Flutet Senefeldersee das Gebäude?

Keller in ehemaliger Hassia-Fabrik unter Wasser

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Das Senefelderquartier gestern Vormittag: Dort, wo einst das MAN-Roland-Verwaltungsgebäude stand, hat sich in der Baugrube ein See gebildet. Ob er die Ursache der vollgelaufenen Keller in der gegenüberliegenden Hassia-Fabrik ist, wird geprüft.

Offenbach - In den Kellern der Hassia-Fabrik an der Christian-Pleß-Straße steht knöchelhoch das Wasser. Mögliche Ursache: Die gegenüberliegende Baugrube, in der sich ein regelrechter See gebildet hat. Die Betroffenen sind ratlos. Von Matthias Dahmer 

Ob sie auf schnelle Abhilfe hoffen können, ist offen. Eine gewisse Verzweiflung ist bei Thomas Messer gestern Vormittag nicht zu überhören: „Über Nacht haben wir versucht, das Wasser abzupumpen. Doch es läuft immer wieder nach und hat den gleichen Stand wie der See gegenüber“, berichtet der Eigentümer der Hassia-Fabrik. Mindestens zehn Keller in seiner Immobilie seien betroffen, in den Nachbargebäuden werde es wohl ähnlich aussehen, vermutet er. Die Tatsache, dass es bislang noch nie Probleme mit dem Grundwasser gegeben habe, lässt für Messer nur einen Schluss zu: Das Wasser aus der Baugrube, mittlerweile ist dort ein ansehnliches Gewässer entstanden, drückt gegenüber in die Keller. Darauf, dass sich die Lage schnell bessert, kann Hauseigner Messer wohl nicht hoffen. Denn bei der Frage nach der Verantwortlichkeit war gestern sozusagen noch alles im Fluss.

Die Keller der Hassia-Fabrik stehen unter Wasser.

Bei der Stadt wird zunächst darauf verwiesen, dass die Zuständigkeit nicht bei der Kommune, sondern beim Bauträger liege. Gleichwohl stellte das Umweltamt nach einer Ortsbesichtigung den Kontakt zum künftigen Bauherrn, der GWH Wohnungsgesellschaft her. „Die haben rund um die Baugrube Grundwasser-Messstellen eingerichtet und prüfen, ob das Wasser aus der Grube tatsächlich die Ursache sein kann“, erläutert Hartmut Luckner, Vize-Chef des Umweltamts. Das Areal Christian-Pleß-Straße 18, auf dem derzeit die große Grube von künftiger Bebauung zeugt, ist ein problematisches. Auf ihm befand sich bis 2013 das ehemalige Verwaltungsgebäude von MAN-Roland. Der Anfang der 50er-Jahre errichtete dreigeschossige Bau stand unter Denkmalschutz und sollte eigentlich bei Schaffung des neuen Senefelderquartiers stehen bleiben. Doch dann wurde festgestellt, dass sich wegen des Gefälles des Geländes unter der Immobilie eine Blase mit Altlasten gebildet hatte. Deren Beseitigung war nur mit einem Abriss zu bewerkstelligen. Dem Vorhaben stimmte schließlich schweren Herzens auch die Untere Denkmalschutzbehörde zu.

Die GWH will auf dem Gelände unter dem Namen „Atrium Senefelder“ ein Mehrfamilienhaus mit 94 Mietwohnungen, eine Kita und Gewerbeflächen errichten. Die Stadt beabsichtigt, die Betreuungseinrichtung anzumieten. Entstehen sollen Ein- bis Vier-Zimmer-Wohnungen mit einer Größe von 41 bis 118 Quadratmetern. Die Gesamtwohnfläche beträgt 7200 Quadratmeter. Der Baubeginn ist für das zweite Quartal dieses Jahres angepeilt, Ende 2017 soll der Neubau fertig sein.

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