Unterstützung auf acht Rädern

Land Rover stellt der Tafel zwei Fahrzeuge für einen Lieferservice zur Verfügung

Zwei Autos zur Unterstützung: Gerhard Jansgers (links) und Steffen Eustergerling haben Tafel-Chefin Christine Sparr die beiden Land Rover gebracht
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Zwei Autos zur Unterstützung: Gerhard Jansgers (links) und Steffen Eustergerling haben Tafel-Chefin Christine Sparr die beiden Land Rover gebracht.

Die Überraschung ist Tafel-Chefin Christine Sparr immer noch anzuhören: „Letzten Mittwoch bekam ich einen Anruf von der Europazentrale von Land Rover, ob wir während der Corona-Krise zwei Fahrzeuge gebrauchen könnten – die würde man uns zur Verfügung stellen.“

Offenbach – Die rührige Leiterin der Lebensmittelausgabe sagte sofort zu, die Autos werden in der Krisenzeit tatsächlich dringend benötigt. „So müssen Senioren und Angehörige der Risikogruppen nicht zu unserer Notausgabe gehen, sondern unsere Ehrenamtliche liefern ihnen die Spenden nach Hause“, sagt Sparr, „damit werden sie ein wenig mehr geschützt. “.

Gestern war es soweit: Steffen Eustergerling und Gerhard Jansgers vom Land Rover Center Wülfrath lieferten den Helfern zwei Fahrzeuge ab. Bis Ende April darf die Tafel diese nutzen, eine Verlängerung sei möglich. „Wir sind heute um 7 Uhr los, damit die Autos hier auch rechtzeitig ankommen“, sagt Jansgers und lacht.

Bevor die Offenbacher Lebensmittelausgabe die Fahrzeuge für ihren Lieferdienst nutzt, desinfizieren beide noch die Innenräume.

Normalerweise wären die Autos sonst im Messe- und  Eventbereich im Einsatz, doch durch die Corona-Krise standen sie still, heißt es bei Land Rover. „Wir haben daher verschiedenen Organisationen unsere Fahrzeuge angeboten“, sagt Andrea Leitner von der Kronberger Land Rover-Zentrale. Neben der Tafel Offenbach werden so auch die Tafel Niederberg, die Obdachlosenhilfe Mainz oder das Rote Kreuz in der Eifel mit Leihfahrzeugen unterstützt. „Land Rover hilft helfen“, lautet der Name der eigens dafür ins Leben gerufenen Aktion.

Die Ehrenamtlichen in Offenbach freuen sich über diese Unterstützung. „Mit unseren normalen Kühlwagen könnten wir keinen Lieferdienst anbieten, diese Autos sind für die Abholung der Spenden unverzichtbar“, sagt Sparr.

42 Senioren und Angehörige der Risikogruppe hat sie bisher auf ihrer Liste, die während der Pandemie die Spenden nach Hause geliefert bekommen. Am Donnerstag erhalten sie auch auf diese Weise die traditionellen Osterkörbchen: Hannah Kreischer und Lara Zipp haben weit über 100 der Körbchen zusammengestellt. „Am Mittwoch erhalten auch die Kinder dann welche in der Notversorgung hier in der Neusalzer Straße“, sagt Kreischer. Die Osterfeier der Tafel muss ansonsten Corona-bedingt entfallen.

Trotz Corona sei die Spendenfreude groß, sagt Sparr. Da sich aber doch Engpässe bemerkbar machen, gibt es unter den Tafeln einen regen Tauschhandel. „Wir haben etwa einen Teil einer großen Spende an Schokoküssen mit der Wetzlarer Tafel gegen Seife getauscht“, sagt sie. Da einige Ausgaben in der Region geschlossen haben, gibt es in Offenbach inzwischen mehr Nachfrage. Sparr: „Mittwoch rechne ich mit 150 Kunden bei der Notöffnung.“

VON FRANK SOMMER

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