Eindrucksvoller Unterricht

Leibnizgymnasium erhält als Hessens erste Schule neue Digitalförderung

Volker Bouffier und Tarek Al-Wazir überbrachten den ersten Förderbescheid.

Das Leibnizgymnasium in Offenbach erhält als erste Schule Hessens die neue Digitalförderung. Dies geht vor allem auf die frühe Antragsstellung zurück.

Offenbach – Wer besonders früh dran ist, wird belohnt – das hat sich am gestrigen Donnerstag am Leibnizgymnasium gezeigt. Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) und sein Stellvertreter, Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Grüne), haben dort auf ihrer Bilanztour zwölf Monate nach Regierungsbildung Station in Offenbach gemacht und gleich gute Nachrichten im Gepäck: Da Offenbach zu den ersten Antragsstellern für das neue Landesprogramm „Digitale Schule Hessen“ zählt, wird der landesweit erste Bewilligungsbescheid gleich persönlich an Schuldezernent Paul-Gerhard Weiß (FDP) überreicht.

Mit 496 544 Euro wird die Digitalisierung am Leibnizgymnasium gefördert. Insgesamt hat die Stadt für den Einbau von W-Lan an den Schulen in einem ersten Schritt 3,37 Millionen Euro beantragt, dazu weitere 850 000 Euro für Arbeiten an Schulen, die gerade saniert werden. „Insgesamt können wir mit 9,87 Millionen Euro aus dem Digitalpakt rechnen“, sagt Weiß, allerdings sei darin auch ein kommunaler Eigenanteil von 2,4 Millionen Euro erhalten.

Bouffier wie Al-Wazir nutzen die Gelegenheit, um die Rolle der schwarz-grünen Landesregierung beim bundesweiten Förderprogramm für Schulen zu unterstreichen. Der Aufschrei sei groß gewesen, als die Länder den Vermittlungsausschuss wegen des Digitalpaktes des Bundes angerufen hätten. „Es ging uns darum, dass der Digitalpakt gut gemacht wird“, betont Al-Wazir. Der Ministerpräsident wird genauer: „Abenteuerliche Vorstellungen“ hätten beim Bund über die Kontrolle des Fördergeldes geherrscht, an den Ländern sei es gewesen, diese auf praktikable Lösungen zurechtzustutzen. „Vor allem aber ist Hessen das einzige Land, das noch einmal Geld draufgelegt hat“, sagt Bouffier. Die 372 Millionen Euro des Bundes aus dem Digitalpakt seien vom Land für das Programm „digitale Schule Hessen“ auf 500 Millionen aufgestockt worden.

Volker Bouffier und Tarek Al-Wazir überbrachten den ersten Förderbescheid.

Dabei gehe es aber nicht einfach darum, Geld bereitzustellen, um „Technik anzuschließen“. „Viel wichtiger ist, was inhaltlich an den Schulen gemacht wird, wir wollen ein Medienbildungskonzept“, sagt der Ministerpräsident. Neben der Ausstattung der Schulen werden durch das Programm auch Lehrerfortbildung und pädagogische Konzepte zur Digitalnutzung gefördert.

Zwar wird das nun bewilligte Geld an der Leibnizschule zunächst dafür genutzt, dass die bisher nur zu einem Viertel mit W-Lan ausgestattete Schule komplett abgedeckt wird, dennoch wird hier schon längst die Digitaltechnik innovativ im Unterricht eingesetzt. Musiklehrer Carlo Stottmeier und seine Klasse zeigen Bouffier und Al-Wazir, wie: Mittels Tablets erstellen die Schüler kurze Musiksamples und gehen der Frage nach, ab wann die Veränderung eines Musikstücks zum eigenständigen künstlerischen Beitrag wird. Hintergrund ist der berüchtigte Rechtsstreit zwischen der Gruppe Kraftwerk und Moses Pelham um zwei Sekunden Musik.

„Das wäre vor zehn Jahren technisch gar nicht umsetzbar gewesen an Schulen“, zeigt sich Bouffier beeindruckt. Zumal die Stunde komplett über das landeseigene „Schulportal“, ein kostenfreies Online-Angebot, gestaltet wurde. Man sei in Offenbach mit pädagogischen Konzepten und der Mediennutzung viel weiter, als der Politik in Wiesbaden bewusst sei, sagt Bouffier. Und für Al-Wazir steht nach dem Unterricht fest: „Besser geht’s nicht.“

Bouffier und Al-Wazir besuchten anschließend noch die Baustelle des Goethequartiers, ein Bericht folgt in der morgigen Ausgabe.

Von Frank Sommer

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