieversorgung Offenbach bis 2015 in den Ausbau der erneuerbaren Energien investiert haben.

Das ist für das Unternehmen nicht nur wegen des regionalen Beitrags gegen den Klimawandel wichtig, sondern auch angesichts sinkender Erlöse im traditionellen Stromgeschäft nötig. Kapital fließt besonders in die Windkraft.

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EVO-Vorstandssprecherin Heike Heim und ihr Technik-Kollege Dr. Kurt Hunsänger geben sich zuversichtlich, dass sich die hohen Investitionen in Windparks lohnen. Vor negativen Auswirkungen eines neuen Erneuerbare-Energien-Gesetzes ist ihnen nicht bange: Gestrichen werden Fördermittel wohl in erster Linie bei den umstrittenen „Offshore“-Anlagen in Küstengebieten. Die EVO macht’s dagegen „onshore“: Ihre Windräder drehen sich auf Mittelgebirgshügeln. Vor wenigen Tagen sind auf dem „Hungerberg“ in der Nähe von Kirchheimbolanden zehn moderne Windräder ans Netz gegangen. Kosten: 65 Millionen Euro. Leistung: 30 Megawatt. Insgesamt lassen die EVO und ihr Partner Juwi 38 Strommühlen surren. 95 Megawatt entsprechen dem Jahresbedarf von 220.000 Menschen.

Energiewende-Musterschüler

Die Offenbacher gehören damit zu den Energiewende-Musterschülern der Bundesregierung, deren Vorgaben mehr als erfüllt seien, wie Chefin Heike Heim betont: 50 Prozent des von der EVO selbst produzierten Stroms beruht auf regenerativer Energie. (Bei der anderen Hälfte liegt der Atomstrom mit 12,5 Prozent unter dem Deutschland-Durchschnitt von 17,1 Prozent.) Die Erde entlastet man damit im Jahr um 200.000 Tonnen schädlicher Treibhausgase. Mit Öko-Strom beliefert die EVO die Gemeindeeinrichtungen auch in Seligenstadt, Mainhausen, Dietzenbach, Rodgau und neuerdings Hainburg.

Ein EVO-Ziel für 2015: rechnerisch jeden Privat- und Geschäftskunden mit selbst produzierten Öko-Energie versorgen können. Dazu gehört auch die besonders im Müllheizkraftwerk an der Dietzenbacher Straße produzierte Fernwärme. Abfall erwärmt mittlerweile Wohnungen in Offenbach, Dietzenbach, Gravenbruch und Heusenstamm. Laut Technikvorstand Hunsänger spart Fernwärme 60 Prozent weniger Primärenergie. Weiteres Öko-Standbein der EVO ist die Produktion von Holzpellets, die sich allerdings nicht mehr zum Verheizen im Kraftwerk lohnen. Der Versorger garantiert seinen Kunden, dass die Rohstoffe alle aus der Region stammen und nicht aus Nordamerika.

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