Drogenumschlagplatz

Lutherpark in Offenbach: Anwohner in Sorge wegen Drogen-Geschäften

Der Martin-Luther-Park könnte idyllisch sein – doch kiffende Jugendliche sind so manchem Anwohner der umliegenden Häuser ein Dorn im Auge.
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Der Martin-Luther-Park könnte idyllisch sein – doch kiffende Jugendliche sind so manchem Anwohner der umliegenden Häuser ein Dorn im Auge.

Die Ruhe der Anwohner rund um den Martin-Luther-Park wird durch kiffende Jugendliche immer wieder gestört. Die Polizei ist immer wieder im Einsatz.

Offenbach – Ein Teich, Bänke, ein Pavillon, umsäumt von Bäumen – der Martin-Luther-Park könnte eine kleine Oase mitten in der Stadt sein. Doch Anwohner der umliegenden Häuser klagen über Ansammlungen von Menschen, die sich nicht zu benehmen wissen - und die Drogen nehmen.

So wendet sich eine junge Frau, die am Martin-Luther-Park aufgewachsen ist und deren Eltern noch dort leben, an unsere Zeitung. „Im Hof werden seit einiger Zeit Drogen verkauft und die Polizei scheint nichts dagegen zu unternehmen“, sagt sie. Die Situation werde immer schlimmer. „Zu bestimmten Zeiten mehrmals am Tag scharen sich dort Gruppen von Männern, Frauen und Jugendlichen und man sieht, wie etwas von einer Tasche in die andere verschwindet.“ Offenbar würden sie auch Stoff in den Büschen verstecken, weil sie dort auch immer wieder etwas rausholen.

Offenbacher Lutherpark: Anwohner sind wegen Drogenhandel besorgt

Ihre Eltern würden sie immer wieder verjagen, teilweise dabei aggressiv angegangen werden. „Eine von den Mädels meinte, man solle ruhig die Polizei rufen. Sie hätte keine Angst, es würde eh nichts passieren.“ Mittlerweile hätten ihre Eltern schon Angst, vor die Tür zu gehen. Überall würden die Leute da herumlungern, vor allem auch auf dem Parkplatz, und jeden Tag alles zumüllen. „Meine Mutter räumt meistens den ganzen Dreck dort weg, weil sich keiner von der Hausverwaltung drum kümmert und sie es nicht mit ansehen kann.“

Nicht nur um ihre Eltern, auch um die Kinder der sich in direkter Nähe befindlichen Eichendorf-Grundschule ist die junge Frau besorgt: „Das war früher so schön, da aufzuwachsen, und jetzt sehen die Kinder so was.“

Polizeisprecherin Andrea Ackermann bestätigt, dass der Martin-Luther-Park und die angrenzenden Straßen Kleine Bleiche und Otto-Steinwachs-Weg als Treffpunkt von Jugendlichen bekannt seien. Dass die Polizei dort nicht tätig werde, treffe nicht zu: „Mehrmals im Monat sind wir mit der Bereitschaftspolizei für Kontrollmaßnahmen dort.“ In diesem Jahr seien bisher 13 Fälle von Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz protokolliert worden, vornehmlich in den Monaten März, Mai und Juli. Es handele sich um „geringe Verstöße“, bei denen Cannabis, Haschisch beziehungsweise Marihuana in kleinen Mengen selbst konsumiert wurden, teils sei auch Kokain dabei gewesen. „Im September gab es einmal den Verdachtsfall auf Handel treiben mit Cannabis“, so Ackermann. Dabei sei es jedes Mal zu Anzeigen gekommen – mehr jedoch nicht.

Offenbacher Polizeisprecherin: „Von einer Drogenszene in Offenbachs Lutherpark kann keine Rede sein“

„Ich kann verstehen, dass Anwohner und Passanten verunsichert sind und den Eindruck bekommen können, es gebe dort eine Drogenszene“, sagt die Polizeisprecherin. Doch von einer solchen könne nicht die Rede sein. „Es sind freche Jugendliche. Und von denen muss sich niemand unverschämte Sprüche anhören.“ Sie fordert Anwohner auf, sich unbedingt weiterhin bei der Polizei zu melden. Die Beamten seien präsenter, als es oberflächlich den Eindruck mache, da sie auch in Zivil unterwegs seien oder verdeckt zu Observationszwecken. „Bitte beobachten und melden Sie, bei uns oder auch bei der Stadtpolizei!“, appelliert sie an die Nachbarschaft.

Die Stadtpolizei werde immer wieder in der Gegend tätig, teilt der Leiter des Ordnungsamts, Peter Weigand, mit. Allerdings gehe es dabei „meist um Lärmbelästigungen, vornehmlich durch Jugendliche oder alkoholisierte Personen“. In diesem Jahr sind die städtischen Ordnungshüter bereits 30 Mal wegen Beschwerden aus dem Umfeld des Luther-Parks ausgerückt.

Auch in Mühlheim werden Anwohner immer wieder durch Ruhestörung belästigt – und vermuten Drogenhandel. (Veronika Schade)

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