Offenbach: Jedes dritte Kind arm

Offenbach (psh) ‐ Die Zahlen sind erschreckend: Mehr als jedes dritte Kind in Offenbach ist arm - so viele sind es sonst nirgends in Hessen.

Nach Angaben der Bertelsmann Stiftung lag die Armutsquote der Kinder unter 15 Jahren 2010 im Landesdurchschnitt bei 15 Prozent. Damit lebten in Hessen 124 717 Kinder und Jugendliche in armen Familien, die Sozialleistungen wie Hartz IV bezogen. Der Keck-Atlas („Kommunale Entwicklung - Chancen für Kinder“) der Stiftung zeigt auf, dass es in Hessen zuletzt mehr Kinderarmut gegeben hat als in anderen westlichen Bundesländern.

Landesweit an der Spitze lag Offenbach in der Altersgruppe unter 15 Jahren mit 34 Prozent (bei den unter Dreijährigen 39,2 Prozent). Im Kreis Offenbach waren es 15 bzw. 17,6 Prozent; im Main-Kinzig-Kreis 15,3 bzw. 12,6 Prozent, im Kreis Darmstadt-Dieburg 14,7 bzw. 11, 6 Prozent.

Erkennbarer Rückgang lässt hoffen 

Matthias Schulze-Böing, Leiter der MainArbeit in Offenbach, bestätigte die Zahlen „in der Tendenz“. Er lenkte den Blick aber auf Erfolge: „Ein Rückgang ist deutlich erkennbar.“ Diese Einschätzung belegt er mit den bislang vorliegenden Zahlen fürs vergangene Jahr. Demnach lag die Quote der armen Offenbacher Kinder unter drei Jahren zuletzt bei 33,8 Prozent (1270 Mädchen und Jungen). Bei den unter 15-jährigen Kindern sind es 33,4 Prozent (6007 Mädchen und Jungen).

In der Bertelsmann Studie sind die Kinderarmuts-Zahlen aus allen 412 Kreisen und kreisfreien Städten Deutschlands aufgeführt. Trotz eines gewissen Rückgangs gebe es noch keinen Grund zur Entwarnung, heißt es. Bei den unter Dreijährigen ist das Armutsrisiko besonders hoch. Insgesamt lebten 2010 in Deutschland 403 000 Kinder unter drei Jahren (19,8 Prozent) in Familien, die auf staatliche Grundsicherung angewiesen waren.

Rubriklistenbild: © Andrea Kusajda/pixelio.de

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