Ehemaliger Kaiserleikeisel

Kaiserlei in Offenbach: Neue Rampen für Autofahrer ab Oktober – Arbeiter klagen über waghalsige Manöver

Offenbach Kaiserlei Kaiserleikreisel Anbindung Autobahn 661 Umbau Doppelkreuzung
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Das sogenannte Auge ist der neue Knotenpunkt im Kaiserlei in Offenbach. Auf diesen werden im Grunde alle Verkehrsbeziehungen des ehemaligen Kreisels übertragen – ampelgesteuert. Hauptfunktion ist die Verteilung des überregionalen Verkehrs auf und von der A 661.

Autofahrer werden am ehemaligen Kaiserleikreisel in Offenbach ab Oktober über neue Rampen gelotst. Bei den Bauarbeiten kommt es zu teils waghalsigen Manövern von Verkehrsteilnehmern.

  • Im Oktober startet die vierte Bauphase am Kaiserlei in Offenbach.
  • Am Sonntag erhält der nördliche Teil der Strahlenbergerstraße seine endgütige Deckschicht.
  • Die neuen Bauarbeiten erfolgen mehr unterirdisch und bei fließendem Verkehr.

Offenbach – Alle Städte bauen Kreisel, warum schert Offenbach (wieder einmal) aus? Geht’s überhaupt noch voran im Kaiserlei? Solche und ähnliche Fragen werden in loser Folge an die Verwaltung gerichtet. Stadtrat Paul-Gerhard Weiß möchte sie nach den Ferien öffentlichkeitswirksam beantworten und bittet zum Baustellen-Rundgang. Seine Botschaft: Es läuft aktuell alles nach Plan, es gibt keine weiteren Verzögerungen, im Herbst 2021 ist alles fertig.

Spätestens ab Sonntag (06.09.2020) werden auch Autopendler feststellen, dass sich etwas tut: An diesem Wochenende erhält die nördliche Trasse der Strahlenbergerstraße (in Richtung Frankfurt) ihre finale Deckschicht. Dazu sperren die Behörden die Straße komplett von Samstag, 5. September, 18 Uhr, bis Montag, 7. September, 5 Uhr. Mit zwei sogenannten Fertigern werden gut 10 .000 Quadratmeter Asphalt aufgezogen. In der Folge rollen die Autos auf der südlichen Trasse in die Mainmetropole.

Projektleiter Volker Reith (orange Warnweste) erklärt die nächsten Arbeiten: Am Sonntag erhält der nördliche Teil der Strahlenbergerstraße seine endgütige Deckschicht. Das Bild dokumentiert die Schwierigkeiten. Nahezu alle Arbeiten erfolgen unter fließendem Verkehr...

Kaiserlei in Offenbach: Bau geht in die vierte Phase

Es ist der Auftakt für weitere, weitreichende Veränderungen. Im Oktober beginnt die vierte Bauphase im Kaiserlei. Mit dieser werden unter anderem die neuen Rampen-Konstruktionen als Auf- und Abfahrt der A 661 in Betrieb genommen. Nahezu parallel steuern die OVB-Busse ihre neue Wendeschleife an, die unter der Autobahnbrücke entsteht – samt Trafostation und (Zwischen-) Ladetechnik für die ersten sieben E-Busse, die zum Fahrplanwechsel (Dezember) in die bestehende OVB-Flotte integriert werden.

Volker Reith, Projektleiter von AFRY, internationales Unternehmen für Engineering, Design und Beratung, und Kinga Scupin, kommunale Fachreferentin Verkehrswegebau, betonen beim Rundgang die Komplexität des Rück- und Umbaus des ehemaligen Kreisels in eine Doppelkreuzung: schwierige Gründung der Rampen mit gut 100 Bohrpfählen, Nähe zum S-Bahn-Tunnel, eine neue 100-Kv-Leitung, diverse Ver- und Entsorgungsleitungen und Rohre der unterschiedlichen Unternehmen für Gas, Fernwärme, Telekommunikation, Strom, Ampelsteuerung... Heißt: Das Problematische spielt sich, für die Verkehrsteilnehmer nicht sichtbar, unter der Erde ab. „Wir mussten teils Bündel mit 50 Leerrohren unterbringen“, sagt Reith. Eine so große Menge? „Ja, man möchte für künftige Anforderungen und Bedarfe gerüstet sein.“

Ein durchaus übliches Leitungs-Wirrwarr im Untergrund. Eine Aufgabe der Firmen ist, nicht nur Vorhandenes zu bestimmen, sondern auch Neues im begrenzten Platz unterzubringen

Was dem Bauleiter und den Firmen vor allem zu schaffen macht: Der Umbau erfolgt bei fließendem Verkehr, bei dem jede Verkehrsbeziehung jederzeit gewährleistet sein musste. Das hat geklappt, auch wenn die Arbeiter mitunter teils waghalsige Manöver erleben. Fußgänger und Radfahrer schaffen sich schon mal einen Durchschlupf, indem sie rot-weiße Absperrschranken öffnen. Die stellen auch nicht für jeden Autofahrer ein Hindernis dar. Einzelne wollten bereits die fertigen, aber längst nicht freigegebenen Autobahn-Rampen nutzen... (Von Martin Kuhn)

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