Kein Verkehrschaos am Marktplatz erwartet

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Von Süden kommend bleibt alles wie gehabt, von der Berliner Straße indes wird die Einmündung zum Marktplatz vier Tage lang geschlossen.

Offenbach (fel) - Wie wird sich der Autofahrer umorientieren, wenn ab morgen für vier Tage der Marktplatz für den Individualverkehr gesperrt ist? Diese Frage beschäftigt Offenbacher Verkehrsplaner, namentlich den obersten Entscheider Hans-Joachim Bier-Kruse.

Wie berichtet, wird die zentrale Verkehrsachse in diesem Zeitraum täglich zwischen 10 und 22 Uhr fast ausschließlich dem Fußgänger vorbehalten sein. Allein Busse, Taxen und Radfahrer dürfen weiterhin den Abschnitt zwischen Berliner Straße und Bieberer beziehungsweise Geleitsstraße passieren. „Hinweisschilder werden die Autofahrer rechtzeitig schon an Berliner Straße, Main- und Kaiserstraße auf die geänderte Verkehrsführung hinweisen“, beruhigt Bier-Kruse alle Verkehrsteilnehmer, die ein Verkehrschaos befürchten.

Das ist jedoch schon aus einem anderen Grund kaum zu erwarten, da die Sperrung ohnehin nur den Verkehr betrifft, der von Norden (Berliner Straße) kommt. „Im Süden bleibt alles wie gehabt, kann man in die Geleitsstraße und die Bieberer Straße abbiegen.“ Auch alle innerstädtischen Parkhäuser können an den kommenden vier Tagen angefahren werden.

Zählplatten auf verschiedenen Straßen

Von den Umwegen, die viele auf sich nehmen müssen, erhofft sich Bier-Kruse indes einen zusätzlichen Erkenntnisgewinn: „Wir nutzen die Zählungen aus den Schleifen an den großen Signalanlagen, um festzustellen, wie sich der Verkehr orientiert.“ Zusätzlich werden vorübergehend Zählplatten auf verschiedenen Straßen montiert, um noch mehr Daten zu gewinnen. Repräsentativ ist das für so einen kurzen Zeitraum freilich nicht, „zumal die Sperrung an keinem Tag 24 Stunden dauert“.

Dennoch könnten die Daten eine Grundlage bieten, um die vom Marktplatzforum angedachte dauerhafte Sperrung des Marktplatzes für den Autoverkehr oder aber alternativ einen „Shared Space“ (gemeinsamen Raum) zu schaffen, in dem alle Verkehrsteilnehmer – eben auch Passanten – die gleichen Rechte besitzen.

Gesellschaftsspiele im Straßenformat

Begleitet wird der Versuch von der Marktplatzwoche, um ein Bild davon entstehen zu lassen, welche Maßnahmen die Aufenthaltsqualität des längst nicht mehr als Fläche wahrgenommenen Platzes steigern. Informationsstelen etwa lenken den Blick auf bestimmte Punkte und machen Ideen für die Umgestaltung sichtbar; die Schwanenapotheke stellt ein historisches Modell des Marktplatzes ins Schaufenster; bei „Buntherum“ wird mit einfachen Mitteln getestet, wo und wie eine farbige Gestaltung wirkungsvolle Effekte erzielen könnte. So werden plattgetretene Kaugummis farbig besprüht.

Außerdem werden Gesellschaftsspiele im Straßenformat (darunter ein Backgammonfeld) angeboten, im Fotostudio Porträts von Menschen gezeigt, die einkaufen oder mit der Bahn ankommen, und temporäre Gärten den Platz begrünen. Ein urbanes Picknick können Hungrige auf der zweiten Ebene am Marktplatz einnehmen, und wer nicht weiß wohin: Geführte Rundgänge (Treffpunkt am S-Bahn-Ausgang) stellen alle Aktionen vor.

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