Klingspormuseum

Trotz Schließung kein Stillstand

Die Ausstellung „Wahrlich! Es ist ein Himmelsvorgenuß. Buch- und Schriftkunst zu Friedrich Hölderlin“ wird in Kürze besuchbar sein. Foto: Meidel
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Die Ausstellung „Wahrlich! Es ist ein Himmelsvorgenuß. Buch- und Schriftkunst zu Friedrich Hölderlin“ wird in Kürze besuchbar sein. 

Wie alle Ausstellungshäuser hat auch das Klingspormuseum in der Herrnstraße seit Wochen geschlossen. Die Hölderlin-Ausstellung, die Ende März hätte eröffnet werden sollen, harrt noch immer jeglicher Besucher.

Offenbach – Stillstand herrscht im Buch- und Schriftkunstmuseum dennoch nicht. Leiter Stefan Soltek: „Die Arbeit geht in einem Museum wie unserem nicht aus. Wir haben ja eine Sammlung, die versorgt sein will. Wir haben viele Objekte, die geschenkt, gestiftet oder erworben worden sind und die in die Sammlung einzuarbeiten wir bislang nie die Kapazitäten hatten.“ Dazu sei in den Wochen der Schließung endlich einmal Gelegenheit gewesen. 

Die Krise, sie birgt eben auch hier und da eine Chance. „Wir sind auch daran, eine Publikation zu Rudolf Koch zu erstellen. Die liegt jetzt in den letzten Zügen, da war noch viel Korrekturarbeit zu verrichten.“ Zudem veröffentlichten Soltek und andere Museumsmitarbeiter in den letzten Wochen immer wieder umfangreiche Texte mit Fotos und Videos auf der sozialen Medienplattform Facebook. „Film und Text im Internet wird in Zukunft für uns noch ein größeres Thema werden.“

Schon bald soll das Museum wieder seine Pforten öffnen. Stefan Soltek und sein Team haben sich natürlich Gedanken gemacht, wie der Corona-Schutz dann aussehen soll. „Wir werden die erwartbaren Vorrichtungen haben, um Abstand zu halten. Es wird hoffentlich auch bald eine Trennscheibe geben zwischen der Aufsicht beziehungsweise der Kassenperson und dem Besucher, der herantritt.“

Prinzipiell sieht Soltek das aber gelassen. „Wir haben keine Sorge, dass wir so einen großen Besucherandrang haben“, sagt er. „Wir rechnen damit, dass die Leute sich erst langsam einfinden werden.“ Sollten wider Erwarten doch einmal 20 Leute vor der Tür stehen und Einlass begehren, so werde man jeweils nur fünf Personen auf einmal einlassen. „Wir hoffen, dass wir bald auch im ganz Kleinen Führungen anbieten können für Gruppen von fünf bis zehn Leuten“, so Soltek. Seine Idee dazu: Die Gruppen möglichst klein halten, und die Teilnehmer „in Eigenregie“ so im Raum verteilen, dass jeder genug sieht, und man trotzdem ausreichend Abstand zueinander hat. „Wir werden als Museumsleute im Kontakt mit den Besuchern eine Maske tragen und empfehlen das auch den Besuchern“, so Soltek. „Wir werden beobachten, wie die Leute sich im Museum bewegen, aber ich rechne fest damit, dass sich jeder einzelne verantwortlich verhalten wird.“ Die Aufsicht werde einschreiten, falls Besuchergruppen nicht den nötigen Mindestabstand zueinander einhielten.

Aber was ist mit den interaktiven Elementen des Museums? Schließlich lebt vieles dort davon, dass man auch mal blättern, stöbern oder gar selbst zum Stift greifen darf. Bedarf es da im Hinblick auf die Corona-Pandemie besonderer Schutzmaßnahmen? „An den Tischen der Dauerausstellung haben wir keine besonderen Vorkehrungen getroffen“, so Soltek. „Da werden die Reinigungskräfte regelmäßig die Flächen und die Stifte abwischen. Nach allem, was wir aktuell wissen, ist die Übertragung des Virus von der Oberfläche eines Gegenstandes auf den Nutzer sehr unwahrscheinlich.“ Da bestehe kein großer Anlass zu Sorge. „Wenn wir Besucher haben, werden wir natürlich darauf achten, dass wir sorgfältig nachreinigen, aber da sehe ich keine Schwierigkeit.“

Die Besucher des Klingspormuseums dürfen sich nach der Wiedereröffnung auch inhaltlich auf Neuerungen gefasst machen: „Wir sind dabei, zum ersten Mal unsere Dauerausstellung zu wechseln“, verrät Stefan Soltek. „Die Leute, die vorher die Dauerausstellung, die seit November aufgebaut ist, schon besucht haben, bekommen nun eine ganz neue Konstellation von Dingen zu sehen.“

VON MARIAN MEIDEL

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