Kleintierzüchter-Hängepartie

Ausstellungshalle: Vollendung ungewiss

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Von der neuen Ausstellungshalle der Kleintierzüchter am Fuß des Buchhügels steht nur der Rohbau. Wann es weitergeht, ist unklar. Der größte Teil der bislang von der Stadttochter OPG an den Verein überwiesenen 100.000 Euro ist nach wie vor verschwunden.

Offenbach - Sie ist mittlerweile Symbol einer völlig missglückten und womöglich überzogenen Unterstützung für einen Verein mit ungewisser Zukunft. Von Matthias Dahmer 

Die neue Ausstellungshalle des 1. Offenbacher Kleintierzuchtvereins 1905 am Fuß des Buchhügels, in welche die Offenbacher Projektentwicklungsgesellschaft (OPG) bislang 100.000 Euro gesteckt hat, bleibt bis auf weiteres ein Rohbau. Während die Führung des mittlerweile nur noch 34 Mitglieder zählenden Vereins davon ausgeht, dass eine Lösung für den Weiterbau gefunden ist, und von bereits anberaumten Gesprächen berichtet, bremst man bei der OPG die Erwartungen: „Wir warten darauf, dass der Verein auf uns zukommt, um eine gemeinsame, einvernehmliche Lösung zu finden“, sagt Sprecherin Regina Preis.

Zur Erinnerung: Als Ausgleich dafür, dass die Züchter im Zuge der Freiräumung des Buchhügels fürs neue Polizeipräsidium ihre altes Gebäude opferten, wurde ihnen eine neue, fast 400.000 Euro teure Halle versprochen. Bereits im April 2011 floss die erste Rate über 100.000 Euro an den Verein als Bauherrn. Im Mai 2013 wurde mit großem Bahnhof der Start des Neubaus auf einem städtischen Areal unmittelbar neben dem Vereinsgelände gefeiert. Die Halle sollte laut Planung bis zum Herbst fertig sein.

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Von dem öffentlichen Geld wurde indes nur ein Bruchteil, die Rede ist von 12.000 Euro, in den Bau gesteckt, der Rest ist bis heute nicht aufgetaucht. Aufgrund von Strafanzeigen ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen Untreue unter anderem gegen den ehemaligen Kassierer der Züchter. Im Zuge der Turbulenzen wechselte mehrfach die Vereinsführung. Auch derzeit – so berichten Insider – rumort es unter den knapp drei Dutzend Mitgliedern. Von einem geordneten Vereinsleben könne keine Rede sein. Helmut Hohenberger, seit März Vorsitzender der Kleintierzüchter, verbreitet dagegen Optimismus: Er sei guter Dinge, dass es mit dem Bau bald weitergehe, sagt er. In den nächsten Tagen seien Gespräche mit Stadtwerken und Baufirma geplant. Die soll, wie bereits berichtet, auf Außenständen in sechsstelliger Höhe sitzen.

In Umrissen kennt der Vereinschef schon die mögliche Lösung: Die Ausstellungshalle werde in ihrer Ausstattung um jene 88.000 Euro abgespeckt, die noch verschwunden sind. Ganz wichtig: Der Verein bekomme das weitere öffentliche Geld nicht mehr in die Hand, das müsse künftig alles über die OPG laufen. Dass das Bauwerk fertig werden muss, ist für Hohenberger keine Frage: „Ohne die Halle geht der Verein unter.“

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