Hoffnungen enttäuscht

Kein Geld fürs Schwimmbad aus Förderprogramm des Bundes

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Im Schwimmbad auf der Rosenhöhe entsteht derzeit ein neues Planschbecken. Zum Saisonstart Anfang Mai wird es fertig sein. Zudem denkt der Badbetreiber EOSC in Sachen Eintrittspreise über eine Familienkarte nach. Dazu müssen aber noch Gespräche mit der Stadt geführt werden.

Offenbach - Das Waldschwimmbad bereitet sich mit baulichen Veränderungen auf die Freiluftsaison vor. Der große Wurf indes bleibt vorerst aus: Die Hoffnung auf Fördergeld vom Bund für eine Traglufthalle über dem Nichtschwimmer-Becken haben sich zerschlagen. Von Matthias Dahmer 

Erstmal die guten Nachrichten: Auf der Rosenhöhe wird es in diesem Sommer noch familienfreundlicher. Zum Saisonstart – er wird um den 1. Mai herum sein, genau steht er noch nicht fest – ist das neue Planschbecken für die jüngsten Badegäste fertig. Es befindet sich etwa in Höhe des bisherigen, das in den vergangenen Jahren mehr schlecht als recht funktionierte und abgerissen wurde. Rund 70.000 Euro habe die Stadt in das neue Angebot investiert, berichtet Matthias Wörner, Chef des Badbetreibers EOSC.

Der städtischen Finanzlage geschuldeter Improvisationskunst ist es zu verdanken, dass es rund um die derzeitige Planschbecken-Baustelle künftig wieder mehr grünt: Das alte Geläuf aus dem Kickers-Stadion kommt im Schwimmbad weiter zu Ehren. 14 Lkw-Ladungen ausgefräster Kicker-Rasen, so Wörner, seien vom Bieberer Berg auf die Rosenhöhe geschafft worden. Weiter kann der EOSC-Vorsitzende verkünden, dass dem Nichtschwimmbecken ein neuer Anstrich verpasst wurde, der marode Zaun an der Straße Zum Waldschwimmbad gegenüber den Kleingärten erneuert wird und für Badbesucher eine Familiekarte in Planung ist. Details dazu müssten aber noch mit der Stadt abgeklärt werden.

Zerschlagen hat sich indes die Hoffnung, dass mit Hilfe eines Förderprogramms des Bundes eine in der Wintersaison nutzbare Traglufthalle über das 25-Meter-Becken angeschafft werden kann. Diese wäre ein ideale Ergänzung zu der vorhandenen Halle über dem großen Becken gewesen und hätte insbesondere die immensen Engpässe beim Schulschwimmen im Winter beseitigt. Derzeit müssen die Schwimmanfänger aus den Grundschulen immer noch mit dem Bädchen in der Marienschule auskommen. „Bei der Förderung hätte der Bund 90 Prozent der Kosten übernommen. Das wäre für uns wie ein Sechser im Lotto gewesen“, bedauert Sportamtsleiter Manfred Ginder, dass Offenbach leer ausgegangen ist.

Die 25 Badeseen und Freibäder in der Region

Beworben hatte sich die Stadt um Geld aus dem mit 100 Millionen Euro gefüllten Fördertopf eines Bundesprogramms zur Förderung kommunaler Projekte in Sport, Jugend und Kultur. In dem Förderantrag hatte Offenbach um 1,5 Millionen Euro gebeten. Damit sollten nicht nur die neue Traglufthalle, sondern auch eine wartungsarme Edelstahlwanne fürs 25-Meter-Becken sowie weitere kleinere, aber erforderliche Sanierungsmaßnahmen finanziert werden.

Im fernen Berlin wurde der Hilferuf des armen Offenbach, der wachsenden Großstadt mit nur einem Schwimmbad, nicht erhört. Dafür kommen nun vier Kommunen aus Mittel- und Nordhessen in den Genuss von Bundesgeld. Unter anderem – das nur als Beispiel – wird das beschauliche Vogelsbergstädtchen Lauterbach, wo die Welt noch in Ordnung ist, mit zwei Millionen Euro für eine Kultur- und Mehrzweckhalle bedacht.

Sportamtschef Ginder will aber nicht aufgeben. Insgesamt 400.000 Euro würde es kosten, sich auf das Projekt Traglufthalle samt dazugehöriger Lagerfläche zu beschränken. Er könnte sich vorstellen, dass dieses Vorhaben doch noch mit Hilfe von noch anzuzapfenden Landesmitteln sowie mit Unterstützung von Sponsoren zu schultern wäre.

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