Nordend

Anwohner fordert mehr Geschwindigkeitskontrollen in Offenbach

Polizist mit Blitzer an Straße
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Das kann teuer werden: Wer sich nicht ans Tempolimit hält, der muss immer und überall damit rechnen, dass er geblitzt wird. (Symbolbild)

Tempomessungen, Radarfallen, Blitzerkontrollen... Wie immer man es bezeichnet, es entzweit die Bürger in Offenbach. Ein Anwohner fordert im Nordend mehr Kontrollen.

Offenbach – Das ist leicht gesagt, aber nicht immer umsetzbar. So ist auch das Begehren eines Lesers, der im Nordend mehr Geschwindigkeitskontrollen sehen möchte, nicht ohne weiteres zu erfüllen. Auch wenn ihm diese Erkenntnis nicht lieb sein dürfte.

Der Offenbacher berichtet: „Gerade erst habe ich zum vierten Mal in zwei Wochen eine nicht seltene Ausnahmesituation in der Taunusstraße erlebt: Höhe Netto-Markt fuhr ein Audi-SUV mit Bonner Kennzeichen mit stark überhöhter Geschwindigkeit aus der Bettinastraße ein, beschleunigte auf geschätzte 60 km/h und ich konnte nur knapp eine Kollision beim Überqueren der Straße vermeiden.“ Sein Schreiben ans Ordnungsamt endet mit dem Satz: „Mein dringender Appell: bitte postieren Sie ohne Ankündigung auch immer wieder einmal die mobile Tempomessstation in unserer 30er-Zone.“

Nicht in dem konkreten Fall, allerdings an der konkreten Ecke ist die Stadt aktiv geworden. In der Bettinastraße wurde in diesem Jahr bereits fünf mal kontrolliert – ohne besondere „Ausreißer“. Jeweils zwischen 60 und 80 Minuten hatten die Überwacher ihr Equipment dort in Position gebracht. Das maximale Vergehen in der Tempo-30-Zone lag bei 45 Stundenkilometer. Die weiteren Messergebnisse: Neun Autofahrer waren in der Bettinastraße zwischen 11 und 15 km/h zu schnell, bei sechsundzwanzig Autos ergaben sich Werte von 1 bis 10 km/h über der erlaubten Geschwindigkeit.

Generell versucht die Stadt in Sachen Tempovergehen, die forschen Schafe mit drei Messfahrzeugen zu erziehen. Besetzt sind diese mit jeweils zwei Mitarbeitern von Stadtpolizei und/oder technischem Verkehrsdienst; zudem gibt’s mobile Laser-Messgeräte der Firma Vitronic. Im vergangenen Jahr erfolgten 802 Messungen, in diesem Jahr bislang „lediglich“ 316. „Corona-bedingt“, heißt es aus dem städtischen Presseamt. Bedeutet: Die Beamten waren in Pandemie-Zeiten unter anderem mit Gaststätten- und Abstands-Kontrollen reichlich ausgelastet.

Und was ist mit dem Enforcement Trailer, ein bewegliches Gerät zur Geschwindigkeitsüberwachung in Form eines Anhängers, der nahezu autonom betrieben werden kann? „Der steht abwechselnd an sechs verschiedenen Standorten“, lässt die Rathaus-Verwaltung wissen, wobei eine kleine Enttäuschung mitschwingt. Das Ordnungsamt hat ursprünglich mehr als zwanzig Standorte beantragt; genehmigt hat das Regierungspräsidium in Darmstadt besagte sechs.

Für die Polizei ist es wichtig festzuhalten, dass der Grund für solche Tempokontrollen weder Schikane noch Abzocke ist, sondern der Verkehrssicherheit und damit dem Schutz der Verkehrsteilnehmer dient. Das alles ist in einem Erlass des Hessischen Innenministeriums geregelt. „Grundsätzlich werden dort Geschwindigkeitsüberwachungen vorgenommen, wo sich Unfälle häufen und wo Gefahrenstellen bekannt sind.“ Des Weiteren gebe es Überwachungen an Stellen, „an denen Personen in besonderer Weise geschützt werden müssen“ – Kindergärten, Schulen, Krankenhäuser, Seniorenheime, Fußgängerüberwege.

Aus der Pressestelle des Polizeipräsidiums Südosthessen heißt es zudem: „Du kannst nicht überall blitzen.“ Gerade die rege Bautätigkeit in Offenbach erschwere es immer wieder, dass die Geräte nicht entsprechend den Vorgaben auszurichten sind. Heißt: Um einen Blitzer korrekt aufzustellen, muss der Abstand zwischen einer Geschwindigkeitsbegrenzung und der Messanlage beachtet werden. Wie weit ein Blitzer von dem entsprechenden Schild entfernt stehen muss, ist zudem je nach Bundesland unterschiedlich geregelt.

Die Kontrollen sind überwiegend Aufgabe der Direktion Verkehrssonderdienste; deren Messstellen verteilen sich auf rund 600 Straßen in Offenbach – mit einem besonderen Gewicht auf die Unfallschwerpunkte. Aber aufgepasst: Punktuell kontrollieren die Beamten der beiden Reviere Handy- und Gurtverstöße sowie in den neuen Fahrradstraßen, beziehungsweise -achsen. So schauen sie auch in losen Abständen nach der neuen Einbahnregelung in der Senefelderstraße (Höhe Blindenwohnanlage).

Für Störungen der öffentlichen Sicherheit und Ordnung (Beispiel: dauerhaftes Falschparken ohne akute Behinderung) hat die städtische Beschwerdestelle von Montag bis Donnerstag, 6 bis 15 Uhr, und Freitag, 6 bis 13 Uhr, ein offenes Ohr unter 069/80652860. Es kann auch eine E-Mail gesendet werden an: stadtpolizei-leitung@offenbach.de (Von Martin Kuhn)

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