IHK-Präsident Clouth wird 60 Jahre alt

Offenbach liegt ihm am Herzen

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Alfred Clouth, Geschäftsführer der gleichnamigen Lackfabrik, feiert am Samstag seinen 60. Geburtstag.

Offenbach - Alfred Clouth führt ein großes Unternehmen in Offenbach und ist Präsident der IHK. Heute feiert er seinen 60. Geburtstag. Von Marc Kuhn 

Wenn es um die Interessen von Offenbach geht, ist er stets zur Stelle - egal, ob es sich um die Zukunft von Stadt und Kreis oder um die Unternehmen handelt. Seit Jahrzehnten gibt Alfred Clouth, Geschäftsführer der gleichnamigen Lackfabrik mit Sitz in Waldhof, der Region ein Gesicht und vor allem eine Stimme - im Rhein-Main-Gebiet, in Hessen und auch schon mal in Berlin. Der Präsident der Industrie- und Handelskammer (IHK) Offenbach feiert am Samstag seinen 60. Geburtstag.

„Offenbach liegt ihm am Herzen“, sagt Oberbürgermeister Horst Schneider. „Herzlichen Glückwunsch aus der gesamten hessischen Unternehmerschaft“, überbringt Wolf Matthias Mang, Präsident der Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände und Geschäftsführer der Obertshausener Firma Arno Arnold.

Seit 1998 leitet Clouth die von seinem Großvater 1917 gegründete Firma, die auf Lacke, Beizen und und Lasuren spezialisiert ist. In der Vollversammlung der IHK sitzt er seit 1996. Von 2000 bis 2007 war er Vizepräsident der Kammer, seitdem ist er ihr Präsident. „Ich habe gesehen, dass man in der IHK etwas bewegen kann“, sagt er unserer Zeitung. „Und das es allein mit reden nicht getan ist.“ Clouth setzt sich für „eine liebens- und lebenswerte Stadt und ein liebens- und lebenswertes Umfeld“ ein. Dafür müsse man persönlich kämpfen. So strebt der Unternehmer beispielsweise mit dem Masterplan für Offenbach verbindliche Rahmenbedingungen für die Wirtschaft an. Sein Engagement gelte neben seinem Unternehmen auch dem Standort Offenbach, erklärt Schneider. „Dies wird auch dadurch deutlich, dass er sich im Masterplanprozess als Unternehmer, IHK-Präsident und als Offenbacher Bürger sehr engagiert.“

„Er ist für mich ein vorbildlicher, weil herz- und geistreicher Familienunternehmer in der dritten Generation, ein Kämpfer für die Interessen des Mittelstands und ein politischer Kopf“, lobt Mang. Clouth habe den Standort Offenbach seit 1981 mit entwickelt und als Geschäftsführer seit 1998 eine Marke begründet, die jeder im Bereich Lacke kenne: Clou. „Sein Herz gehört aber auch der Stadt und dem Standort Offenbach, denen er all die Jahre auch als Investor treu geblieben ist“, so Mang.

Lob und Respekt zollen auch IHK-Kollegen. „Die Zusammenarbeit ist nötig und intensiv, wie es sich unter direkten Nachbarn gehört“, berichtet der Frankfurter IHK-Präsident Mathias Müller. „Die gemeinsame Stadtgrenze verbindet, etwa bei den Entwicklungen am Kaiserlei, am Offenbacher Hafen, mit der Regionaltangente West, in der Kreativwirtschaft und der regionalen Wohnungspolitik. Was die Standortförderung der Wirtschaft der Metropolregion betrifft, marschieren wir eng verbunden - und machen keine Witze, auch nicht übereinander.“ Der Hauptgeschäftsführer der IHK Hanau-Gelnhausen-Schlüchtern, Gunther Qidde, sagt: „Er hat immer das Ganze im Blick - das ist bei uns oft die Metropolregion Frankfurt-Rhein-Main. Und das macht die Zusammenarbeit mit ihm so angenehm: trockener Humor, unprätentiöses Auftreten, klarer Verstand, prägnante Meinung.“

„Mit Alfred Clouth klappt die Zusammenarbeit bestens“, erklärt der Hauptgeschäftsführer der Offenbacher Kammer, Markus Weinbrenner. Die Zusammenarbeit im Präsidium lobt Clouths Stellvertreterin Kirsten Schoder-Steinmüller, Geschäftsführerin der Schoder GmbH aus Langen.

Der Jubilar blickt auf eine erfolgreiche Arbeit an der Spitze seines Unternehmens zurück, die ihn aber auch immer wieder vor Herausforderungen stellte. „Stolz bin ich auf die Marktposition, die unser Familienunternehmen in den vergangenen 30 Jahren erreicht hat“, erklärt Clouth. „Wir sind der absolute Marktführer bei den Baumärkten. Unser Unternehmen hat aber auch eine gute Basis im Profigeschäft, bei den Tischlereien und Schreinereien.“

Die Firma Clouth hat nach Einschätzung ihres Geschäftsführers die vergangenen 15 Jahre, in denen es eine tiefgreifende Strukturveränderung im Markt gab, gut gemeistert. Gemeint ist damit der enorme Rückgang bei der Bautätigkeit, die sich auf den Absatz der Produkte des Unternehmens auswirkte. Zudem gab es im Jahr 2000 noch etwa 120 Schreinereien in der Offenbacher Innung, heute sind es rund 20, wie sich Clouth erinnert. „Demzufolge hat sich auch unsere Ausrichtung geändert. Wir sind heute nicht mehr nur Produzent von Lacken, die wir übrigens zu 95 Prozent ausschließlich in Offenbach herstellen.“ 25 Prozent des Umsatzes werde mit Handelsware erwirtschaftet. „Wir vertreiben Produkte von Henkel exklusiv bei Schreinereien und im Metallgroßhandel.“ Zudem habe die Firma Vertriebsgesellschaften in Johannesburg in Südafrika und in Polen aufgebaut. „Beides sind zentrale Wachstumsmärkte“, erklärt Clouth.

Ehrenamtliches und persönliches Engagement sind ihm wichtig. Das zeigt sich auch in der Flüchtlingskrise. Clouth hat zwei Asylbewerberinnen aus Eritrea eingestellt. „Die Leute müssen schnellstmöglich eine Perspektive bekommen“, sagte Clouth mit Blick auf die Flüchtlinge. „Dazu gehört, dass sie in den Arbeitsmarkt integriert werden.“ Wenn nur ein Teil der Offenbacher Betriebe ein oder zwei Flüchtlinge einstellen würden, könnten sie die deutsche Sprache lernen und soziale Kontakte bekommen. „Das ist aus meiner Sicht der beste Weg der Integration“, sagt Clouth.

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