„Sammelsurium“ lockte zahlreiche Besucher in die Stadthalle

Kunsthandwerkermarkt: Fein komponiertes Angebot

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An mehr als 150 Ständen wurden den Besuchern beim diesjährigen Sammelsurium in der Stadthalle Kunsthandwerk geboten. Ob Kerzen, Vasen, Gemälde, Kleidung oder Schmuck – allem war eines gemeinsam: 100 Prozent Handarbeit. - 

Offenbach - Zum 29. Mal öffnete die Stadthalle ihre Pforten fürs Kunsthandwerk. Ob Keramik, Lampenschirme oder Kleidung – an den mehr als 150 Ständen war für jeden Geschmack etwas dabei. Das „Sammelsurium“ lockte auch in diesem Jahr viele Besucher an. Von Annalena Barnickel 

Veranstalter Ursula und Klaus Merbach haben die Adressen vieler Künstler eigens in ihrer persönlichen Künstlerkartei gespeichert, suchen auf Messen und Märkten in ganz Deutschland nach Talenten. Nach Offenbach kommen deshalb regelmäßig professionelle, freischaffende Künstler. „Das ist notwendig, um den Besuchern eine bestmögliche Qualität, Originalität und Präsentation anbieten zu können“, betont Ursula Merbach. Das Offenbacher Sammelsurium ist eine nahezu 30-jährige Erfolgsgeschichte: Seit der Premiere 1986 im Jugendzentrum Lauterborn ist die Anzahl der Stände von damals gerade mal 35 auf inzwischen mehr als 150 angewachsen.

Die Vielfalt des Marktes wächst, damit einher geht dann aber auch: „Es ist manchmal schwer, den Überblick zu behalten“, geben die Merbachs zu. „Vor allem muss geschaut werden, ob wirklich überall die Qualität stimmt. Bis jetzt haben wir das aber immer garantieren können.“

Nicht nur Künstler aus Deutschland lockt der Kunsthandwerkermarkt nach Offenbach. Mit an Bord sind Aussteller aus ganz Europa. Trotz der Größe des Marktes ist das Persönliche nicht verloren gegangen. Viele Kunden halten einen entspannten Plausch mit den Künstlern, die bereitwillig Auskunft zu ihren Werken geben. „Die Organisation des Marktes ist vergleichbar mit dem Komponieren“, beschreibt Sohn Dennis Merbach die Aufgabe. „Für jeden soll etwas dabei sein, nichts soll sich mehr als einmal wiederholen, so dass am Ende ein riesengroßes Puzzle aus den unterschiedlichsten Sparten entsteht.“

Das Ergebnis ist beeindruckend. Kaum einer, der die Stadthalle an diesem Wochenende betreten hat, kommt aus dem Staunen wieder heraus. Es ist unglaublich schwer zu entscheiden, welchen Stand man sich zuerst anschauen möchte. „Der Künstlermarkt ist einfach toll“, schwärmt Besucherin Mathilde Braun, für die es eine Premiere ist. „Vor allem das vielfältige Angebot ist beeindruckend.“ Ihr Urteil steht fest: „Eine echte Bereicherung.“

Bereicherten das bunte Angebot: Selbstgefertigten Handpuppen von unterschiedlichen Tieren.

Dafür, dass das so ist, sorgt zum Beispiel Ulrich Büker. Mit seinen selbstgebauten Kreiseln zaubert er jedem vorbeikommenden Besucher ein Lächeln ins Gesicht. Büker ist einer der wenigen Kreiselbauer in Deutschland. Zur Fertigung dienen oft alte, nicht mehr brauchbare Sachen. „Dieser Kreisel hier ist aus einem ehemaligen Kronkorken“, zeigt er und lässt ihn auf einem Tablett seine Kreise ziehen. „Und der hier“, mit den Worten greift er einen weiteren und lässt ihn kreiseln, „war mal Stück einer Bratpfanne.“ Sieht man sich dieses Exemplar noch genauer an, entdeckt man sogar noch den Schriftzug: „antihaftbeschichtet“.

Bilder

Für Atmosphäre sorgt auch Ulrich Knopp, der auf seinen selbstentworfenen und -gebauten Harfen eine Kostprobe zum Besten gibt. Standbesitzer Ingo Cesaro bietet Eindrücke in die faszinierende Welt des Buchdrucks. Neben einer Handpresse finden sich auch japanische Flechtbücher mit Haiku auf Japanisch und Deutsch, ein Fächerbuch, sowie ein Buch nur aus Papierschnipseln, bei dem sich jeder sein eigenes Gedicht zusammensetzen kann.

Das nächste Sammelsurium ist fest eingeplant: Im November 2016 wird die 30. Auflage des Kunsthandwerkermarkts in die Stadthalle locken.

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