Sanierungskur fürs Bad

Koalition will Geld für  Waldschwimmbad locker machen

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Der Sprung ins kalte Wasser ist gestern angesichts der Hitze kein unangenehmer. Im Waldschwimmbad sollen nach dem Willen der Kommunalpolitik drängende Sanierungsarbeiten angepackt werden.

Offenbach - Das Waldschwimmbad ist das einzige Schwimmbad der Stadt. Dessen Funktionsfähigkeit und ein gewisses Maß an Attraktivität zu erhalten stand nicht immer oben auf der Prioritätenliste. Doch nun macht sich die Koalition für die Einrichtung stark. Sie will 132. 500 Euro für Sanierungsarbeiten ausgeben. Von Matthias Dahmer 

Die Begründung des Vorstoßes von SPD, Grünen und Freien Wählern dürfte dem Betreiber EOSC, der das Bad mit mit städtischem Zuschuss und ganz viel Engagement am Laufen hält, aus dem Herzen sprechen: Im Bad bestehe nach wie vor ein erheblicher Sanierungsbedarf, heißt es. So entsprächen wesentliche technische und sanitäre Einrichtungen für den Betrieb eines Bades nur noch bedingt den heutigen Anforderungen.

Die Koalition, die im Stadtparlament die Mehrheit hat, schlägt diesem ein ganzes Bündel von Maßnahmen vor:

  • Mit 50.000 Euro dickster Brocken ist der Umbau kaum genutzter Räume zu Umkleidekabinen für Schulklassen. Die haben bislang vor allem in den Wintermonaten nicht ausreichend Platz zum Umziehen.
  • Die maroden Herrenduschen sollen für 20. 000 Euro saniert werden.
  • Weitere 10.000 Euro sind für Erweiterung und Renovierung der Toilettenanlagen insgesamt vorgesehen.
  • Der Eingang soll behindertengerecht umgestaltet werden (5.000 Euro).
  • Für rutschhemmende Fliesen sind insgesamt 18.000 eingeplant.
  • Eine Wasserfontäne (7.000 Euro) soll den schon beschlossenen Neubau des Babybeckens komplettieren, mit dem nach Ende der Sommersaison begonnen wird. 50.000 Euro sind dafür bereits im Haushalt veranschlagt.
  • Zugleich wird vorgeschlagen, den Kinderspielplatz am Babybecken zu sanieren (12.500 Euro).
  • Ein neuer Zaun (10.000 Euro) soll das Schwimmbadgelände sichern. Der derzeitige ist Jahrzehnte alt, wurde im Lauf der Jahre an verschiedenen Stellen von ungebetenen Gästen aufgeschnitten, die keinen Eintritt zahlen wollten.

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Dass die Finanzierung gelingt, ist zum Teil dem EOSC zu verdanken. Der hatte Zuschusss-Töpfe des Landes angezapft, als es darum ging, die – bereits erfolgte – Sanierung des 25-Meter-Beckens und den genannten Neubau des Baby-Beckens zu stemmen. Von den ursprünglich von der Stadt dafür eingeplanten 190.000 Euro mussten so nur 120.000 ausgegeben werden. Die verbliebenen 70.000 Euro – mehr als die Hälfte des im Koalitionsantrag genannten Betrags – sollen in die weitere Sanierung gesteckt werden. Der Rest soll laut Antrag aus anderen Haushaltsposten bezahlt werden.

EOSC-Chef Matthias Wörner hält sich mit Aussagen zu dem Vorhaben zurück und will erst den entsprechenden Beschluss im Stadtparlament abwarten. Was die laufende Saison angeht, die sich derzeit in der buchstäblich heißen Phase befindet, kann er Bekanntes berichten: Wie üblich in Hochsommerwochen sei der Sicherheitsdienst verstärkt worden. Leider hätten auch wieder Unbelehrbare des Geländes verwiesen und mit Hausverbot belegt werden müssen. Vor etwa zwei Wochen habe man an einem Tag 35 Personen aus dem Bad geworfen.

Aus Bordmitteln, also über den Betriebskostenzuschuss, hat der Badbetreiber EOSC neue, mobile Rasensprenger angeschafft. Die alte, fest installierte Anlage war wie so vieles im Waldschwimmbad inzwischen in die Jahre gekommen und hatte ihren Geist aufgegeben.

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