Engagiert bei Nachbarn

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Elvira Reichert zählt zu den vielen ehrenamtlichen Helfern, die im Einsatz sind für mehr Sauberkeit in ihrem Stadtteil.

Offenbach (fel) - Die Zahl der ehrenamtlichen Helfer, die mit ihrem Engagement dazu beitragen, die Stadt aufzuwerten, steigt immer weiter an. Elvira Reichert ist eine von ihnen.

Die 69-jährige Offenbacherin wohnt seit 1966 an der Ziegelstraße. „Ich lebe gern hier“, erklärt sie. Vor allem das Wohnen „mitten drin“ bereitet ihr Freude. Ihr Geschäft für Kinderkleidung betrachtet sie dabei als kleine Kommunikationszentrale.

„Hier bin ich im Kontakt mit Eltern, Kindern und Nachbarn.“ Nicht selten bleiben die Kunden auch mal auf einen Kaffee in dem gemütlich eingerichteten Laden. Etwas weniger erfreulich findet Elvira Reichert hingegen die Einstellung mancher Passanten und Anwohner im Hinblick auf Sauberkeit in der Gegend. „Vor allem Kleinabfälle wie Verpackungen oder Flaschen, aber auch die Hinterlassenschaften mancher Vierbeiner sind ein Problem“, findet sie. „Zwar reinigt der ESO die Straßen viermal pro Woche, aber alles bekommen die auch nicht mit den Kehrmaschinen aufgesammelt. Vor allem in den Baumscheiben ist es schwierig, da diese oft als grüne Müllplätze zweckentfremdet werden“, fügt sie bekümmert hinzu. Häufig liegen kurz nach der Reinigung schon wieder neue Abfälle herum.

Packt dort mit an, wo andere Hilfe brauchen

Seit Jahren packt sie daher dort mit an, wo andere Hilfe brauchen. Ein besonderes Augenmerk legt Reichert seit einiger Zeit auf die Hermann-Steinhäuser-Straße. Gemeinsam mit vier weiteren Helfern der Bürgerinitiative Östliche Innenstadt reinigt sie die Baumscheiben zweimal täglich. „Vor allem zur warmen Jahreszeit, wenn sich viele Menschen draußen aufhalten, kommt dort einiges an Unrat zusammen“, erklärt sie. Doch sie ist nicht nur selbsternannte Müllfrau, sondern pflegt und pflanzt auch Bodendecker und Sträucher. „Für die Bewässerung hat die Gemeinnützige Baugesellschaft Offenbach uns dankenswerterweise einen separaten Wasseranschluss in der Nähe eingerichtet. Das macht die Arbeit etwas einfacher.“

Besonders in Mitleidenschaft gezogen wird das Grün durch achtlos abgestellte illegale Ablagerungen oder Sperrmüll. Hier helfen auch Einzäunungen mittels Absperrband nicht weiter. Dennoch sichert sie die Grünflächen jede Woche mit rotweißem Flatterband ab, um ein Zeichen zu setzen und die Mitbürger zu sensibilisieren. Daneben kümmert sich Elvira Reichert auch regelmäßig um das Areal rund um den von ihr betriebenen Secondhand-Laden „Bi-Ba-Bu“.

Seit mehr als 40 Jahren aktiv dabei

Seit mehr als vierzig Jahren hat sie einen Blick auf die Umgebung und kämpft aktiv für mehr Lebensqualität in ihrem Viertel. Durch Presseberichte wurde sie auf das Projekt „Besser leben in Offenbach“ aufmerksam und schloss sich dem Patenschaftsmodell an. „Gemeinsam mit der Bürgerinitiative nahmen wir Kontakt zur SOH und Sabine Süßmann auf, die uns mit Zangen, Handschuhen und Kontakten zur Stadt und zum ESO unterstützt.“

Das Patenschaftsmodell ist Teil eines stadtkonzernweiten Großprojektes. Getreu dem Motto „Gemeinsame Stärken bündeln“ arbeiten SOH und deren Töchter, städtische Ämter, Gesellschaften und Initiativen der Stadt gemeinsam daran, verbesserungswürdige Punkte anzugehen und die schönen und interessanten Seiten Offenbachs weiter hervorzuheben. Das Beispiel von Elivra Reichert zeigt, dass immer mehr Anwohner bereit sind mit anpacken, um ihre Stadt Offenbach in gemeinsamer Anstrengung aufzuwerten.

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